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Das sagt Federer nach seinem zehnten Titel in Basel: «Wenn ich weine, kann ich mich später besser zurückerinnern»

Roger Federer zeigt sich nach seinem zehnten Turniersieg in Basel gelöst und zufrieden. Weil er seine Spiele derart im Griff hatte, konnte er es sich auch mal erlauben, seinen Kopf «wandern zu lassen».
Simon Leser
Roger Federer musste bei der Pokalübergabe weinen. (Bild: Freshfocus)

Roger Federer musste bei der Pokalübergabe weinen. (Bild: Freshfocus)

«Der zehnte Turniersieg ist eine riesige Genugtuung. Es war ein unglaubliches Turnier für mich. Ich bin von Anfang bis Schluss durch das Turnier gerannt und habe mich stets wohl gefühlt. Ich bin immer gut in meine Spiele gestiegen und habe eigentlich nie wirklich Mühe bekundet. Deswegen konnte ich es vielleicht sogar noch mehr geniessen, weil ich nicht mit Kampf und Krampf gewann, wie das in Basel schon häufig der Fall war. Ich weiss, dass die Zuschauer das teilweise auch gerne haben, aber schlussendlich zählt der Sieg. Den spielte ich in diesem Jahr souverän heraus. Es hat wirklich viel gepasst. Ich konnte jedes Spiel geniessen und das Publikum voll spüren. Während meiner Spiele lies sich ich meinen Kopf auch mal wandern und habe mir gesagt, was ich für ein Privileg habe, damit ich das alles immer wieder erleben darf. Ich hatte in den letzten Jahren das Gefühl, dass es in Basel nicht mehr funktionieren würde. Deshalb ist es umso schöner, dass die Woche derart perfekt war.»

Federer über den Grund seiner Tränen bei der Rede:

«Es gibt viele kleine Momente, die meine Tränen auslösen können. Das kann nach dem Matchball, beim Warten vor der Siegerehrung, während der Zeremonie oder bei der Rede sein. Ich kann es nicht kontrollieren. Klar versuche ich es zurückzuhalten. Aber es ist mir wichtig, dass ich meinen Emotionen bis zu einem gewissen Grad freien Lauf lasse. Die Siege bedeuten mir so noch viel mehr. Ich kann mich dann später viel besser an die Momente zurückbesinnen. Zehn Titel in Basel hätte ich nie für möglich gehalten. Wenn so etwas Tatsache wird, kommt auch mal die ganze Fassade runter. Am Anfang war mir das unangenehm, aber die Tränen gehören jetzt zu meiner Karriere. Andere Spieler sind in dieser Hinsicht vielleicht nicht härter, aber anders. Ich verstelle mich nicht oder löse die Tränen gar extra aus. Es ist einfach so, wie es kommt.»

Federer über seine Erwartungen an sich selbst:

«Ich habe hohe Erwartungen an mich. Ich will gut und schön spielen. Aber es funktioniert nicht auf Knopfdruck, es ist nicht einfach. Es gibt viele gute Spieler, die Margen sind extrem klein. Tennis wird nicht einfacher. Deswegen frage ich mich nach Niederlagen wie in Cincinnati, an den US Open oder in Shanghai, ob das jeweils der Anfang von etwas anderem ist. Das weiss ich nie. Leute vergessen, wie einfach das Selbstvertrauen verschwinden kann. Gleichzeitig kommt es auch schnell wieder zurück. Jetzt gerade habe ich das Gefühl, ich könnte Bäume ausreissen. Aber das kann sich schlagartig verändern. Ich muss es geniessen, wenn es so ist. Es überrascht mich immer wieder, wenn es wieder gut kommt. Ich erwarte immer, dass es mal nicht läuft, der Gegner einfach besser ist und ich es nicht erklären kann. Vielleicht ist das dann die neue Situation. Zum Glück ist diese bisher nie richtig eingetreten.»

Federer darüber, ob er nächste Woche in Paris antritt:

«Das Ziel ist - nachdem ich in diesem Jahr teilweise einen steifen Rücken hatte - dass ich hundertprozentig fit nach London an die Finals reise. Ich muss mich zusammen mit meiner Mannschaft fragen, ob ich noch Ziele betreffend der Rangliste in diesem und im nächsten Jahr habe. Man kann aber auch sagen, dass es eh egal ist, wenn man nicht die Nummer 1 ist. Ich muss mir alles durch den Kopf gehen lassen. Wenn ich hundertprozentig fit bin in London und nicht gewinne, ist das ok, weil ich alles in die Waagschale geworfen habe. Ich fühle mich aber derzeit gut. Zudem liegt mir das Hallentennis sehr. Ich weiss noch nicht, ob Paris zu viel wäre oder nicht.»

Über den Rekord von 109 Turniersiegen von Jimmy Connors:

«Ob 98 oder 103 Turniersiege, vom Gefühl her bin ich in etwa gleich weit entfernt vom Rekord. Ich plane morgen - wenn ich mich mit meinem Team zusammensetze - nicht, wie ich am meisten Turniertitel holen kann. Priorität hat die Gesundheit und die Familie. Alles wird dem untergeordnet. Wenn der Rekord passiert, dann passiert er. Wenn nicht, ist es auch okay. Aber klar, ich würde mich riesig freuen, wenn ich den Rekord egalisieren könnte. Deshalb werde ich aber nicht länger auf der Tour bleiben. Es ist aber sicherlich schön, dass ich einen Schritt näher kam.»

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