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Das Unerwartete wird tatsächlich wahr: Roger Federer gewinnt zum zehnten Mal in Basel

Roger Federer selber hat nie gedacht, dass es eines Tages soweit kommen konnte. Auch in dieser Woche zweifelte er, doch am Ende gewann er in einer noch nie dagewesenen Souveränität zum zehnten Mal sein Heimturnier. Klar, dass da bei der Siegerehrung die Tränen kommen.
Jakob Weber

Zum Ende seiner Siegesrede verschlägt es Roger Federer dann doch noch die Sprache. «Ich hätte niemals gedacht, dass ich hier zehnmal gewinnen kann. Ich dachte nicht, dass ich überhaupt nochmal in Basel gewinne. Darum ist es ganz, ganz speziell», sagt er noch. Dann kommen die Tränen. Das Publikum applaudiert besonders laut, als hätte es darauf gewartet, dass Federer menschliche Züge zeigt. Denn während dem Final ist davon nicht allzu viel zu sehen.

In nur 1:08 Stunden besiegt Federer den 20-jährigen Australier Alex de Minaur mit 6:2, 6:2. Sein Gegner kommt im gesamten Spiel zu keiner einzigen Breakchance. Weil Federer de Minaur gleich viermal den Aufschlag abnimmt, ist das Verdikt am Ende eindeutig. In seinem 15. Final in Basel geht Federer damit zum zehnten Mal als Sieger vom Platz. «Ich hoffte, Roger hätte genug gehabt, hier zu gewinnen. Aber nichts da, er war wieder einmal zu gut», sagt de Minaur nach dem Spiel.

So schnell und so souverän wie noch nie in Basel

Schneller als 2019 kam Federer noch nie zu einem Turniersieg. «Ich bin von Anfang bis zum Schluss durchs Turnier gesprintet. Das ist schon eine enorme Genugtuung, denn in Basel war es auch schon oft Krampf und Kampf», sagt Federer nach dem Spiel. Weil er nie Mühe hatte, konnte der 38-Jährige das Turnier nach eigener Aussage diesmal viel mehr geniessen. «Ich konnte das Publikum voll spüren und musste mich im Kopf nicht nur auf den Match fokussieren», sagt er.

Insgesamt stand Federer nur 260 Minuten auf dem Court, pro Match im Schnitt 1:05 Stunden. Dieser Rekord ist zum einen der verletzungsbedingten Absage von Stan Wawrinka im Viertelfinal zu verdanken. Zum Anderen aber auch den unglaublich souveränen Auftritten der Schweizer Nummer 1. «Ich weiss nicht, ob es das beste Level war, dass ich jemals hier in Basel gespielt habe, aber es war teilweise schon fantastisch», sagt Federer.

Nur in seinem Auftaktspiel kassiert der Schweizer ein Break. De Minaur kommt im Final nicht mal zu einer Breakmöglichkeit. Als Federer am Sonntag um kurz nach Vier seinen ersten Matchball verwandelt, reisst er beide Hände in die Höhe. Die Erleichterung ist ihm anzusehen, noch hat er aber nicht realisiert, was ihm da gelungen ist.

Aus Federers Unsicherheit wird später Unwirklichkeit

Kurz darauf wird für den Rekordsieger eine schillernde Riesen-Zehn auf den Center Court geschleppt. Neben dem Siegerpokal gibt es noch eine spezielle Ehrung, bei der Federer für seinen zehnten Sieg eine Trophäe in Form einer schwarzen Hand überreicht wird. Es regnet goldenes Konfetti, auf den Banden ist in goldenen Lettern «Roger Federer» zu lesen. Als Federer mit den Worten «Sieger und damit zum zehnten Mal Champion des Swiss Indoors Basel» aufgerufen wird, schüttelt er den Kopf. Jetzt realisiert er, dass das Unerwartete tatsächlich eingetroffen ist.

Swiss Indoors - Alle Siege von Roger Federer:

Federer hatte vor dem Turnier ein ungutes Gefühl. «Ich dachte, die Siegesserie geht dieses Jahr zu Ende», sagte er bereits vor dem Final. Doch mittlerweile ist er in Basel seit 24 Spielen in Folge ungeschlagen und eben zehnfacher Champion. «Dass man zehn Turniere am gleichen Ort gewinnt, ist unwirklich», sagt Federer.

Dieses Gefühl ist auch ein Grund für die Tränen, die der Maestro auf dem Court verdrückt. «Klar will ich das zurückhalten, aber wenn ich meinen Emotionen freien Lauf lasse, kann ich mich später besser zurückerinnern. Das ist am Anfang unangenehm, aber es gehört zu meiner Karriere. Ich verstelle mich nicht.», sagt Federer und fügt an: «Es hat mich wirklich getroffen, hier in Basel nochmals zu gewinnen.»

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