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Interview

Nidwaldner Marathon-Läuferin Patricia Gut: «Das war für mich wie ein Stromstoss»

Abbruch am Gigathlon, Rang zwei am Jungfrau-Marathon – die Stanserin Patricia Gut (36) hat bewegte Monate hinter sich.
Stephan Santschi
Nach 42,195 km und 1829 Höhenmetern im Ziel angekommen: Patricia Gut aus Stans. (Bild: PD)

Nach 42,195 km und 1829 Höhenmetern im Ziel angekommen: Patricia Gut aus Stans. (Bild: PD)

Am Jungfrau-Marathon gelang Ihnen vor kurzem mit 4:13:38-Stunden eine persönliche Bestzeit. In der Kategorie 35 plus gewannen Sie damit die Silbermedaille. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Patricia Gut: Eigentlich gut, ich stand am Jungfrau-Marathon noch nie auf dem Podest. Auch meine Bestleistung aus dem Vorjahr, damals beendete ich den Wettkampf in 4:16:15-Stunden, habe ich verbessern können. Und doch habe ich die anvisierte Zeit um die 4:05-Stunden nicht erreicht, obwohl dies möglich gewesen wäre.

Damit hätten Sie Gold geholt. Weshalb hat dies nicht geklappt? Dank der Vorbereitung auf den Gigathlon im Juni waren Sie ja in sehr guter Form, oder?

Ja, definitiv, ich war in Topform, so gut wie noch nie. Ich wollte am Jungfrau-Marathon mehr riskieren und bin unten schon ziemlich rangegangen. Wer nichts riskiert, der gewinnt auch nichts. Doch dann machten sich bei mir ziemlich früh Krämpfe bemerkbar. Es begann im Rücken, ging über den Oberschenkel und bis ins Knie. Ich hatte grosse Schmerzen und wollte in Wengen den Lauf eigentlich aufgeben.

Warum machten Sie weiter?

Weil in Wengen meine gute Seelen standen, mein Mann und meine Eltern. Ich blieb stehen, wir diskutierten kurz, und als mir mein Mann sagte, dass ich an zweiter Stelle liegen würde, fühlte sich das für mich an wie ein Stromstoss. Also machte ich weiter, trotz der Schmerzen und im Nachhinein kann ich sagen: Spannend, was man mit dem Kopf alles erreichen kann. Der zweite Rang ist für mich natürlich sensationell. Erstmals konnte ich in Interlaken an der Siegerehrung teilnehmen. Die Silbermedaille und ein schöner Hotelgutschein waren der Lohn für die Anstrengungen.

Wie erlebten Sie die äusseren Bedingungen?

Das Wetter hat nicht gestimmt, es war kühl. Am Vortag hatte es auf der kleinen Scheidegg noch geschneit. Unten in Interlaken herrschten mit etwa 12 Grad perfekte Lauftemperaturen, oben allerdings nur noch drei, vier Grad. Es war eine grosse Herausforderung.

Gross war die Herausforderung auch Ende Juni, als Sie im Raum Ob-/Nidwalden mit Armin von Rotz in der Kategorie Couple erstmals am Gigathlon teilnahmen.

An diesem Wettkampf hatte ich mental eine Weile zu knabbern. Am ersten Tag lief alles noch tipptopp, der Körper spielte voll mit. Am zweiten bekam mir aber der Wechsel vom Laufen ins Wasser nicht. Ich musste wegen Überhitzung aus dem See gefischt werden, mir war übel und ich musste erbrechen.

Hat diese Überlastung zu den Problemen am Jungfrau-Marathon geführt?

Nein. Körperlich erholte ich mich vom Gigathlon sehr gut, nur eine Woche später lief ich am Stanserhorn-Berglauf in meiner Kategorie auf den zweiten Platz. Das wäre eine Woche nach dem Jungfrau-Marathon nicht gegangen, da geht man während vier Stunden voll ans Limit.

Welche Wettkämpfe stehen nun noch an?

Ich werde nur noch am Swiss City Marathon in Luzern als Pacemaker im Halbmarathon im Einsatz stehen. Ansonsten steht die Ruhe für Kopf und Körper im Vordergrund.

Infos und Resultate unter: www.jungfrau-marathon.ch

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