Handball NLA
Der Krienser Gino Delchiappo ist zuverlässig und hart – aber noch kein Stammspieler

Die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern sind gut unterwegs. Nun wird die Konkurrenz aber härter, am Samstag ist Suhr Aarau zu Gast.

Stephan Santschi
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Gino Delchiappo (in blau) gegen den Endinger Justin Larouche.

Gino Delchiappo (in blau) gegen den Endinger Justin Larouche.

Patrick Hürlimann (Kriens, 7. Oktober 2020)

Die Konstanz des HC Kriens-Luzern ist eindrücklich, sieben Siege hat die Mannschaft zuletzt aneinandergereiht. Zustande gekommen sind sie aber mit einer Ausnahme durchwegs gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Nun werden die Herausforderungen grösser: Am Samstag gastiert das viertklassierte Suhr Aarau in der Krauerhalle (19.30 Uhr, handballtv.ch), ehe vor der Nationalmannschaftspause am nächsten Donnerstag noch das Auswärtsspiel bei den Kadetten Schaffhausen auf dem Programm steht.

Aufgaben, die wie geschaffen sind für einen Mann, der für harte Arbeit bekannt ist – Gino Delchiappo. Der 22-jährige Krienser ist ein Mann für das Rustikale, ein Kämpfer, einer, der immer Vollgas gibt. «Jedes Team braucht so einen wie ihn. Er ist immer da, hat immer gute Laune. Sein Spiel ist sehr solid», berichtet Trainer Goran Perkovac und der Spieler selbst fügt mit einem Schmunzeln an: «Die Härte war schon immer mein Ding. Damals, als mich in der vierten Klasse ein Kollege mit ins Handball nahm, fand ich die sehr körperbetonte Sportart sofort spannend.»

Gefordert sind Fortschritte im Angriff

Gino Delchiappo ist ein klassisches Eigengewächs, durchlief die Nachwuchsabteilung des HCK und der SG Pilatus und debütierte 2017 als 18-Jähriger unter dem damaligen Chefcoach Heiko Grimm in der NLA. Zu Juniorenzeiten anfänglich noch im linken Rückraum eingesetzt, kam es später zur Umschulung an den Kreis. Mittlerweile steht Delchiappo in seiner vierten vollen NLA-Saison und hat sich zu einem zuverlässigen Ergänzungsspieler entwickelt. In der Abwehr sorgt er regelmässig in zentraler Rolle für Entlastung, im Angriff kommt er zum Einsatz, wenn Filip Gavranovic eine Pause braucht. «In der Deckung ist er ein sicherer Wert», sagt Perkovac. «Mit meiner Rolle bin ich zufrieden, die NLA war mein grosses Ziel», sagt der 1,95 Meter grosse und 110 Kilo schwere Delchiappo.

Und doch stellt sich die Frage: Was fehlt noch zur Stammsieben beim HC Kriens-Luzern? Was braucht es, dass er wie sein ehemaliger Teamkollege im Nachwuchs-Nationalteam, der Schaffhauser Defensivspezialist und Kreisläufer Philip Novak, für die Schweizer A-Auswahl debütiert? «Dazu fehlt es mir noch an Qualität im Angriff», antwortet Delchiappo. Und Trainer Perkovac sagt: «Die Schussvarianten und die Feintechnik muss er verbessern, im Abschluss sollte er kaltblütiger werden. Das sind Dinge, die er als Junior nicht gelernt hat und die man sich über Spielpraxis aneignen kann.» Anstatt Ersatzspieler in der NLA zu sein, hätte ihm in der Vergangenheit wohl eine Saison in der NLB, in der er durchgespielt hätte, gutgetan, so Perkovac.

Deshalb wechselt Gino Delchiappo ins Büro

Um den nächsten Schritt zum NLA-Stammspieler zu machen, wird sich Gino Delchiappo beruflich verändern. Der gelernte Zimmermann, der neben dem Handball zu 60 Prozent arbeitet, wird im April zum Bauleiter und tauscht damit die körperlich harte Arbeit gegen das Büro. An Motivation im Training mangelt es Delchiappo zwar nie. «Klar bin ich manchmal müde. Doch wenn ich in die Halle komme, schalte ich um und der Handball macht mir einfach Freude», erklärt er. Wenn er künftig im Arbeitsalltag aber weniger physische Energie brauche, werde er noch fitter fürs Training sein. Und das könne sich positiv auf seine Entwicklung, seine Spielanteile auswirken.

Fest steht: Gegen Suhr Aarau wird Gino Delchiappo am Samstag wieder fest zupacken. Damit der HC Kriens-Luzern den achten Sieg in Serie feiern und den nächsten Schritt zum ersten Titel in der Vereinsgeschichte machen kann.

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