Der EV Zug gewinnt gegen Davos 4:2 und ist Leader nach Verlustpunkten

Der EV Zug setzt seinen guten Lauf mit einem 4:2-Heimsieg im Spitzenspiel gegen den HC Davos fort. Oscar Lindberg trifft zweimal.

Sascha Fey
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Jubel bei Torschütze Oscar Lindberg (Zweiter von rechts) nach dem 2:1.

Jubel bei Torschütze Oscar Lindberg (Zweiter von rechts) nach dem 2:1.

Urs Flüeler/Keystone (Zug, 20. Dezember 2019)

In der vergangenen Saison hatten die Zuger fünf von sechs Direktduellen gegen den HC Davos für sich entschieden, und dies mit einem deutlichen Torverhältnis von 25:10. Allerdings ist die aktuelle Ausgabe der Bündner nicht mehr mit der damaligen Mannschaft zu vergleichen. Die Davoser nutzten das Ende der erfolgreichen Ära mit Arno Del Curto, um sich in der sportlichen Führung neu aufzustellen. Dabei bedienten sie sich beim Schweizer Verband. Als Sportchef holten die Davoser Raeto Raffainer, der als Nationalmannschaftsdirektor hervorragende Arbeit geleistet hat. Neuer Cheftrainer ist der zuvor als U20-Nationalcoach tätig gewesene Christian Wohlwend. Und auch Goalietrainer Peter Mettler stiess von Swiss Ice Hockey zum HCD.

Diese Massnahmen zahlten sich bislang aus. Die Davoser waren vor dem gestrigen Spiel nach Verlustpunkten das beste Team der Liga. Die erste Partie in dieser Saison in Zug hatten sie 5:4 gewonnen. Allerdings haben sich die Zentralschweizer seither deutlich gesteigert. Mit dem 4:2 gegen den Rekordmeister feierten sie den siebenten Sieg in den letzten neun Begegnungen. In der Tabelle liegen nun nur noch die ZSC Lions und Genève-Servette vor dem EVZ, der nach Verlustpunkten die neue Nummer 1 ist.

Lindberg kommt immer besser in Fahrt

Gegen die Davoser drehten Yannick Zehnder und Oscar Lindberg im Mitteldrittel innert 26 Sekunden ein 0:1 (13.) in ein 2:1 (28.). Letzterer war es auch, der in der 49. Minute in Überzahl auf 3:1 erhöhte. Der zweifache Weltmeister mit Schweden hat nun in den letzten fünf Spielen sechs Tore erzielt. Zuvor hatte er 14 Partien hintereinander nicht getroffen.

Die Wende hatte sich abgezeichnet. Schon vor dem 1:1 kamen die Zuger dem Ausgleich mehrmals nahe - beispielsweise rettete HCD-Verteidiger Felicien Du Bois in der 25. Minute nach einem Schuss von Lindberg für den geschlagenen Torhüter Joren van Pottelberghe. Überhaupt waren die Gastgeber nach der ersten Pause die klar bessere Mannschaft. Nachdem die Davoser schon in der 56. Minute nach einer Strafe gegen Erik Thorell den Goalie ersetzt hatten, machte Carl Klingberg nur sieben Sekunden danach mit dem 4:1 endgültig alles klar. «Wir spielten während 60 Minuten solid», bilanzierte Zehnder.

Allerdings hatten die Zuger im ersten Abschnitt heikle Momente zu überstehen. Zwar starteten sie gut, jedoch kassierte Zehnder in der 12. Minute zweimal zwei Minuten wegen hohen Stocks. 89 Sekunden später gingen die Gäste durch Fabrice Herzog in Führung. Die Davoser durften also weiter Powerplay spielen. Und da in der 14. Minute auch Yannick-Lennart Albrecht auf der Strafbank Platz nehmen musste, agierte der EVZ während 86 Sekunden in doppelter Unterzahl. Doch unterstrich in dieser Phase der Zuger Keeper Leonardo Genoni, dass er langsam aber sicher jener sichere Wert ist, den er aufgrund seiner Klasse sein sollte. Daran ändert nichts, dass das 2:4 von Enzo Corvi (59.) haltbar war.

Allerdings wird Genoni von den Vorderleuten nun auch deutlich besser unterstützt wie noch zu Beginn der Saison. Wie sich die Zuger in der Defensive gesteigert haben, unterstreicht die Statistik. Hatten sie in den ersten 18 Spielen der laufenden Meisterschaft 56 Tore kassiert, liessen sie in den letzten neun Partien noch 18 Gegentreffer zu. Den Wendepunkt bildete das 4:5 gegen die Davoser, das die Denkweise der Zuger veränderte. «Danach sahen wir ein, dass es so nicht weitergehen kann», sagte Zehnder. «Wir schauten die Ganze Defensive nochmals an. Wenn wir hinten solid stehen, kreieren wir in der Offensive automatisch Chancen. Wir arbeiten nun mehr von Inside gegen Outside. Das ist der grösste Unterschied.»

Zug – Davos 4:2 (0:1, 2:0, 2:1) 7200 Zuschauer (ausverkauft). – SR Tscherrig/Vikman, Obwegeser/Wermeille. – Tore: 13. Herzog (Baumgartner, Ambühl) 0:1. 27. (26:42) Zehnder (Schlumpf, Simion) 1:1. 28. (27:08) Lindberg (Martschini, Thorell) 2:1. 49. Lindberg (Alatalo, Thorell) 3:1. 56. Klingberg (Ausschluss Thorell!) 4:1 (ins leere Tor). 59. Corvi (Nygren) 4:2 (ohne Torhüter). – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Zug, 4-mal 2 Minuten gegen Davos. Zug: Genoni; Thiry, Alatalo; Diaz, Morant; Schlumpf, Geisser; Zryd; Martschini, Lindberg, Thorell; Klingberg, Kovar, Hofmann; Simion, Senteler, Zehnder; Langenegger, Albrecht, Leuenberger. Davos: van Pottelberghe; Du Bois, Jung; Nygren, ­Guerra; Kienzle, Stoop; Barandun; Ambühl, Lindgren, Baumgartner; Palushaj, Corvi, Tedenby; Hischier, Aeschlimann, Herzog; Kessler, Bader, Meyer; Frehner. Bemerkungen: Zug ohne Bachofner, Stadler, Schnyder, Zgraggen (alle verletzt) und Hollenstein (U20-Nationalteam).

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