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Depressionen und Panikattacken bei Gianluigi Buffon

Italiens Torhüter-Legende Gianluigi Buffon (40)spricht im «Vanity Fair»-Magazin schonungslos offen über dunkle Stunden seiner Karriere.
Kristof Stühm (SID), Paris
Legende und Lebemann: Gianluigi Buffon. (Bild: Wallace Woon/EPA)

Legende und Lebemann: Gianluigi Buffon. (Bild: Wallace Woon/EPA)

Plötzlich wollte Gianluigi Buffon, Italiens Superman, Grande Gigi, die ewige Numero Uno, nicht mehr. Es war alles zu viel. Also ging er vor einem seiner 678 Serie-A-Spiele zu Torwarttrainer Ivano Bordon und sagte: «Ich habe keine Lust zu spielen.»

Buffon war damals 25 Jahre alt «und ritt auf der Welle des Erfolgs und des Ruhms», doch was bedeutet das schon, wenn dich Panikattacken und Depressionen quälen? «Ein paar Monate lang erschien mir alles sinnlos», sagte er nun.

Kurz vor seinem 41. Geburtstag am 28. Januar hat Buffon mit der «Vanity Fair» schonungslos offen über diese dunklen Stunden seiner Karriere gesprochen. «Es war eine wirklich schwierige Zeit», sagte die Torwart-Legende: «Es fühlte sich so an, dass andere sich nicht für mich interessieren, sondern nur für das, was ich verkörpere. Alle fragten nur nach Buffon, niemand nach Gigi.»

Doch der damalige Star von Juventus Turin fand die Kraft, mit seinen Liebsten und seinem ­Umfeld über seine Ängste zu sprechen.

«Ich hatte die Klarheit zu ­verstehen, dass dieser Moment ein Scheideweg zwischen der ­Kapitulation und dem Umgang mit den Schwächen, die wir alle haben, war», sagte Buffon, Weltmeister von 2006 und jetzt Schützling von Trainer Thomas Tuchel bei Paris St. Germain. «Ich hatte nie Angst, sie zu zeigen oder zu weinen – es ist etwas, das mir passiert und wofür ich mich überhaupt nicht schäme.» Wenn er «diese Erfahrung nicht gemacht hätte, diese Vernebelungen und Konfusionen mit anderen Menschen nicht geteilt hätte, wäre ich dort vielleicht nicht rausgekommen», sagte Buffon.

«Ein Gefühl der Allmacht und Unbesiegbarkeit»

Ihn überkam damals diese Hilflosigkeit auch deshalb so überraschend, weil er sich selbst lange für den Grössten und Stärksten hielt. Als junger Torwart habe er «ein Gefühl der Allmacht und Unbesiegbarkeit» gehabt. «Ich fühlte mich unzerstörbar.»

Heute will der Italiener all das nicht mehr missen, was er durchgemacht hat. Auch nicht seine Zeit als Ultra in der Gruppierung «Commando Ultra Indian Tips». Er habe in seiner Jugend insgesamt eine «Menge dummer Dinge» getan und auch «genossen». In gewisser Weise «umarme ich den Wahnsinn» nun, den er vor 20 Jahren angestellt hat.

Buffon will noch eine Saison anhängen

Sportlich soll seine aussergewöhnliche Geschichte in diesem Sommer noch nicht beendet sein. Buffon will noch ein Jahr in Paris dranhängen. Buffon, der sich selbst als «merkwürdige 40 Jahre alte Figur, die aufs Spielfeld geht, denkt er wäre 20, und mehr Träume und Ehrgeiz hat, als er als Junge hatte» bezeichnet, hat ganz einfach noch Spass am Fussball.

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