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Das Bollwerk Federer hält

Roger Federer bleibt in Wimbledon auch in der 3. Runde gegen den Deutschen Jan-Lennard Struff ungefährdet. Er trifft im Achtelfinal auf den Franzosen Adrian Mannarino – und ist gewarnt.
Jörg Allmeroth, Wimbledon
Roger Federer: «Ich bin sehr zufrieden mit dieser ersten Woche.» (Bild: Ben Curtis/AP (London, 6. Juli 2018)

Roger Federer: «Ich bin sehr zufrieden mit dieser ersten Woche.» (Bild: Ben Curtis/AP (London, 6. Juli 2018)

Jan-Lennard Struff (ATP 64) hatte es vor seinem Centre-Court-Rendezvous mit Roger Federer noch einmal in aller Deutlichkeit gesagt. Gleich nachdem er die Auslosung für das Wimbledon-Turnier gesehen habe, sei da nur ein Wunsch gewesen: dieses Spiel zu erreichen, das Centre-Court-Treffen mit dem legendären achtmaligen Champion. Struff ist ­keine Ausnahme, für fast alle, die Federer früher oder später auf dem Tennis-Grün im Londoner Südwesten begegnen, ist es das Match ihres Lebens. Eine Erinnerung, die bleibt, ganz egal, wie das Match auch ausgeht.

Gerade deshalb sind Federers Ausdauerleistungen immer wieder verblüffend, seine Hartnäckigkeit, seine Siegesmentalität. Aufs Neue steht der vierfache ­Familienvater in der zweiten, alles entscheidenden Woche. Nach seinem 6:3, 7:5, 6:2-Sieg gegen den wackeren Struff trifft er am Montag im Achtelfinal auf den als Nummer 22 gesetzten Franzosen Adrian Mannarino. Man muss kein grosser Prophet sein, um vorherzusagen, dass Federer bei diesem Turnier wieder um den Titel mitspielen wird, dass er die Chance hat, kurz vor seinem 37. Geburtstag in einem Monat zum neunten Mal den begehrtesten Pokal der Tenniswelt zu holen.

In jeder Partie unter massivem Druck

«Ich bin sehr zufrieden mit dieser ersten Woche», sagte Federer nach dem 175. Karrieresieg im 200. Spiel auf Rasen. «Ich bin es gewohnt, hier auch gegen die starken Aufschläger wie Struff zu spielen. Deshalb bleibe ich ruhig, auch wenn es schwer ist, einen Rhythmus zu finden.» Manna­rino sei ein «unbequemer Gegner», so Federer. «Er mag Rasen. Aber er hat mich letzten Herbst auch daheim in Basel in Schwierigkeiten gebracht. Da war ich knapp davor, das Match zu verlieren. Ich bin gewarnt.»

Viele Favoriten und Favoritinnen sind schon gestrauchelt bei diesem 50. Wimbledon-Turnier der professionellen Tennisepoche; in der Damenkonkurrenz sind sogar nur zwei der zehn topgesetzten Spielerinnen im Pokalkampf verblieben. Aber das Bollwerk Federer hält. Obwohl der Maestro in jeder Partie unter massivem Druck eines Gegners steht, dem der grösste Preis seiner Karriere winkt – ein Triumph gegen den Rekordchampion, gegen den 20-maligen Grand-Slam-Gewinner. Auch Struff ging seine Mission eines Überraschungscoups zuweilen mit forschem, frechem Spiel an, im zweiten Satz stand er kurz davor, Federer in einen Tiebreak zu zwingen. Aber Federer hat den meisten Gegnern ein unschätzbares Plus voraus – die Erfahrung, alle möglichen und unmöglichen Situationen schon erlebt zu haben.

Er ist deshalb auch nicht zufällig der Meister der Big Points. Denn die Nervenkraft, in den zugespitzten Momenten zulegen zu können, hat sich der Maestro über viele Jahre und Dutzende Spiele hart erarbeitet. In den letzten Jahren stand er meist auf dem Centre Court im Einsatz – einem Schauplatz, der inspirieren, aber auch einschüchtern kann. Auch Struff merkte man eine gewisse Befangenheit an, zu Beginn, dann in der Endphase des zweiten Satzes. Er verkaufte sich teuer, aber es reichte nicht gegen F­ederers Klasse und Erfahrung.

Im dritten Satz spielte Federer das Match routiniert über die Zielgeraden, geriet nur bei der 3:2-Führung und eigenem Aufschlag noch einmal vorübergehend in Schwierigkeiten. Aber allzu viel Energie verschwendete er nicht in dieser Partie, die er mit einem Ass zum 6:2 beschloss. Federer weiss, dass jeder Grand Slam immer auch ein Steigerungslauf ist. In der ersten Woche gilt es, im Turnier zu bleiben, Kräfte aufzubewahren. In der zweiten Woche gilt es, die Bestform zu finden, ans ­Limit zu kommen. Oft genug ist ihm das meisterlich gelungen.

Die Ostschweizerin Belinda Bencic spielt ihre Drittrundenpartie gegen die als Nummer 27 gesetzte Spanierin Carla Suarez Navarro am Samstag um zirka 14 Uhr Schweizer Zeit.

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