Der Adjutant von Perkovac glättet beim HC Kriens-Luzern ab und zu die Wogen

Kriens-Luzern empfängt Pfadi Winterthur zum Handball-Spitzenspiel. Assistenztrainer Thomas Zimmermann spricht über seine neue Rolle.

Stephan Santschi
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Er war ein pfeilschneller Spieler am linken Flügel, ein Schlitzohr und treffsicherer Schütze. 212 NLA-Spiele absolvierte er für die SG Zentralschweiz, den HC Kriens und den BSV Bern Muri, elf Mal lief er für das Schweizer Nationalteam auf. Heute ist er 40-jährig und seit dieser Saison Assistent von Cheftrainer Goran Perkovac bei Kriens-Luzern in der NLA. Die Rede ist von Thomas Zimmermann.

Zeit also, vor dem Heimspiel am Samstag in der Krauerhalle (18 Uhr) gegen Pfadi Winterthur etwas konkreter auf das neue Tätigkeitsfeld des Ur-Kriensers einzugehen. 2011 beendete er seine aktive Karriere, «danach», so sagt er, «habe ich erst einmal etwas Abstand vom Handball gewinnen müssen». Andere Bereiche rückten in den Fokus, die Familie etwa, mit seiner Frau Fabienne hat er die Söhne Ben (10-jährig) und Nic (8). 2011 übernahm der gelernte Schreiner und Absolvent der Handelsschule zudem die Krienser Innenausbaufirma von seinem Vater Werner.

Sohn Ben mit überragender Trefferquote

Seine neue Sichtweise als Vater und die Überzeugung, dass altgediente Handballer ihr Wissen weitergeben sollten, führten später zum Engagement als Juniorentrainer in der Luzerner Nachwuchsorganisation SG Pilatus. Auch nach der Berufung zum NLA-Assistenten trainiert er weiter die U13-Inter-Equipe, wo sein Sohn Ben mit 16 Treffern (!) pro Spiel Topskorer ist.

Im NLA-Team führt Zimmermann zwei Trainings pro Woche in Eigenregie, auch sonst überträgt ihm Perkovac viel Verantwortung. Die beiden ergänzen sich gut, Zimmermann dient als Bindeglied zum Team. «Gerade die jungen Spieler haben zwar nicht Ehrfurcht, aber doch grossen Respekt vor Goran. Er sagt die Dinge recht strikt, das kann hart sein. Dann gehe ich auf die Spieler zu, erkläre ihnen meine Sicht. Und sie können mit mir auch Dinge abseits des Handballs besprechen.» Ab und zu muss der Adjutant von Perkovac also die Wogen glätten.

Zuhause gab Kriens-Luzern noch keinen Punkt ab

Zimmermann schätzt dabei die Möglichkeit, von Goran Perkovac zu lernen. «Er hat so viel erreicht und erlebt, er kennt den Handball in und auswendig.» In Sachen Spielphilosophie hätten sie dabei sehr ähnliche Vorstellungen. «Wir setzen auf einen guten Goalie, eine starke Deckung und eine schnelle erste und zweite Welle. Vorne möchten wir wenig Unterbrüche und vor allem: weniger Fehler!» Gerade Letzteres ist den Kriensern zuletzt in Duellen mit Spitzenteams zum Verhängnis geworden. In Winterthur oder in Cup und Meisterschaft in Schaffhausen hätten sie sich zu viele Unsauberkeiten in der Offensive geleistet, was jeweils zu zahlreichen Kontertoren geführt habe. Am Samstag, gegen Pfadi, sind sie gut beraten, mehr Sorgfalt zum Ball zu tragen, denn die Winterthurer sind für ihre harte Abwehr und das schnelle Gegenstossspiel bekannt.

Zimmermann ist jedenfalls guten Mutes, die Siegesserie in der eigenen Halle fortführen zu können. «Zuhause spielen wir lockerer.» Bleibt die Frage nach seinen einen Karrierezielen als Trainer: «Mit einem eigenen Geschäft habe ich keine Zeit, um NLA-Trainer zu sein. So, wie es jetzt ist, passt es tipptopp.»