Der neue Trainer beflügelt die NLA-Handballer von Fortitudo Gossau

Seit sich ein neuer Trainer um die NLA-Mannschaft von Fortitudo Gossau kümmert, hat sich der Punktestand verdoppelt. Am Samstag spielt Gossau in der NLA-Abstiegsrunde ab 17.30 Uhr zu Hause gegen Kriens-Luzern. St. Otmar trifft in der NLA-Finalrunde am Sonntag zu Hause auf das Überraschungsteam Suhr Aarau.

Daniel Good
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Gossaus Captain Gabriel Würth. (Bild: Ralph Ribi)

Gossaus Captain Gabriel Würth. (Bild: Ralph Ribi)

Fortitudo ist Aussenseiter, aber im Hoch. Innerhalb einer Woche sammelten die Gossauer gleich viele Punkte wie in der ersten Saisonhälfte zwischen September und Dezember und rückten auf den achten Rang vor, der zur Playoff-Teilnahme berechtigt.

Seit Oliver Roth als Trainer am Werk ist, sei ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, sagt Gabriel Würth. Fortitudos Captain weiter: 

«Wir trainieren intensiver. Eine Trainingslager während eines Wochenendes hat uns ebenfalls weitergebracht.»

Häufiger zum Einsatz als im Herbst unter Trainer Martin Klemencic kommt der Deutsch-Kroate Kevin Lind, der nun auch der Penaltyschütze ist. Wieder im Kader sind in der Abstiegsrunde die früheren Leistungsträger Niels Ham und Marcel Oertig, der torgefährliche Linkshänder und der robuste Abwehrspieler.

Der 30-jährige Würth bestreitet seine elfte Saison in der NLA und weiss zur Genüge, wie es in der Abstiegsrunde zu und her geht. «Das könnte im heutigen Spiel ein Vorteil sein. Kriens-Luzern hat andere Ambitionen und vielleicht schon das Playoff im Kopf», so Würth.

Ein Olympiasieger in der Buechenwaldhalle

Die Luzerner Mannschaft ist gut besetzt. «Vor allem in der Breite verfügt Kriens-Luzern über viel Qualität», so Würth. Die Zusatzschlaufe in der Abstiegsrunde war nicht eingeplant. Trainer der Zentralschweizer ist seit dem vergangenen Sommer Goran Perkovac, der als Spieler 1996 Olympiasieger mit Kroatien wurde.

Im ersten Spiel der Abstiegsrunde verlor Kriens-Luzern gegen GC Amicitia Zürich 18:30, Gossau gewann beide Partien. «Es ist gut möglich, dass wir mit mehr Selbstvertrauen ins Spiel gehen, auch wenn die Siege in diesem Jahr glücklich ausfielen», sagt Würth. Auf jeden Fall ist Gossau erfolgreich in den Abstiegskampf gestartet. 

St. Otmar wieder mit dem WM-Spieler 

St. Otmar tritt am Sonntag in der NLA ab 17 Uhr daheim gegen Suhr Aarau an. Die Aargauer schoben sich in den beiden ersten Spielen der Finalrunde in jene Rolle, die St. Otmar gerne einnehmen würde. Suhr Aarau gewann gegen die Favoriten Kadetten Schaffhausen und Wacker Thun, derweil St. Otmar zwei Heimniederlagen einsteckte.

Für die St. Galler ist es höchste Zeit, erstmals in diesem Jahr zu punkten, um sich mit Platz vier eine günstige Ausgangslage für das Playoff zu schaffen. Nach dem schlechten Start zur Finalrunde sind die Ostschweizer auf den sechsten Platz der Tabelle zurückgefallen. Die Chancen, Suhr Aarau in die Schranken zu weisen, sind reell.

Die St. Galler Equipe hat das Potenzial, um jede Schweizer Mannschaft zu besiegen. Wieder dabei ist Frédéric Wüstner, der im Januar mit Österreich die WM bestritt. Der starke Verteidiger hatte sich Mitte Dezember in der NLA wegen Schiedsrichterbeleidigung in Aarau zwei Spielsperren eingehandelt. Jene Partie gegen den morgigen Gegner verlor St. Otmar 26:33, womit die St. Galler seit mehr als zwei Monaten auf einen Sieg warten. 

Rekordmeister Brühl sinnt auf Revanche

Die NLA-Spielerinnen des LC Brühl treffen am Samstag um 17.30 Uhr in der heimischen Kreuzbleichehalle auf Titelverteidiger Nottwil. In den Reihen des Rekordmeisters aus St. Gallen sind nach wie vor – und wahrscheinlich bis zum Ende der Saison — fünf starke Spielerinnen verletzt:

Nationalgoalie Sladana Dokovic, Nationalmannschaftsregisseurin Kerstin Kündig, die deutsche Linkshänderin Laura Spatz-Schmitt sowie Marina Schlachter und Yarima Altherr. Dieses Quintett stand vergangene Saison im Playoff-Final. Meister Nottwil ist heute Favorit. Brühl hat trotz des Verletzungspechs aber die Mittel, um zu bestehen. Im Vergleich zu den vergangenen Spielen muss die Chancenauswertung besser werden. Brühls Trainer Rolf Erdin sagt:

«Meine Spielerinnen dürfen keine Angst haben vor der starken gegnerischen Torhüterin Lea Schüpbach.»

Das Spiel ist auch eine Revanche für den Cup-Halbfinal, den Brühl nach Verlängerung verlor. Erdin hat im Training die Schrauben wieder angezogen. Verlängert wurden die Verträge mit Zerin Özcelik und Fabia Schlachter, die schon als Juniorinnen für Brühl spielten.