Dem Farmteam von Ambri-Piotta droht der Absturz

Die Biasca Ticino Rockets kämpfen um den Klassenerhalt in der Swiss League. Ein Abstieg wäre besonders für Ambri und Lugano ein Desaster.

Daniel Gerber
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Maxwell Gerlach und Julian Payr (in weiss) von den Biasca Ticino Rockets gegen Oltens Alban Rexha.

Maxwell Gerlach und Julian Payr (in weiss) von den Biasca Ticino Rockets gegen Oltens Alban Rexha.

Marc Schumacher/Freshfocus (Olten, 15. Februar 2020)

 Fünf Punkte müssen die Ticino Rockets innerhalb von zwei Spielen auf den EHC Winterthur (darunter die Direktbegegnung) aufholen, um den Gang in die Liga-Qualifikation gegen Martigny oder Basel zu vermeiden.

Ein Szenario, das man in Biasca vermeiden wollte: «Schon Anfang Saison war es bei uns kein Geheimnis, dass wir gefährdet sind», erinnert sich Alex Reinhard, Trainer der Rockets. «Deshalb wollten wir mit einem möglichst kompletten Kader durch die Saison gehen.» Doch dann hatten sowohl Ambri und Lugano wie auch Davos viele Verletzte zu beklagen. «Das erzeugte bei uns viele Wechsel, sodass wir bisher 49 verschiedene Spieler eingesetzt haben, was der Konstanz abträglich war.»

Eine starke Equipe beim Saisonstart

Ein Abstieg in die MySports-League wäre schlimm für die Rockets, denn diese sind da, um die Lücke zu schliessen, zwischen den Elite-A-Junioren und der National League. «Der Sprung von der MySports-League in die National League ist ebenfalls gross.» Beispielsweise waren Benjamin Conz, Luca Hischier und Giovanni Morini nach ihren Verletzungen bei den Rockets im Aufbau. «Die jungen Spieler sehen durch diese Vorbilder, wie sie herangehen und welche Einstellung es braucht.» Die MySports-League wäre dafür eine Etage zu tief.

Zum Saisonbeginn verfügten die Rockets über die bestmögliche Equipe, die Resultate waren gut, La Chaux-de-Fonds wurde bezwungen und Kloten wie auch Ajoie (die Nummer eins und zwei der Qualifikation) liessen gegen die Südschweizer Punkte liegen – bis das Kader durch die Verletzungsmiseren durcheinandergewirbelt wurde. «Doch wir sind überzeugt, dass wir den Ligaerhalt schaffen.»

Während dem durch das Corona-Virus bedingten Unterbruch plane man zwei interne Testspiele, je eines gegen Ambri und eines gegen Lugano, um den Rhythmus aufrecht zu erhalten. Möglich, dass die Tessiner dadurch für die letzten beiden Spiele gegen Sierre und Winterthur etwas besser gerüstet sind.

«Scheibe wegbringen und überleben»

Alex Reinhard sagt: «In den früheren Jahren hiess es, die Scheibe wegbringen und überleben. Nun versuchten wir mitzuspielen und erzielten mehr Tore und waren oft nahe dran. Rund 15 Spiele verloren wir mit einem Tor Unterschied.»

Den Sprung via Rockets nach Ambri hat Giacomo Dal Pian geschafft: «Für mich war dieses Team sehr wichtig. Ich erhielt viel Eiszeit.» Zuvor hatte er bereits bei Lugano gespielt. «Es war ein Schritt zurück, um zwei vorwärts zu machen, das war sehr wichtig für meine Karriere.» Anschliessend wechselte er für zwei Saisons zum SC Langenthal, wo er 2019 den Titel in der Swiss League holte. «Das Projekt Ticino Rockets macht mehr Sinn, wenn die Spieler in der Swiss League antreten können. Die Rockets haben viele junge Spieler, die dann zu uns kommen, sie können dort für die National League aufgebaut werden. Ich hoffe, dass sie auch nächste Saison in der Swiss League spielen.»

Tobias Fohrler, der auf diese Saison hin vom EV Zug zu Ambri wechselte, wurde durch die EVZ-Academy an die höchste Spielklasse herangeführt. «Wir haben Spieler, die zu uns hochkommen und die runtergehen», sagt Fohrler. Die Lage der Rockets sei ein Thema. «Wir machen ihnen Mut, wenn sie da sind – für Ambri, Lugano und Davos ist es wichtig, dass sie den Klassenerhalt schaffen. Ich denke, dass es ihnen gelingen wird.»

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