Dank 3:0-Sieg in Georgien: Die U21-Nati ist schon fast für die EM qualifiziert

Dank einem 3:0-Sieg in Georgien macht das U21-Nationalteam einen vorentscheidenden Schritt in Richtung EM. Es wäre die erste Teilnahme seit 2011.

Raphael Gutzwiller
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Die Schweizer U21 kann weiter jubeln.

Die Schweizer U21 kann weiter jubeln.

Ennio Leanza / EPA (Schaffhausen, 4. September 2020)

Eine Szene zeigt, warum dieses junge Team derzeit so viel Freude bereitet. Bastien Toma dribbelt sich um seinen Gegenspieler, lobt den Ball zu Mitspieler Dan Ndoye. Dieser nimmt den Ball aus der Luft mit seinem rechten Fuss an und vollstreckt mit dem linken wunderschön ins Eck. Das Tor verbindet technische Klasse, Spielfreude und Kaltschnäuzigkeit. Es ist das Führungstor im so wichtigen EM-Qualifikationsspiel der Schweizer U21 in Georgien.

Die Partie weit im Osten ist eine Reifeprüfung für das junge Team. Im Stadion in Gori ist es windig, der Gegner spielt physisch, hartnäckig und aufsässig. Fussballerisch führen die Schweizer klar die feinere Klinge. Nach dem schönen 1:0 lassen sie phasenweise aber nach. So kommt es, dass die Georgier mit einzelnen Nadelstichen Akzente setzen können. Einige Male können sich die Schweizer bei Goalie Anthony Racioppi bedanken, der stark eingreift. «In dieser Phase mussten wir leiden», sagt U21-Nationaltrainer Mauro Lustrinelli. «Aber es ist wichtig, dass wir sie ohne Gegentor überstanden haben und in den richtigen Momenten die Toren erzielen konnten.»

Toma und Ndoye sind die Besten

Insgesamt ist es zum wiederholten Mal in dieser Qualifikation ein beeindruckender Auftritt der Schweizer U21-Nationalmannschaft, der schliesslich zu einem ungefährdeten 3:0-Erfolg führt. «Ich bin sehr stolz auf diese tolle Truppe über diesen wichtigen Sieg», sagt Lustrinelli.

Angeführt von den beiden Besten Dan Ndoye und Bastien Toma lässt die Schweiz in diesem selbst ernannten Finale immer wieder spielerische Finesse aufblitzen. Beide sind erst kürzlich ins Ausland gewechselt, Ndoye spielt neu bei Nizza und Toma bei Genk. In der Partie in Georgien zeigen sie eindrücklich, warum sie in der Schweiz sich für höhere Aufgaben empfohlen haben. Toma brilliert durch grosse Ballsicherheit, eine hohe Passquote und zwei Assists, Ndoye sorgt auf dem Flügel immer wieder für Tempoverschärfungen, wodurch die georgische Abwehr regelmässig ins Schwimmen gerät. Dem tollen Antritt Nodyes verdanken die Schweizer auch den zweiten Treffer. Auf dem linken Flügel vernascht er seinen bemitleidenswerten Gegenspieler Shalva Burjanadze, spielte den Ball in die Mitte, wo er an die Hand des Georgiers Luka Lakvekheliani sprigt. Der diesmal ansonsten eher unauffällige Torjäger Andi Zeqiri verwertet souverän vom Punkt. Für den Schlusspunkt in dieser Partie sorgt der eingewechselte Petar Pusic mit einem trockenen Abschluss ins weite Eck nach einem Assist von Toma. «Ich habe einfach mal mit Überzeugung abgeschlossen», erklärte Pusic sein Tor.

Dank des siebten Sieges im siebten Spiel hat die Schweizer U21 ihre gute Ausgangslage im Hinblick auf die Qualifikation weiter verbessert. Dies obwohl Frankreich nach einem diskussionslosen 5:0-Sieg gegen Liechtenstein weiter nur drei Punkte hinter der Schweiz liegt. Weil sich auch die fünf besten Gruppenzweiten für die Endrunde qualifizieren, ist die Schweiz jetzt schon so gut wie qualifiziert. In vier der neun Gruppen haben die Zweitplatzierten mehr als sechs Verlustpunkte. Dies bedeutet: Die Schweiz kann sich mit einem Sieg am Dienstag in Biel gegen das klar schwächer einzuschätzende Liechtenstein für die EM qualifizieren.

Die erstmalige Qualifikation seit 2011

Klappt es für die U21 endlich wieder mit der Qualifikation für die EM, gibt es eine spezielle Endrunde. Statt des üblichen Turniers im Sommer, wird die EM in Ungarn und Slowenien zweigeteilt durchgeführt. Die Gruppenspiele finden im März, die K.o-Partien im Juni statt. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Europameisterschaft der A-Nationalteams ebenfalls 2021 stattfinden soll.

Bei der letzten Teilnahme war die U21-Nati sehr erfolgreich: Xherdan Shaqiri im Final gegen Spanien.

Bei der letzten Teilnahme war die U21-Nati sehr erfolgreich: Xherdan Shaqiri im Final gegen Spanien.

Peter Klaunzer / KEYSTONE

Bei der letzten EM-Teilnahme war für die damalige U21 erst im Finale Schluss. Unter anderem mit Granit Xhaka, Yann Sommer oder Xherdan Shaqiri. Wenn es so weiter geht, darf träumen erlaubt sein.