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Der Cupfinal ist gefährdet

Die FCB-Fans kündigten an, mit Fantasietickets zum Cupfinal zu reisen. Mit diesen wird man sie nicht reinlassen. Der Final droht nun zu platzen.
Sébastian Lavoyer
Das Spiel um die legendäre Sandoz-Trophäe erhitzt die Gemüter. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Genf, 25. Mai 2017))

Das Spiel um die legendäre Sandoz-Trophäe erhitzt die Gemüter. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Genf, 25. Mai 2017))

Am 19. Mai sollte in Bern der Cupfinal zwischen dem FC Thun und dem FC Basel ausgetragen werden. So weit der Plan des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV). Doch der Final ist gefährdet. Die Muttenzerkurve, der harte Kern der Basler Anhänger, will ohne offizielles Ticket nach Bern reisen. Aus Protest gegen die SFV-Preispolitik und die Kombination von Eintritt und Sonderzugbillett. Stattdessen, so der Plan der Ultras, wollen sie eigene Tickets im Retrolook verkaufen, gemeinsam nach Bern reisen, die Einnahmen dem SFV übergeben und im Gegenzug Einlass ins Stade de Suisse zu verlangen. Der Verband wird auf dieses Begehren aber nicht eingehen. Sonst würde er Tür und Tor für weitere solche Aktionen öffnen. Daran ist er in keinster Weise interessiert.

Man stelle sich bloss vor: Mehreren tausend Fans aus Basel würde der Einlass verwehrt. Der Frust geht hoch. «In einem solchen Fall wären Konflikte programmiert», sagt Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) zur «Berner Zeitung». Eine solche Ausgangslage für den Final wertet er als «denkbar schlecht». «So etwas hat es an einem Cupfinal noch nie gegeben», sagt er. Er hoffe auf das Einlenken der Fans.

Verschieben oder Forfait

Signalisieren die Fans keine Kooperationsbereitschaft, könnte Nause die Bewilligung für den Cupfinal verweigern. Sollte es so weit kommen, sind verschiedene Szenarien denkbar: Wenn sich die Klubs darauf verständigen, könnte der Cupfinal mit 0:0 gewertet werden. Es gäbe also weder einen Final noch einen Sieger. Auch eine Verschiebung wäre denkbar. Oder im schlimmsten Fall eine Forfait-Wertung. Dazu aber müsste die Schuld für die Absage eindeutig einem Verein zugeordnet werden können. Das scheint derzeit ein Leichtes. Schliesslich sind es die Basler, die protestieren. Thun würde den Cupsieg erben. Der FCB guckte in die Röhre. Aber das alles sind Spekulationen.

Was so gut wie sicher ist: Gibt es dieses Jahr keinen Cupfinal, wird es für ein paar Jahre keinen Cupfinal geben. Bei einer Absage würde nämlich mit Sicherheit ein Grossteil der Sponsoren abspringen, und neue Sponsoren wären nur sehr schwer zu finden. Das will niemand. Weder die Stadt Bern, die Fans, der Verband noch die Klubs. Deswegen haben sich Vertreter aller Beteiligten gestern Abend in Bern zu Gesprächen getroffen. Nicht nur Reto Nause zeigt sich diesbezüglich optimistisch, dass man eine Lösung findet. Auch seitens des Verbandes ist man zuversichtlich. Entgegen anders lautenden Berichten ist es nicht unüblich, dass die Bewilligung zu diesem Zeitpunkt noch nicht erteilt ist. Letztes Jahr in Bern und vorletztes Jahr in Genf erhielt der SFV die Bewilligung auch erst zehn Tage vor dem Spiel. Dieses Jahr könnte sie noch später erfolgen. Denn am Sonntag, 12. Mai, kommt es in Bern zum Spitzenspiel zwischen YB und dem FC Basel. Es ist vorstellbar, dass die Stadt Bern und Reto Nause dieses Spiel abwarten, um zu sehen, wie sich die Basler Fans verhalten. Wahrscheinlicher scheint jedoch, dass die Bewilligung vorher erteilt wird. Wie gestern zu vernehmen war, hat der Verband eingewilligt, dass die Tickets nicht nur zur Fahrt mit dem Sonderzug berechtigen, sondern quasi als GA dienen. Die Fans sollen unter diesen Vorzeichen bereit sein, auf ihre Protestaktion zu verzichten. Dem Cupfinal stünde nichts mehr im Weg. Bleibt zu hoffen, dass sich das bestätigt.

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