Daniela Kyburz setzt persönliche Bestzeit über 100 Meter

Die gebürtige Wikonerin hatte beim nationalen Meeting in Meilen ein Mammutprogramm zu absolvieren. Sie trat in drei Disziplinen an. Ihre Zukunft steht am Scheideweg.

Stefanie Barmet
Drucken
Teilen
Daniela Kyburz (rechts) trat am Samstag in drei Disziplinen an.

Daniela Kyburz (rechts) trat am Samstag in drei Disziplinen an.

Bild: Hanspeter Roos

Daniela Kyburz absolvierte am nationalen Meeting in Meilen am Samstag ein Mammutprogramm. Den Auftakt bildete der Start über 100 m, wo die 31-Jährige mit 12.00 Sekunden eine persönliche Bestzeit aufstellte. Drei Stunden später folgte das Rennen über 300 m Hürden. Sie kam mit 41.99 Sekunden nicht ganz an ihren Bestwert von 41.02 Sekunden heran.

Nach einer 40-minütigen Verschnaufpause folgte bereits der dritte Start – diesmal über 300 m flach. Auch in dieser Disziplin kam Kyburz, die an der Sporthochschule in Magglingen einen Master in Spitzensport mit Vertiefung Trainingswissenschaften absolviert hat, nicht ganz an ihre Bestleistung heran. Die Uhr stoppte nach 39.55 Sekunden, die persönliche Bestzeit steht bei 38.53 Sekunden. «Über die Bestzeit zum Auftakt habe ich mich sehr gefreut, auch wenn eine 11 vor dem Komma natürlich noch schöner gewesen wäre. In den anderen beiden Disziplinen habe ich mir mehr erhofft. Um bessere Leistungen zu erzielen, hätte ich jedoch in der Kurve schneller laufen müssen.» Weil sie weiss, dass mehr möglich gewesen wäre, «kann ich mit den Leistungen nicht zufrieden sein», sagte Kyburz.

Im Nachwuchsbereich des FC Luzern tätig

Eine Hassliebe pflegt Kyburz, die in Wikon aufgewachsen ist und seit fünf Jahren in Sursee wohnt, zur 400-Meter-Hürdendistanz – ihrer derzeitigen Paradedisziplin. Dass sie aber auch über die Kurzhürden zu den Schnellsten des Landes gehört, bewies sie anlässlich der diesjährigen Hallen-Schweizer-Meisterschaften, wo sie über 60 m Hürden Silber gewann.

Vor einem Jahr gründete die Athletin, welche für den LAC TV Unterstrass antritt, mit der Athletikschmiede eine eigene Firma. «Unter anderem bin ich im Nachwuchsbereich des FCL fürs Sprinttraining verantwortlich und unterstütze die Junioren im Krafttraining.» Daneben absolviert sie selbst wöchentlich fünf bis sieben Trainings. Während des Lockdowns wurde sie arbeitslos – an geführte Trainings war in dieser Zeit nicht zu denken. «Stattdessen konnte ich wie ein Profi trainieren. Anfangs hatte ich Mühe, nicht im Stadion, sondern nur auf Asphalt oder im Wald zu trainieren. Zudem bin ich zehn Wochen lang nicht über Hürden gelaufen.» Eine tolle Lösung habe sie hingegen fürs Krafttraining gefunden. «Mit Gewichten, welche ich vom FCL leihen konnte, richtete ich mir mein eigenes Gym ein.»

Sportlich gesehen befindet sich die 31-Jährige, die mit 17 zur Leichtathletik kam, momentan in einer «Findungsphase». Im Vorjahr vertrat sie die Schweiz in der 4x400-Meter-Mixed-Staffel an den European Games in Minsk. Ein angestrebter weiterer Start im Nationaldress bleibt ihr hingegen vorerst verwehrt. «Mein grosses Saisonziel, die Europameisterschaften in Paris, wurde aufgrund der Coronapandemie abgesagt. Ich bin nicht mehr die jüngste Athletin und muss nun herausfinden, wie und in welchem Rahmen es für mich sportlich weitergeht. Deshalb möchte ich nun in möglichst vielen Disziplinen antreten und Bestzeiten aufstellen.»

Bereits in einer Woche folgt die nächste Chance. An einem Meeting in Zürich tritt die ausgebildete Leichtathletik-Trainerin A über 200 und 400 m an.

Meeting in Meilen:

Männer und U20M, 100 m: 1. Silvan Wicki (Aarau) 10,36. – Ferner: 7. Eric de Groot (Luzern) 11,06. 8. Nino Portmann (Nidwalden) 11,10. 14. Mika Kreienbühl (Ballwil) 11,30. 20. Michael Hofmeister (Nidwalden) 11,53. – 150 m: 1. William Jeff Reais (Zürich) 15,66. – Ferner: 6. Eric de Groot 16,45. 20. Jonas Duss (Sarnen) 17,78. – 300 m: 1. William Jeff Reais 33,12. – Ferner: 11. Nino Portmann 35,57. 17. Constantin Kannewischer (Zug) 37,12. 29. Yannis Rutishauser (Emmenstrand) 39,59. – 800 m: 1. Baptiste Mischler (FR) 1:48,25. – Ferner: 4. Matthias Schöpfer (Sempach) 1:54,94. – 3000 m: 1. Eric Rüttimann (Uster) 8:13,21. – Ferner: 4. Angus Fölmli (Rotkreuz) 8:22,58. 8. Roman Renner (Rotkreuz) 8:25,46. – 110 m Hürden, MAN (1,067 m), U20M (0,991 m): 1. Nick Rüegg (Amriswil) 13,85. – Ferner: 7. Nino Portmann 15,68. – 300 m Hürden, MAN (0,914 m), U20M (0,914 m): 1. Dany Brand (Zürich) 35,37. – Ferner: 14. Constantin Kannewischer 44,14. – Weitsprung: 1. Simon Ehammer (Teufen) 7,60. – Ferner: 4. Nino Portmann (Nidwalden) 6,84. 7. Michael Hofmeister (Nidwalden) 6,53. – Speerwurf, MAN (800g), U20M (800 g): 1. Simon Wieland (Bern) 76,88. – Ferner: 7. Cedric Achermann (Nidwalden) 43,55.

Frauen, U20W, 100 m: 1. Ajla Del Ponte (Ascona) 11,38. – Ferner: 3. Daniela Kyburz (Unterstrass) 12,00. 19. Ronja Wengi (Zug) 12,52. 29. Meera Muruguppillai (Emmenstrand) 12,91. – 150 m: 1. Ajla Del Ponte 16,67. – Ferner: 10. Julia Niederberger (Nidwalden) 18,43. – 300 m: 1. Agne Serksniené (Zürich) 37,41. – Ferner: 7. Daniela Kyburz (Unterstrass) 39,55. 12. Julia Niederberger 39,95. – 800 m: 1. Audrey Werro (Belfaux) 2:08,72. – Ferner: 6. Lieke Wehrung (Cham) 2:09,88. 11. Tina Baumgartner (Nidwalden) 2:12,94. 22. Noémie Anderhub (Rothenburg) 2:18,80. – 100 m Hürden, WOM (0,84 m), U20W (0,84 m): 1. Noemi Zbären (Langnau) 13,06. – Ferner: 15. Ronja Wengi (Zug) 14,99. – 300 m Hürden, WOM (0,762 m), U20W (0,762 m): 1. Aurélie Chaboudez (FR) 41,35. – Ferner 2. Daniela Kyburz (Unterstrass) 41,99. 5. Sandra Röthlin (Nidwalden) 43,60. – Kugelstoss, WOM (4 kg), U20W (4 kg): 1. Vanessa Fust (Langenthal) 14,93. – Ferner: 4. Sandra Röthlin 12,30. – Speerwurf, WOM (600 g), U20W (600 g): 1. Lena Meyer (Bern) 41,86. – Ferner: 5. Sandra Röthlin 35,41.