DEBÜTANT: Mit viel Schmerz – aber ohne Krämpfe

Der Luzerner Samuel Frauenknecht (28) ist einer von 1477 Männern, die den Swiss City Marathon in Angriff nahmen. Für ihn eine Premiere, aber keine Derniere.

Marco Wenger
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Der 28-jährige Samuel Frauenknecht wärmt sich vor seinem ersten Marathon in der Nähe des Starts auf. (Bild Corinne Glanzmann)

Der 28-jährige Samuel Frauenknecht wärmt sich vor seinem ersten Marathon in der Nähe des Starts auf. (Bild Corinne Glanzmann)

Der erste Marathon ist für jeden Läufer etwas ganz Besonderes. Wie werde ich mich schlagen? Werde ich meinen Erwartungen gerecht? Diese und ähnliche Fragen stellt sich jeder Athlet, der die 42,195 Kilometer zum ersten Mal in Angriff nimmt.

Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
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Seit vor rund 40 Jahren ein Marathonboom entstand, schiessen jedes Jahr neue City-Marathons wie Pilze aus dem Boden. Jährlich schliessen sich Tausende neue Läufer der Bewegung an – so wie der Luzerner Samuel Frauenknecht, der gestern bei zeitweise strömendem Regen seine Marathon-Premiere erlebte. Der 28-Jährige sprang wortwörtlich ins kalte Wasser, um sich der Herausforderung Marathon zu stellen.

Die Geschichte des Marathons birgt, ganz nach griechischer Art, Stoff für Tragödien und Helden. Der erste Marathonläufer überhaupt, der Grieche Pheidippides, ein Bote, der im Jahr 409 vor Christus seinen Athenern die Nachricht über den Sieg über die Perser übermitteln sollte, soll der Legende nach so erschöpft gewesen sein, dass er am Ziel seines Laufes verstarb. Eine andere Debütantengeschichte, die nicht weniger heldenhaft, doch nicht ganz so tragisch endete und den Mythos Marathon bis heute mitprägt, spielte sich 1978 in New York ab. Als die norwegische Mittelstreckenläuferin Grete Waitz ihren ersten Marathon – notabene als Tempomacherin engagiert – in Angriff nahm, lief sie in New York völlig überraschend Weltrekord.

Gesundheit steht im Vordergrund

Samuel Frauenknecht nahm sich für seinen ersten Marathon einen Mittelweg aus Pheidippides und Waitz zum Ziel. Lebend anzukommen, sei natürlich das Minimalziel, falls möglich, wolle er unter vier Stunden bleiben, einen Weltrekord plane er aber nicht aufzustellen. Für Frauenknecht spiele vor allem der Gesundheitsaspekt eine zentrale Rolle, wird er nach der Motivation seiner Teilnahme gefragt. Etwas für die eigene Gesundheit machen, sich im Alltag fit fühlen, dies sei sein Grundgedanke gewesen. Wichtig ist eher der Weg zum Marathon als der Marathon selbst. Um die Motivation für die Trainingsläufe aber wirklich aufrechtzuerhalten, musste sich Frauenknecht ein Ziel stecken – den Swiss City Marathon. «So bin ich halt», meint der 28-Jährige. «Ich brauche ein Ziel, auf welches ich hinarbeiten kann, damit ich die Trainings auch durchziehe.» Den Marathon in Luzern hat sich der gebürtige Obwaldner aus praktischen Gründen ausgesucht. Er lebt und arbeitet in der Stadt. Deshalb stand für ihn von Anfang an fest, dass für sein Debüt nur der Swiss City Marathon in Frage kommt.

Mit dem Laufsport angefangen hat Frauenknecht erst vor eineinhalb Jahren. Seit 20 Jahren spielt er zwar regelmässig Fussball, aber Laufen ohne Ball, «das habe ich eigentlich immer gehasst», gesteht er.

Vor einem Jahr entstand dann trotzdem die Idee, einen Marathon zu laufen. Mit drei bis vier Einheiten pro Woche, zwei kürzeren und einer längeren am Wochenende, tastete er sich langsam an die Marathondistanz heran.

Angst vor der Distanz kannte er vor dem Start keine mehr. Durch Wettkämpfe mit einer Länge zwischen 10 und 20 Kilometern und Trainingsläufen von bis zu 30 Kilometern hat er die Sicherheit bekommen, einen Marathon durchstehen zu können. Der nötige Respekt blieb natürlich, denn alles, was länger als 30 Kilometer ist, bedeutete für Frauenknecht noch Neuland.

Ein warmes Bad und gutes Essen

Trotz einer kleinen Erkältung Anfang Woche ging Frauenknecht gestern zuversichtlich an den Start. Die erste der beiden zu absolvierenden Runden lief ihm entsprechend gut, «fast zu gut», wie der erschöpfte Debütant im Ziel anmerkte. Bei Kilometer 25 begegnete ihm der bei Marathonläufern so berühmte Hammermann. Frauenknecht musste etwas Tempo rausnehmen, um die Distanz durchstehen zu können. Er hatte sich zwar auf Schmerzen mental vorbereitet, doch kam es etwas schlimmer als befürchtet. «Zum Glück bekam ich keine Krämpfe, doch es war extrem hart am Ende», meinte der 28-Jährige, der im Verkehrshaus von Freundin und Vater herzlich empfangen wurde. Sein Ziel, unter vier Stunden zu bleiben, verpasste er mit einer Zeit von 4:12:55 Stunden zwar, enttäuscht darüber war er jedoch nicht.

Sein erster Marathon soll nicht der letzte gewesen sein, über zukünftige Projekte nachdenken mochte Frauenknecht so kurz nach seinem erfolgreichen Debüt aber noch nicht. Ein heisses Bad und ein gutes Abendessen sei alles, was heute noch zähle. Und so verschwand der Marathonneuling mit schmerzenden Füssen in der Masse der erfolgreich angekommenen Athleten des Swiss City Marathon 2013.