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Der EV Zug sucht seinen «wertvollsten Spieler»

MVP steht für «Most Valuable Player» und kommt, natürlich, aus Amerika. Es ist die begehrteste individuelle Auszeichnung im Teamsport. Sie zählt mehr als das gelbe Ehrenkleid des Topskorers. Der MVP ist ganz einfach der wichtigste Spieler einer Mannschaft.
Klaus Zaugg
Zugs Raphael Diaz (rechts) bedrängt Berns Tristan Schwerwey. Bild: Alexandra Wey/Key (Bern, 16.4.2019)

Zugs Raphael Diaz (rechts) bedrängt Berns Tristan Schwerwey. Bild: Alexandra Wey/Key (Bern, 16.4.2019)

Was im Final auffällt: Wer die Frage nach dem MVP beim SC Bern stellt, löst eine lebhafte Diskussion aus. Ist es Torhüter Leonardo Genoni? Wir haben zwar nicht mehr konstant den grossen Leonardo Genoni gesehen. Aber als es auf ein einziges Spiel ankam, als der SCB nur noch eine Niederlage vor dem Saison­ende stand, da war er da und hexte die Berner in Biel zu einem 1:0. Mehr geht nicht. Oder Ramon Untersander? Der Verteidiger und WM-Silberheld ist im Halbfinal nach einer Verletzungspause zurückgekehrt und hat beim SCB die Wirkung eines zusätzlichen Ausländers. Oder sollten wir Tristan Schwerwey nominieren? Der teuflisch schnelle Vorkämpfer erzielt nicht nur mit seinen Toren (wie im letzten Spiel zum 3:1), sondern auch «im Felde» Wirkung. Wie mit dem Check, der dem SCB in Zug den Siegestreffer in der Verlängerung ermöglichte. Wer für Captain Simon Moser, den Titanen, stimmt, hat gute Argumente auf seiner Seite. Selbst in Zeiten der Zweifel und Unsicherheiten war er beim SCB im Laufe dieser Playoffs ein Leuchtturm des Selbstvertrauens. Ein Leitwolf im besten Wortsinn. Andere wiederum argumentieren, Mark Arcobello gebühre die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler dieser Playoffs. Er hat soeben im dritten Finalspiel drei Treffer erzielt.

Ramon Untersander bisher besser als Raphael Diaz

Wir sehen: Selbst nach einer mehrstündigen Diskussion wäre es schwierig, sich beim SCB auf einen MVP zu einigen. Weil der SCB, je länger diese Playoffs dauern, desto mehr MVP-Kandidaten hervorbringt.

Bei Zug hingegen löst die Frage nach dem MVP erst einmal Ratlosigkeit aus. Und die Frage: Haben wir überhaupt einen MVP? Tobias Stephan war es bis und mit dem Halbfinal. Aber noch nicht im Final. Lino Martschini tanzte bis ins erste Finalspiel. Aber seither tanzt er nicht mehr. Garrett Roe kann eine entscheidende Rolle spielen – aber für eine Auszeichnung zum MVP reicht es noch nicht. Vorkämpfer Reto Suri verdient eine Tapferkeitsauszeichnung. Aber um MVP zu sein, hat er zu wenig Einfluss aufs Spiel. Er ist nicht Zugs Antwort auf Tristan Scherwey. Raphael Diaz ist ein eleganter, charismatischer Verteidigungsminister und Captain. Aber MVP wird er nur durch Helden­taten im Final. Ramon Untersander war bisher besser.

Die Zuger können nur Meister werden, wenn wir wegen zu vieler Kandidaten nicht wissen, wen wir zum MVP küren wollten. Zug sucht seinen MVP – und muss ihn in den nächsten zwei Partien finden. Sonst ist es zu spät.

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