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Der EVZ kommt nicht vom Fleck

Nur vier Tore in den letzten drei Spielen: Der EV Zug verliert in Lugano mit 1:2 nach Verlängerung.
Sven Aregger aus Lugano
Die EVZ-Spieler Jan Kovar (links) und Livio Stadler versuchen, Luganos Linus Klasen zu stoppen. Bild: Marusca Rezzonico/Freshfocus (Lugano, 26. Oktober 2019)

Die EVZ-Spieler Jan Kovar (links) und Livio Stadler versuchen, Luganos Linus Klasen zu stoppen. Bild: Marusca Rezzonico/Freshfocus (Lugano, 26. Oktober 2019)

Es ist erst zwei Wochen her, da hatte man den Eindruck, dass der EV Zug so richtig Fahrt aufgenommen hat. Er besiegte die ZSC Lions und knüpfte damit an die überzeugenden Leistungen gegen Ambri-Piotta, Genève-Servette und den SC Bern an. Doch seither ist den Zentralschweizern nicht mehr allzu viel gelungen. Am Samstag in Lugano verloren sie zum dritten Mal in Serie, der ehemalige EVZ-Flügel Dominic Lammer realisierte in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 2:1 für die Tessiner.

Die Niederlage war keineswegs zwingend, die Partie hätte auch zu Gunsten der Zuger ausgehen können. Und Torhüter Leonardo Genoni sagte: «In der Defensive haben wir zuletzt Fortschritte gemacht.» Statistisch ist das richtig, der EVZ kassiert weniger Gegentore als noch zu Meisterschaftsbeginn. Trotzdem muss man feststellen, dass die Verteidigung bisher nicht so sattelfest auftritt wie in der Vorsaison. Gerade die Angriffsauslösung bleibt ein Problem. Es fehlt die Präzision, vieles ist Stückwerk. «Wir müssen einfacher aus der eigenen Zone kommen», resümierte denn auch Genoni.

Jetzt hapert es auch in der Offensive

Im nächsten Frühling laufen die Verträge der Verteidiger Thomas Thiry, Johann Morant und Miro Zryd aus. Es ist schwer vorstellbar, dass sie alle einen neuen Kontrakt erhalten. Aus dem Nachwuchs steht Dario Wüthrich (20) bereit, und Sportchef Reto Kläy sondiert gewissenhaft den Markt. Besonders Thiry und Zryd werden sich Gedanken machen. Thiry, der 22-jährige Franzose mit Schweizer Lizenz, überzeugte in den vergangenen beiden Saisons als robuster Abräumer. Jetzt scheint er zu stagnieren und erhält weniger Eiszeit von Trainer Dan Tangnes. Der Berner Oberländer Zryd (24), der vor einem Jahr mit grossen Vorschusslorbeeren von den SCL Tigers nach Zug gestossen war, beweist durchaus Mut in der Offensive, defensiv leistet er sich allerdings regelmässig Aussetzer. Gegen Lugano stand er zwar im Aufgebot, aber zum Einsatz gelangte er nicht.

Bislang konnte sich der EVZ meist auf seine prominent besetzte Offensive verlassen. In den vergangenen drei Meisterschaftsspielen resultierten jedoch nur vier Tore. Auch Grégory Hofmann, der bereits bei 13 Saisontreffern steht, war bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte glücklos. Er liess in Lugano mehrere gute Möglichkeiten aus. Und Lino Martschini kann seine Torgefährlichkeit in der Linie mit dem verhaltenen Schweden Oscar Lindberg und Jérôme Bachofner kaum entfalten. Immerhin gelang dem jungen Sven Leuenberger im Tessin sein erstes Saisontor – und das erst noch in Unterzahl nach einer Scheibeneroberung von Yannick-Lennart Albrecht.

Das nächste ungemütliche Auswärtsspiel

Was soll man nun von diesem EV Zug halten? Es gibt Spieler, die sagen, es sei eine Frage der Mentalität, ob der EVZ zur Spitzenmannschaft tauge. Er müsse bereit sein, in jedem Spiel so hart zu arbeiten wie beispielsweise Ambri oder die Rapperswil-Jona Lakers, denen mangels Klasse praktisch nichts anderes übrig bleibt. Fehle die mentale Bereitschaft, sei Zug nur eine gewöhnliche Mannschaft. Eine Mannschaft mit grossem Potenzial, aber ohne das gewisse Etwas. Man kann es auch so formulieren: Mit Talent allein lassen sich einzelne Spiele gewinnen, aber keine Titel.

Die Arbeit wird dem EVZ jedenfalls nicht ausgehen. Nach den Niederlagen in Lausanne (1:2) und Lugano steht am Dienstag ein weiteres ungemütliches Auswärtsspiel an. Die Zuger gastierten bei Genève-Servette. Genoni sagte: «Die Partie kommt zum richtigen Zeitpunkt. Ich erwarte ein Spiel, an dem wir wachsen können.»

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