Der EV Zug verliert den Faden

Der EV Zug verspielt die gute Ausgangslage gegen Mountfield HK: Endstation der Champions-League-Kampagne.

Daniel Gerber
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Dario Simion (vorne) im Kampf gegen Lukas Cingel und Mislav Rosandic (rechts).

Dario Simion (vorne) im Kampf gegen Lukas Cingel und Mislav Rosandic (rechts).

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 10. Dezember 2019)

22 Minuten lang machte der EV Zug vieles richtig. Die feinere Klinge führend erarbeiteten sich die Zentralschweizer genügend verheissungsvolle Chancen um eine komfortable Führung zu erarbeiten. Gemessen an den Möglichkeiten hätte folgende Szene den 1:3-Anschlusstreffer für die Tschechen bedeuten müssen: Als die Zuger Abwehr in der 23. Minute einen Abpraller nicht wegräumte, konnte der Tscheche Petr Koukal die Scheibe ungehindert übernehmen und unbedrängt einschieben.

Allerdings lautete der Spielstand eben nicht 3:1 sondern 0:1. «Das ist sehr ärgerlich. Es ist ein altes Gesetz, dass wenn man die Tore nicht macht, man diese kassiert», bilanzierte EVZ-Sportchef Reto Kläy. «Wir sind zu fahrlässig mit den Chancen umgegangen.» «Wir starteten schlecht ins Spiel, aber unser Torhüter rettete uns», analysierte Mountfield-Coach Vladimir Ruzicka.

Gute Ausgangslage verspielt

Gegen die tschechische Mannschaft Mountfield HK gab der EV Zug nicht nur einen guten Start, sondern eine gute Vorarbeit preis: Auswärts noch hatten die Zuger ein 1:1-Unentschieden errungen – folglich musste nicht eine Hypothek abgetragen werden. «Mit einer solchen Ausgangslage, wie der unsrigen ein Heimspiel zu verlieren ist sehr ärgerlich», bedauerte Reto Kläy.

Bis zur Spielmitte führten die Gäste mit 3:0: Den zweiten Treffer kassierte Leonardo Genoni aus spitzem Winkel auf der eigentlich geschlossenen Seite und das dritte Tor fiel nach einem Distanzschuss im Power-Play. Auch die Special-Teams sorgten für den Unterschied. Der EVZ nutzte vier Überzahlsituationen nicht, die Tschechen waren bei ihrer einzigen erfolgreich.

Nicht dass es an Emotionen gefehlt hätte: Mehrere hitzige Szenen entbrannten, die heftigste entlud sich in einer Keilerei zwischen Yannick-Lennart Albrecht und Kevin Klima – beide wurden unter die Dusche geschickt. «Wir waren effizient, kreierten viele Chancen, aber dann kippte das Momentum», sagte EVZ-Coach Dan Tangnes.

Letztlich waren sämtliche Bemühungen vergeblich: Zwar konnte der EV Zug in dieser Saison erstmals in der Champions League eine K.O.-Runde überstehen, der Einzug in Europas Top-4 blieb dem Team aber verwehrt. «Wir sind sehr enttäuscht. Wir hatten es als eine grosse Chance gesehen um Geschichte zu schreiben», so Dan Tangnes weiter.

Zu den Wechselgerüchten rund um David McIntyre – der HC Lugano soll an einer sofortigen Übernahme interessiert sein – nimmt der EVZ keine Stellung.

Zug – Mountfield 0:4 (0:0, 0:3, 0:1)
4450 Zuschauer. – SR Björk/Nord (SWE); Kaderli/Schlegel.
Tore: 23. Koukal (Nedomlel) 0:1. 28. Smolenak 0:2. 30. Pavlik (Ausschluss Lindberg) 0:3. 59. Chalupa (Smolenak) 0:4 (ins leere Tor).
Strafen: 1-mal 2 plus 5 Minuten (Albrecht) plus Spieldauer (Albrecht) gegen Zug, 4-mal 2 plus 5 Minuten (Klima) plus Spieldauer (Klima) gegen Mountfield Hradec Kralove.
Zug: Genoni; Diaz, Morant; Thiry, Alatalo; Schlumpf, Zgraggen; Zryd; Klingberg, Lindberg, Zehnder; Hofmann, Kovar, Martschini; Oehen, McIntyre, Simion; Albrecht, Langenegger. Mountfield Hradec Kralove: Mazanek; Zamorsky, Linhart; Pavlik, Salda; Nedomlel, Rosandic; Cap; Vincour, Klima, Cerveny; Smolenak, Cingel, Chalupa; Jergl, Koukal, Pavlik; Rakos, Kubik, Miskar; Pilar.
Bemerkungen: Zug ohne Hollenstein (krank). Timeout Zug (57.).