CURLING: Sie hat Nerven wie ihr berühmter Vater

Dank dem dritten Sieg in Folge vertritt Briar Hürlimann die Schweiz auch an der nächsten Junioren-WM. Zur grossen Freude eines Zuger Curling-Olympiasiegers.

Charly Keiser
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Konzentriert gibt Briar Hürlimann in der Zuger ­Curlinghalle einen Stein ab. (Bild Maria Schmid)

Konzentriert gibt Briar Hürlimann in der Zuger ­Curlinghalle einen Stein ab. (Bild Maria Schmid)

Mit einem fulminanten Endspurt rettete sich das Juniorinnen-Curling-Team der Zugerin Briar Hürlimann an der vergangenen Schweizer Meisterschaft in die Playoffs. Denn die Mannschaft Glarus-Bern, für die Hürlimann spielt, verlor zu Beginn des Championats vier von fünf Spielen. Dank den Siegen im Playoff, dem Halbfinal und dem Final heisst es nun für die junge Zugerin: Aller guten Dinge sind drei. Denn der neuerliche Titelgewinn ist der dritte Gewinn in Folge.

Entscheidung erst im Zusatzend

Die Vorentscheidung im Final schien im 5. End gefallen zu sein. Denn Bern-Glarus schrieb ein Fünferhaus und ging damit mit 5:2 in Führung. Den Dreier der Gegnerinnen von Wetzikon-Dübendorf im 8. End konterten die Girls um Hürlimann ihrerseits mit einem Dreierhaus. Die Sache schien beim Stand von 9:6 gelaufen. Doch weit gefehlt. Die Zürcherinnen hatten die richtige Antwort parat und glichen mit weiteren drei Steinen zum 9:9 aus. Damit musste die Entscheidung im Zusatzend fallen. Und da zeigte sich, dass Briar Hürlimann so nervenstark ist wie einst ihr berühmter Vater Patrick, der an den Olympischen Spielen im japanischen Nagano Gold gewann, und damit als erster Curling-Olympiasieger in die Geschichte einging. «Ich bin schon recht nervös gewesen, bevor ich den letzten Stein gespielt habe», bekennt Hürlimann. Sie habe sich für einen langsamen Take-out entschieden, mit dem der letzte Zürcher Stein aus dem 12-Fuss-Kreis spediert und ihr gespielter Stein habe liegen bleiben müssen. «Und das hat ja zum Glück prima geklappt.»

Nur ungern schaut die 20-Jährige auf die ersten Spiele der Meisterschaft zurück. «Wir haben zwar nicht wirklich schlecht gespielt und auch einiges an Pech gehabt. Aber alles in allem passte einfach nichts zusammen», analysiert Hürlimann. Am zweiten Wochenende habe hingegen alles zusammengepasst, sagt sie und ergänzt: «Wir waren wieder ein richtiges Team und konnten all unsere Stärken ausspielen.»

Vorfreude aufs Heimpublikum

Nach den beiden letzten Weltmeisterschaften in Schottland und Schweden freue sie sich mächtig, in der Schweiz und mit der Unterstützung des Heimpublikums um Medaillen zu kämpfen, verrät der ehemalige Vinto-Lehrling. Und wichtig für sie wäre dannzumal auch ein gutes Resultat. Denn – eine erfolgreiche Weltmeisterschaft in Flims vorausgesetzt – könnte Briar Hürlimann ins Nationalkader befördert werden, wie sie erklärt. Und bekäme eine vierte WM-Chance im Jahr 2015. «Der Austragungsort ist noch nicht bekannt», antwortet Hürlimann auf die entsprechende Frage und ergänzt: «Es gibt aber das Gerücht, dass die Junioren-WM 2015 in Kanada sein wird.»

Konzentriert gibt Briar Hürlimann in der Zuger Curlinghalle einen Stein ab. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Konzentriert gibt Briar Hürlimann in der Zuger Curlinghalle einen Stein ab. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)