Das sagen Koller, Zeidler und Janko

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Expertenmeinung Marcel Koller war bis November 2017 während sechs Jahren Nationaltrainer ­Österreichs, führte sein Team an die EM 2016 und kennt den Fussball in unserem Nachbarland perfekt. «Vor 15 Jahren ­lagen die Österreicher noch klar hinter uns Schweizern. Doch dann begannen sie ­systematisch zu arbeiten und bringen seither viele gute junge Spieler heraus», sagt der 59-Jährige, der aktuell den FC Basel trainiert. Es wäre aber zu krass zu sagen, Österreich habe der Schweiz den Rang abge­laufen. «Salzburg hat finanziell andere Möglichkeiten und ­bildet hoch talentierte Spieler aus, die dann teuer weiterverkauft werden. Das ist sein Weg», sagt Koller. «Inzwischen sind Österreicher im Ausland sehr begehrt.»

Der heutige St.Galler Trainer Peter Zeidler wurde im Jahr 2012 von Ralf Rangnick in die Organisation von Red Bull Salzburg geholt, arbeitete zuerst für den FC Lieferung und war dann bis Ende 2015 Cheftrainer bei den Bullen. «Was in Salzburg geschieht, ist einfach nur toll. Aber Red Bull ist ein Sonderfall», sagt Zeidler. Dass Besitzer Dietrich Mateschitz Österreicher sei und nicht zum Beispiel Appenzeller, sei halt Zufall. «Aber Chapeau, was Salzburg bei der Ausbildung leistet. Es profitiert davon, dass die Marke Red Bull überall auf der Welt, ob in Japan oder ­Afrika, ein Begriff ist.» Dennoch sei Salzburg keine Fussballstadt. Und weiterhin würde man die Schweiz um Klubs wie Basel und YB beneiden.

Marc Janko war Captain von Österreichs Nationalmannschaft. Er hat in Salzburg den Beginn der Red-Bull-Ära miterlebt und später für Basel und Lugano gespielt. Der 36-Jährige sagt: «Im Fussball gibt es immer Phasen. Österreich hat derzeit eine gute, nachdem der ehe­malige Verbands-Sportdirektor Willi Rutten­steiner für neue Strukturen gesorgt hat.» Salzburg ziehe mittlerweile die ­besten Talente an. Diese kämen gar lieber hierher als zum FC Bayern. «Daraus zu schliessen, wir hätten die Schweiz überholt, sie könne von uns lernen, wäre anmassend», sagt Janko. (br)