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Das Stadion neben dem Stadion

In allen WM-Städten gibt es Public Viewings. Das grösste befindet sich in Moskau und bietet bis zu 25000 Zuschauern Platz. Für Fans aus der ganzen Welt wird es zur Ersatzarena.
Raphael Gutzwiller, Moskau
Als der Gastgeber Russland im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay spielte, füllte sich in Moskau das Public-Viewing-Areal bis auf den letzten Platz. (Bild: Maxim Shipenkow/EPA)

Als der Gastgeber Russland im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay spielte, füllte sich in Moskau das Public-Viewing-Areal bis auf den letzten Platz. (Bild: Maxim Shipenkow/EPA)

Am Schluss lagen sie sich in den Armen: die zahlreich in Gelb gekleideten Kolumbianer. «Colombia, Colombia, Colombia», hallte es über den riesigen Platz. Das Team der Kolumbianer hatten sich durch einen 1:0-Sieg gegen Senegal für den Achtelfinal qualifiziert. Wie in Samara fielen sich in Moskau kolumbianische Fans in die Arme und jubelten über den Sieg. «Eigentlich hätte ich sogar ein Ticket für das Spiel gehabt», erklärt Mauricio (33). «Aber das Problem war, dass ich kein Flugticket mehr erhielt.» Das Spiel seines Teams gegen Senegal fand im weit entfernten Samara statt. «Mit dem Auto wären es 14 Stunden gewesen, das kam für mich nicht in Frage», erklärt Mauricio. Noch in der Pause war er sich nicht sicher, ob es zu einem nächsten Spiel kommen werde. «Ich habe die vorherigen beiden Spiele live gesehen, natürlich hoffe ich, dass noch ein weiters dazukommt.»

Kolumbianer zahlreich im Public Viewing

Statt im Stadion feiert Mauricio zusammen mit seinen Freunden im grössten Public Viewing Russlands. Offiziell heisst es «Fifa-Fan-Fest», der Weltfussballverband organisiert dies seit der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland jeweils in allen WM-Austragungsstädten. Das Fest in Moskau befindet sich zwischen der Universität und dem Finalstadion Luschniki auf dem Hügel Voro­byory Gory und bietet bis zu 25000 Menschen Platz. «Natürlich ist die Stimmung hier nicht ganz so gut wie im Stadion. Mir gefällt es aber trotzdem», sagt Mauricio. «Es freut mich natürlich vor allem sehr, dass so viele Kolumbianer hier sind.»

Im grossen Fifa-Fan-Fest ­finden sich neben diversen riesigen Leinwänden, Essenständen, einem Fanshop auch Töggelikästen und weitere Spielstände. An diesem Nachmittag wähnt man sich jedoch nicht überall auf dem Gelände in einer Public-Viewing-Umgebung, teilweise gleicht es eher einem Park. Fussballfans aus der ganzen Welt und viele Einheimische bleiben am Boden sitzen, schauen eher gelangweilt als interessiert auf die Bildschirme, einige legen sich sogar auf den Boden und schliessen kurz die Augen. Es ist heiss in Moskau, die Sonne brennt vom Himmel, die Sonnenplätze sind unbeliebt.

So finden sich nur im Schatten vor dem grössten Screen, bei dem sich im Hintergrund die optisch beeindruckende Lomonossow-Universität befindet, eine fussballtypische Stimmung. Immer wieder werden «Colombia»-Sprechchöre angestimmt. Die neutralen Zuschauer knipsen fleissig Bilder von und mit den ganz in Gelb gekleideten Kolumbianern, am Schluss gibt es noch ein Jubelfilmchen.

Am Sonntag soll sich der Platz wieder füllen

In deutlicher Unterzahl befinden sich dagegen die Senegalesen, darunter ist der 26-jährige Idrissa. Er hat sich in eine Senegal-Fahne gehüllt, steht in der bratenden Sonne. Auch er hat sich zusammen mit seinen Freunden gegen die lange Reise nach Samara entschieden. «Wir sind dann im Achtelfinal wieder dabei», sagt er lachend in der Pause. Dazu sollte es nicht kommen, weil Kolumbien das Spiel gewinnt und Japan im Parallelspiel weniger Karten als Senegal holt.

Zum Jubel setzen dagegen die Kolumbianer an, während wenig später eine russische Band auf die Bühne tritt und den Platz in eine Partyhütte verwandelt. Deshalb ist die 30-jährige Moskauerin Anja vor Ort: «Es ist hier eine riesige Party, mit Menschen aus der ganzen Welt. Das macht Spass. Noch schöner wird es aber am Sonntag.» Dann spielt das Heimteam Russland im Achtelfinal gegen Spanien, gleich nebenan im Luschniki-Stadion. Spätestens dann wird das grösste Public Viewing wieder gefüllt sein.

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