Handball

Nick Christen, CEO des HC Kriens-Luzern, sagt: «Der Druck war extrem gross»

Kriens-Luzern empfängt Basel zum letzten Spiel des Jahres. Geschäftsführer Nick Christen zieht Zwischenbilanz.

Stephan Santschi
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Laut Nick Christen soll die geplante Pilatus-Arena zu einem Mekka für den Indoor-Sport werden.

Laut Nick Christen soll die geplante Pilatus-Arena zu einem Mekka für den Indoor-Sport werden.

Bild: Boris Bürgisser (kriens, 29. November 2020)

Die Spieler des HC Kriens-Luzern messen sich auf dem Platz mit dem TV Endingen, streben einem klaren Sieg entgegen. Oben auf der Tribüne sitzt Nick Christen, der Geschäftsführer des HCKL. Und als er auf den Bau der neuen Pilatus-Arena angesprochen wird, meint er: «Wir sind aktuell die Nummer zwei der Schweiz, spielen aber etwa in Halle Nummer 287. Die neue Arena bietet uns grosse Entwicklungschancen, sie soll zu einem Mekka für den Indoor-Sport werden.»

Diese Aussage zeigt: Kein Sieg war für Christen in der bisherigen Saison so wichtig wie jener von Ende November auf politischem Parkett, als das Krienser Volk mit einer knappen Mehrheit dem Bebauungsplan und der Teilzonenplanänderung zugestimmt hat. «Der Druck war extrem gross, es hängt unglaublich viel an der Pilatus-Arena», sagt Christen und betont: «Ab der Saison 2023/24 sind Turnhallen im NLA-Handball nicht mehr erlaubt. Für Sport auf höchstem Niveau hätten wir dann keine Berechtigung mehr gehabt.»

«Dann machen alle eine saure Miene»

Die Zwischenbilanz, die Christen vor dem letzten Spiel des Jahres am Dienstag gegen den RTV Basel (19.30 Uhr, handballtv.ch) zieht, fällt deshalb sehr positiv aus. Auch sportlich überzeugt Kriens-Luzern, steht in der wegen Corona unübersichtlichen Tabelle nach Verlustpunkten auf Platz zwei. «Hervorragend», sagt Christen, «auch mentalitätsmässig machen die Spieler einen starken Eindruck. Nach einer Niederlage machen sie eine Woche lang eine saure Miene. Man spürt: Jeder zieht mit, gemeinsam wollen sie etwas erreichen.»

Prunkstück ist die stabile und flexible Abwehr, darauf basiert das schnelle Gegenstossspiel. Vorne fehlt es dem Team von Trainer Goran Perkovac im rechten Rückraum etwas an Grösse, kompensiert wird dies indes mit Tempo und Variabilität. Lediglich das unnötige Ausscheiden in der Qualifikation zur EHF European League sowie die Punktverluste zu Hause gegen GC Amicitia Zürich (29:29) und Pfadi Winterthur (34:36) trüben das Zwischenzeugnis ein wenig. «Manchmal fehlt noch etwas die Lockerheit für eine Topleistung, das hat auch mit Erfahrung zu tun», stellt Christen fest.

Christen will Budget nicht abbauen

So routiniert Goalie Paul Bar, Abwehrrecke Aljaz Lavric, Kreisläufer Filip Gavranovic, die Aufbauer Jernej Papez und Hleb Harbuz oder Flügelspieler Adrian Blättler sind – vergessen werden darf nicht, dass im Kader auch viel Jugend steckt. «Wir haben dieses Team über die letzten drei Jahre komplett umgebaut, manchmal ist das Durchschnittsalter auf dem Platz nur 21- bis 22-jährig», erzählt Christen. Die Mischung ist produktiv, «wir haben nicht nur eine Stammsechs, die Jungen haben auch schon die Kohlen aus dem Feuer geholt». Zudem sei die Trainingsqualität hoch, «nur so werden die Spieler täglich gefordert und verbessern sich».

Gegen Basel will Kriens-Luzern das Jahr mit einem Sieg abschliessen, dann geht es in die Winterpause, die Christen zur Kaderplanung nutzen wird. «Veränderungen sind nicht ausgeschlossen, die oberste Prämisse in dieser schwierigen Zeit ist aber, den Status quo zu halten.» Auch wirtschaftlich will er nicht abbauen, sondern den Etat von 1,8 Millionen Franken halten. Die Perspektive nämlich, die ist verlockend, im Winter 2023/24 soll die 4000 Sitzplätze umfassende Pilatus-Arena eröffnet werden – und der HCKL definitiv an der Spitze der Handball-Schweiz angekommen sein.