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Hazard von Chelsea: Das 130-Millionen-Schnäppchen

Wenn der FC Liverpool heute (17.30) den FC Chelsea empfängt, geht es für beide Teams um viel. Einer, der dieses Spiel entscheiden könnte, ist der umworbene Gästestürmer Eden Hazard.
Carsten Meyer
Chelseas Eden Hazard diskutiert mit Trainer Maurizio Sarri. (Bild: Tim Ireland/AP (London, 24. Februar 2019))

Chelseas Eden Hazard diskutiert mit Trainer Maurizio Sarri. (Bild: Tim Ireland/AP (London, 24. Februar 2019))

Jürgen Klopp ist nun schon seit fast vier Jahren Trainer des FC Liverpool. Natürlich hat er in dieser Zeit viele Gespräche mit den Anhängern seiner Mannschaft geführt. Und ein bisschen hat er da auch immer eine gewisse Sehnsucht herausgehört. Sehnsucht und Verzweiflung. «Einige von unseren Fans», hat er festgestellt, «wären bereit, für die Meisterschaft aus dem 16. Stock zu springen.»

In der Vergangenheit war das meist ein recht ungefährliches Angebot, die Reds warten immerhin schon seit 29 Jahren auf den Titelgewinn.

Doch selten waren sie so nahe dran wie in dieser Spielzeit. Fünf Spieltage vor Schluss grüsst Liverpool von der Tabellenspitze. Mit zwei Punkten und einem Spiel mehr als Verfolger Manchester City. Man muss keinen Doktor in Mathematik besitzen, um herauszufinden: Das ist ein enges Rennen, in dem sich die Liverpooler besser keinen Ausrutscher mehr erlauben sollten. Und die vermeintlich grösste Gefahr droht vom heutigen Konkurrenten, Chelsea ist Liverpools letzter Gegner aus den Top 6 der Tabelle. Danach geht es noch gegen Cardiff (a), Huddersfield (h), Newcastle (a) und Wolverhampton (h) – was selbst Berufspessimisten für ein lösbares Programm halten.

Doch zuvor wartet das Team der Stunde auf Liverpool. Chelsea hat von seinen letzten zehn Pflichtspielen nur ein einziges verloren und sich im Kampf um die Champions-League-Plätze in eine komfortable Situation gebracht. Zu verdanken hat dies der Tabellendritte nicht zuletzt seinem belgischen Flügelflitzer Eden Hazard. Der 28-Jährige befindet sich ganz unzweifelhaft in der Form seines Lebens, was alleine der Blick auf die Statistik beweist: Mit 16 Toren und zwölf Vorlagen führt er die Skorerliste der Premier League an. Die gegnerischen Trainer und Verteidiger zerbrechen sich reihenweise den Kopf darüber, wie sie Hazard stoppen könnten. Aber noch haben sie nichts gefunden, was auch nur annähernd im Einklang mit den Regeln stünde.

Letzte Woche verzweifelte die Defensivreihe von West Ham United an Tempo und Technik des Belgiers. Mit 2:0 gewann Chelsea, beide Tore erzielte Hazard. Als Trainer Maurizio Sarri danach in die Medienkonferenz kam, musste er feststellen, dass tiefschürfende Analysen zum Spiel auf wenig Interesse stiessen. Die versammelte Reporterschaft wollte vor allem über Hazard sprechen. «Ein wundervolles Spiel von ihm», schwärmte Sarri – ehe er ausführlich in die Tiefen des Transfermarktes eintauchte.

Der Grund: Hazard liebäugelt mit einem Wechsel zu Real Madrid. Dort steht seit kurzem wieder sein grosses Idol Zinedine Zi­dane an der Seitenlinie, über den der Flügelspieler mal gesagt hat: «Unter ihm zu spielen, wäre ein Traum.»

Trainer Sarri: «Das ist zu billig»

Zidane wäre ihm bei der Erfüllung nur zu gerne behilflich, er schätzt Hazards Fähigkeiten sehr. So sehr, dass die Spanier wohl bereit wären, Chelseas Kontostand bei einem Wechsel um 100 Millionen Pfund (zirka 130 Millionen Franken) zu erhöhen – was Sarri übrigens für eine Art Schnäppchen hält. «Das ist zu billig in diesem Markt», findet er wenig erfreut, «das zeigen die Preise in den letzten Transfer­perioden.» Und: «Es wird schwierig, für dieses Geld einen vergleichbaren Ersatz für ihn zu finden.» Deshalb empfindet Sarri auch keinerlei Sympathien für das Vorhaben, Hazard nach Madrid ziehen zu lassen. Er ahnt aber auch, dass sich weitere ­Diskussionen darüber erübrigen: «Wenn Eden eine neue Er­fahrung machen will, wird es schwierig, ihn zu halten. Wir müssen seine Entscheidung respektieren.»

Doch zuvor soll der 28-Jährige den Londoner Club noch in die Champions League schiessen. Es geht in dem Spiel heute also um eine ganze Menge. Für beide Teams.

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