Der Ablauf der Wahl und die Reformvorschläge

Drucken
Teilen

Fifa-Kongress sid. Nachfolgend ein Überblick über den Ablauf der Wahl des neuen Fifa-Präsidenten beim ausserordentlichen Kongress des Weltfussballverbandes, der um 9.30 Uhr in Zürich beginnt:

  • Die Kandidaten: Prinz Ali bin Al Hussein (40/Jordanien); Jérôme Champagne (57/Frankreich); Gianni Infantino (45/Schweiz); Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa (50/Bahrain); Tokyo Sexwale (62/Südafrika).
  • Die Wähler: Wenn alle Fifa-Mitglieder nach Zürich reisen und abstimmen dürfen, sind 209 Wahlberechtigte vertreten. Jedes Mitglied hat eine Stimme.
  • Der Rückzug: Alle Kandidaten können ihre Kandidatur vor oder während des Kongresses offiziell zurückziehen. Vor dem Kongress muss ein solcher Entschluss der Wahlkommission offiziell mitgeteilt werden. Während des Kongresses muss der Kandidat seinen Entschluss spätestens vor Beginn des Wahlganges offiziell mitteilen.
  • Die Ansprachen: Vor der Wahl haben die Kandidaten das Recht, dem Kongress während 15 Minuten ihr Programm darzulegen.
  • Der Urnengang: Die Abgabe der Wahlzettel, die geheim erfolgt, geht in alphabetischer Reihenfolge über die Bühne. Die Verbände dürfen sich auch der Stimme enthalten.
  • Das Stimmverhältnis:Für die Präsidenten-Wahl sind im ersten Wahlgang zwei Drittel der Stimmen der anwesenden und stimmberechtigten Fifa-Mitglieder erforderlich. Im zweiten und weiteren Wahlgängen genügt die absolute Mehrheit (über 50 Prozent) der abgegebenen und gültigen Stimmen. Bewerben sich mehr als zwei Kandidaten fürs Präsidenten-Amt (so wie heute), so scheidet ab dem zweiten Wahlgang jeweils derjenige aus, der die geringste Anzahl Stimmen auf sich vereinigen konnte, bis nur noch zwei Anwärter zur Wahl stehen.
  • Die Auszählung: Die Auszählung durch zuvor bestimmte Stimmenzähler (es soll eine «angemessene» Anzahl sein) erfolgt unmittelbar im Anschluss an die Stimmabgabe.

Fifa-Exekutive wird entmachtet

Das sind die fünf wichtigsten Reformvorschläge, welche die Fifa in eine bessere Zukunft führen sollen:

  • Die Gewaltenteilung:Das derzeit allmächtige Exekutivkomitee wird in eine Art Aufsichtsrat mit mehr Mitgliedern (36 statt 24, darunter mindestens sechs Frauen) umgewandelt – und entmachtet. Das operative Geschäft liegt komplett in den Händen des Generalsekretariats. Der neue Generalsekretär wird dadurch zum mächtigen CEO. Er wird aber weiterhin vom dann nur noch repräsentativen Präsidenten vorgeschlagen. Der Rat («Fifa-Council») ernennt den Nachfolger von Markus Kattner und kann ihn auch entlassen.
  • Die Integrität:Jedes neue Council-Mitglied (gewählt wird weiterhin in den Konföderationen) muss einen umfangreichen Integritäts- und Eignungscheck bestehen. Dafür gibt es extra eine zuständige Kommission. Über allem steht in der neuen Fifa-Organisationsstruktur zudem die unabhängige Audit- und Compliance-Kommission, die beispielsweise alle Geldflüsse überwacht.
  • Die Amtszeitbeschränkung: Die Funktionäre in den hohen Ämtern dürfen diese nur zwölf Jahre behalten (dreimal vierjährige Amtszeiten).
  • Die Frauenquote: Im neuen Council sitzen mindestens sechs Frauen (eine pro Konföderation).
  • Die Transparenz: Mit den Reformen werden die Gehälter der hohen Amtsträger veröffentlicht.