Das Tennisfieber grassiert

Mein Thema

Albert Krütli, Sportredaktor
Drucken
Teilen

Die Kälte hat uns mit dauernden Minustemperaturen bereits während längerer Zeit voll im Griff. Und so erstaunt es denn auch nicht, dass sich viele Menschen mit der leidigen Grippe herumschlagen. Die Symptome sind ziemlich unangenehm: Husten, Kopfweh, Gliederschmerzen und Fieber. Glücklich kann sich deshalb schätzen, wer sich in wärmeren Gefilden aufhält. Wie zum Beispiel unsere beiden Tennisstars Roger Federer und Stan Wawrinka, die bei den Australian Open in Melbourne wieder einmal ein ganz anderes Fieber entfacht haben – und zwar ein mehr oder weniger angenehmes.

Klar ist allerdings, dass auch dieses Fieber ansteckend ist. Und zudem hat es nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen. Davon sind vor allem die Nerven der Fans von Federer und Wawrinka betroffen, die wohl auch heute bei den Viertelfinals der beiden Schweizer Ausnahmekönner wieder auf eine ganz harte Probe gestellt werden. Es ist in erster Linie das Verdienst von Wawrinka, der in seinem Spiel nicht die Konstanz von Federer erreicht und damit seine Anhänger immer und immer wieder fast zur Verzweiflung bringt. In Melbourne belohnte der Romand seine Anhänger bei den ersten vier Auftritten immerhin mit vier Siegen.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann hat Wawrinka seine Partie gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (Spielbeginn 5 Uhr) vielleicht bereits beendet. Federers Viertelfinal gegen den Deutschen Mischa Zverev ist auf 9 Uhr angesetzt. Das bringt vor allem die Berufstätigen in Schwierigkeiten, die aber dank dem Internet nicht in die Röhre schauen müssen. Ja, sie werden derart konzentriert auf ihren Bildschirm starren wie an kaum einem anderen Tag. Man muss eben Prioritäten setzen ...

Sollten Roger Federer und Stan Wawrinka erneut triumphieren, dann würden die zwei Freunde im Halbfinal aufeinandertreffen. Schade, aber damit wäre immerhin garantiert, dass am Sonntag in Melbourne ein Schweizer Spieler im Final der Australian Open steht. Doch so weit sind wir noch längst nicht. Zuvor werden die Nerven nochmals gewaltig strapaziert. Und Prognosen sind bei diesem ersten Grand-Slam-Turnier der Saison eh ein Glücksspiel. Fest steht allerdings: Gewinnen Federer und Wawrinka tatsächlich wieder, dann kennt die Tennisfieber-Kurve in der Schweiz wohl keine Grenzen mehr.

Albert Krütli, Sportredaktor

albert.kruetli@ luzernerzeitung.ch