Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

«Das Luzerner Leichtathletik-Publikum will die Schweizer Stars»

Nach dem aufregenden Luzerner Leichtathletik-Meeting zieht OK-Präsident Karl Vogler Bilanz.
Interview Turi Bucher
Julien Wanders (Nummer 266) beim 3000-Meter-Lauf am Luzerner Meeting. (Bild: Pius Amrein (9. Juli 2019))

Julien Wanders (Nummer 266) beim 3000-Meter-Lauf am Luzerner Meeting. (Bild: Pius Amrein (9. Juli 2019))

Es gab mit mehr als 7500 Besuchern einen Luzerner Zuschauerrekord. Andererseits konnte man auf der Tribüne die eine oder andere Stimme vernehmen, die meinte, das Athletenfeld sei in sportlicher Hinsicht auch schon attraktiver gewesen. Was entgegnen Sie denen?

OK-Präsident Karl Vogler. (Bild: Philipp Schmidli)

OK-Präsident Karl Vogler. (Bild: Philipp Schmidli)

Karl Vogler: Wir hatten in Luzern mit Ausnahme von Lea Sprunger die absolute Schweizer Spitze am Start. Das zieht beim Publikum. Die Besucher kommen vor allem, um die Schweizer Stars zu sehen. Ein Beispiel: Wir hatten mit der Jamaikanerin Janeek Brown die aktuell schnellste Hürdensprinterin der Welt am Start, aber das wird viel weniger wahrgenommen. Und was die Verpflichtung von internationalen Athleten betrifft, müssen wir sowieso immer hinter den ganz grossen Meetings anstehen.

Wie können Sie die Athleten für Luzern begeistern? Was spricht für Luzern?

Alle Athleten sagen, dass sie nirgendwo anders so behandelt werden wie in Luzern. Die familiäre Gastfreundschaft ist unsere Stärke. Die Athleten lieben zudem die Nähe zum Publikum. Und sie bummeln locker durch die Stadt Luzern, können selber erleben, wieso Luzern als Touristenort weltweit bekannt ist.

Das Hürdensprint-Super­talent Daniel Roberts aus den USA, der aktuell Zweitbeste der Welt, hatte sich am Montag auf dem Bürgenstock noch sympathisch den Medien präsentiert.
Am Dienstag fehlte er aber am Start. Was ist ­passiert?

Daniel Roberts spürte plötzlich eine Verhärtung im Oberschenkel. Er wollte trotzdem starten, aber sein Manager untersagte es ihm im Hinblick auf die US-Trials. Die finden noch in diesem Monat statt, wobei sich nur die besten drei Amerikaner für die Weltmeisterschaft qualifizieren können.

Ihr persönliches Highlight vom diesjährigen Meeting?

Beispielsweise der Wettbewerb der Speerwerferinnen. Dass der Speer bei den Frauen über 67 m weit fliegt, gibt es nicht alle Tage. Die 67,70 m der Aus­tralierin Kelsey-Lee Barber sind bis auf zwei Zentimeter auf die Jahresweltbestleistung der Chinesin Hui-hui Lyu herangekommen (der Schweizer Rekord der Luzernerin Géraldine Ruckstuhl liegt bei 58,31 m; Anm. d. Red.). Aber auch die Leistung von Julien Wanders über die 3000-m-Strecke hat mich beeindruckt. Er hat den Schweizer Rekord nur um zwei Sekunden verpasst. Der Genfer ist in meinen Augen das grösste Talent der Schweizer Leichtathletik-Szene. Als Langstreckenläufer steht der 23-Jährige erst am Anfang der Karriere.

Vom Langstreckenlauf zum Sprint: Alex Wilson brach seinen 100-m-Lauf nach wenigen Metern ab und wurde über 200 m Letzter. Sind Sie enttäuscht?

Alex Wilson ist ein eigenwilliger Sportler, eine Wundertüte. Top und Flop liegen bei ihm oft sehr nahe beieinander.

Das Budget für das Meeting war letztes Jahr auf 750'000 Franken angesetzt. Dieses Jahr waren es 50'000 Franken weniger. Muss Leichtathletik Luzern in Zukunft kleinere Brötchen backen?

Nein, das Budget wird auch für das Jahr 2020 in diesem Rahmen bleiben, zwischen 700'000 und 750'000 Franken.

Wenn Sie sich einen Athleten für das Luzerner Meeting vom nächsten Jahr ­wünschen dürften: Wer soll kommen?

Ein US-Sprintstar wie Justin Gatlin oder Noah Lyles, das würde mir gefallen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.