Kolumne

Der Chauffeur vom Chef

Von Rentieren, Weihnachten und Jobsicherheit.

Martin Probst, Åre
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Es wird Zeit, einmal über das Rentier zu sprechen. Das Rentier zieht ja den Schlitten des Weihnachtsmanns. Wichtiger Job also! Vergleichbar vielleicht mit dem des Chauffeurs von Bundespräsident Ueli Maurer. Wobei wir Ueli Maurer natürlich niemals mit einem dicken Mann mit weissen Haaren vergleichen würden. Das sei hier betont. Nicht, dass wir plötzlich nach den alpinen Weltmeisterschaften in Schweden nicht mehr in unser Heimatland, die Schweiz, einreisen dürfen.

Doch wir schweifen ab. Offenbar gibt es heute keine sicheren Jobs mehr. Nicht einmal für den Chauffeur vom Chef. Sonst würden sie hier in Schweden das Rentier nicht essen. Und irgendwie ist überall Rentier drin. In der Wurst, im Sandwich, ja sogar in der Spaghettisauce. Und wirklich munden tut es ja nicht. Ist der Weihnachtsmann Vegetarier? Wir würden es sehr gut verstehen.

Das Rentier wird aber immerhin besungen. Zum Beispiel im amerikanischen Weihnachtsklassiker «Rudolph, the Red-Nosed Reindeer». Die Kuh zum Beispiel hat keinen Weihnachtssong. Dafür zumindest in Indien einen sicheren Job. Aber das ist wieder ganz ein anderes Thema.

Eigentlich geht es ja um das Rentier, Weihnachten und Jobsicherheit. Bei uns in der Männer-WG sind die Tulpen auf dem Tisch längst eingegangen. Aber immerhin den Weihnachtsstern auf dem Fenstersims haben wir gerettet. In Zeiten der allgemeinen Jobunsicherheit ist es gut, ein zweites Standbein zu haben. Wir sind zwar keine Floristen, aber vielleicht Lebensretter. Und weil das Rentier eh nicht schmeckt, darf es seinen Job gerne behalten.

Übrigens: Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Åre besuchte in diesen Tagen auch eine Delegation aus China. 2022 finden in Peking die Olympischen Spiele statt, in der gleichen Stadt wie 2008 bereits die Sommerspiele stattfanden. Und in China wird bekanntlich so fast alles gegessen. Das sind ja mal Aussichten. Doch zuerst müssen wir dann ja noch einen Job haben.