Favre angezählt, Bayern und Leipzig trennen sich torlos – Inter dreht das Derby: Das Fussballwochenende

Während Dortmund und Leverkusen ein Sieben-Tore-Spektakel abliefern, treffen Bayern München und RB Leipzig das Tor nicht. In der Super League bleibt an der Tabellenspitze derweil alles gleich. Und in Portugal muss Haris Seferovic unten durch.

Alessandro Crippa und Renato Schatz
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Favre und Dortmund verlieren Sieben-Tore-Spektakel

Lucien Favre macht nach der 3:4-Niederlage in Leverkusen ein langes Gesicht.

Lucien Favre macht nach der 3:4-Niederlage in Leverkusen ein langes Gesicht.

Bild: Keystone

In keiner anderen Spitzenliga fallen so viele Tore wie in der Bundesliga. 3,26 sind es durchschnittlich. In Spanien, wo vermeintlich die Hochkultur des Fussballs praktiziert wird, werden pro Partie nur 2,50 Treffer erzielt. Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund bestätigten den Trend, sieben Treffer waren zu bestaunen.

Weil der BVB zwar vorzüglich angriff, jedoch desaströs verteidigte, schoss die Werkself ein Tor mehr. Und das, obwohl Dortmund bis zur 80. Spielminute durch teils sehenswerte Treffer mit 3:2 führte. Leon Bailey und Lars Bender drehten das Spiel noch. Lucien Favre dürfte von diesen kurzweiligen 90 Minuten nicht so amüsiert gewesen sein wie der neutrale Beobachter, der bestens unterhalten wurde. Der Boulevard zählt den Schweizer Trainer – wenig überraschend – abermals an.

Keine Tore im Spitzenspiel – die Bayern bleiben Leader

Viel Kampf und viel Einsatz beim Spitzenspiel: Tyler Adams (links, Leipzig) und Thiago Alcantara balgen sich um den Ball.

Viel Kampf und viel Einsatz beim Spitzenspiel: Tyler Adams (links, Leipzig) und Thiago Alcantara balgen sich um den Ball.

Bild: Keystone

Viel Kampf, aber keine Tore im Spitzenspiel zwischen Bayern und Leipzig. Es war ein Duell mit zwei höchst unterschiedlichen Halbzeiten. Der FC Bayern dominierte den ersten Durchgang. In den ersten 20 Minuten kam nur gut jeder zweite Leipziger Pass beim Mitspieler an. Entsprechend kurz waren die Ballbesitzphasen der Gäste. Die Münchner spielten klug und erarbeiteten sich mehrere Chancen. Sie vergassen lediglich, Tore zu schiessen.

Nach dem Seitenwechsel wurde RB besser. Marcel Sabitzer und Timo Werner vergaben aus bester Position. Als Robert Lewandowski im Sechzehner regelwidrig vom Ball getrennt wurde, schien der Widerstand der Ostdeutschen gebrochen. Doch der Video Assistant Referee in Köln meldete sich. Der Pole stand im Abseits, sodass Schiedsrichter Marco Fritz den Strafstoss zurücknahm. Zehn Minuten vor Schluss vergab Leon Goretzka den Matchball für die Münchner.

Werder tief im Tabellenkeller, kein Derby in Gladbach

Glücklich sieht er nicht aus: Florian Kohfeldt, Trainer bei Werder Bremen.

Glücklich sieht er nicht aus: Florian Kohfeldt, Trainer bei Werder Bremen.

Bild: Keystone

In den hinteren Regionen der Bundesliga-Tabelle tummelt sich derzeit Werder Bremen. Das Team aus dem Norden unterliegt Aufsteiger Union Berlin mit dem Schweizer Trainer Urs Fischer mit 0:2. Es ist bereits die fünfte Heimniederlage in Folge, doch Werders Trainer Florian Kohfeldt will sein Amt nicht niederlegen.

«Es ist ein komisches Gefühl, wenn man für ein Derby Spannung aufbaut und es dann abgesagt wird.» Die Aussage stammt von Gladbach-Trainer Marco Rose. Das Rheinische Derby zwischen Gladbach und Köln musste aufgrund des Sturmtiefs «Sabine» abgesagt werden.

Basler Psychologie und knapper St. Galler Sieg

Der FC Basel ist wieder in der Spur – und wie. Er gewinnt beim FC Zürich gleich mit 4:0. Dabei schiesst er die ersten beiden Tore zu «psychologisch wichtigen Zeitpunkten». Nach zwölf Sekunden trifft Fabian Frei zur Führung, just vor dem Pausenpfiff erhöht Valentin Stocker sehenswert. Für den Endstand ist ebenfalls Fabian Frei mit seinen Toren zwei und drei besorgt. Der FCZ hat beim 0:4 im heimischen Stadion nicht viel zu bestellen.

Drei Tore von Fabian Frei bescheren den ersten Basler Sieg im Jahr 2020.

Drei Tore von Fabian Frei bescheren den ersten Basler Sieg im Jahr 2020.

Bild: Keystone

Im eigenen Stadion siegreich war St. Gallen, das nach dem 1:0 gegen Servette wieder Leader ist. Am Samstag hatte YB mit dem gleichen Resultat gegen Sion vorgelegt und vorübergehend die Spitze übernommen. Cedric Itten schoss in der Ostschweiz das einzige Tor. Er traf nach 38 Minuten via Innenpfosten. In der zweiten Halbzeit avancierte FCSG-Goalie Lawrence Ati Zigi mit mehreren Paraden zum Matchwinner.

Inter dreht das Mailänder Derby

Zlatan Ibrahimovic kann es noch. Das Toreschiessen hat der Altstar nicht verlernt. Im Mailänder Derby brilliert er im Dress der AC Milan gegen Inter. In der ersten Halbzeit liefert er zuerst die Vorlage für Rebics Führungstreffer, fünf Minuten später netzt er quasi mit dem Pausenpfiff selbst ein. Damit ist er der älteste Torschütze in einem Mailänder Derby überhaupt. Kein Wunder, er ist doch schon 38 Jahre alt.

Doch Inter dreht das Spiel nach der Pause. Innert zwei Minuten führen Brozovic und Vecino den Ausgleich herbei, de Vrij bringt die Blau-Schwarzen nach 70 Minuten in Front. In der Nachspielzeit macht Lukaku den Deckel mit dem 4:2 endgültig drauf. Inter führt das Klassement der Serie A nun wieder an, da Juventus bei Hellas Verona mit 1:2 unterlag. 

Seferovic verliert – Rodriguez brilliert

Im Topspiel in Portugal sichert sich Porto gegen Leader Benfica einen spektakulären 3:2-Sieg. In der ersten Halbzeit fallen bereits vier Tore. Haris Seferovic kommt während den letzten 25 Minuten zum Einsatz und kann die Niederlage nicht mehr abwenden.

Besser lief es Ricardo Rodriguez beim PSV Eindhoven. Er gab sein Debüt in der Startelf und wurde beim 3:0-Sieg gegen Willems II zum Spieler der Partie gekürt.

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