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Der EVZ trifft auf einen welschen Club ohne Welsche

Der EV Zug trifft ab Dienstag in den Playoff-Halbfinals auf Lausanne. Der EVZ-Gegner ist Berns kleiner taktischer Bruder, und im Tor steht ausgerechnet ein Zuger.
Klaus Zaugg
In-Albon trifft zum allesentscheidenden 4:0. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone, Lausanne, 23. März 2019)

In-Albon trifft zum allesentscheidenden 4:0. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone, Lausanne, 23. März 2019)

Der HC Lausanne ist von der Spielanlage her wie eine Kopie des grossen SC Bern. Kein Wunder: Trainer Ville Peltonen ist ein Zauberlehrling von Berns grossem Welttrainer Kari Jalonen. Bevor er in Lausanne im vergangenen Sommer den ersten Job als Cheftrainer einer Profimannschaft übernommen hat, erlernte er das Handwerk vier Jahre lang als Assistent von Kari Jalonen.

Und so kommt es, dass Lausanne zwar wunderbar welsch tönt. Aber diese Mannschaft hat nichts mit der Hockeykultur in der Romandie zu tun. Gerade noch ein Spieler – Stürmerhaudegen Benjamin Antonietti – ist welscher Zunge. Die Besitzer kommen aus Nordamerika, der Hauptsponsor ist ein Rohstoffhändler, der als reichster Mann Grossbritanniens gilt und Monaco als Wohnsitz gewählt hat, und Geschäftsführer Sache Weibel ist ein Ostschweizer.

Nächste Saison zieht der HC Lausanne in einen neuen Hockeytempel ein, und die Zielsetzung ist ganz klar: ein Titan und der erste Meister aus der Romandie sei 1973 (La Chaux-de-Fonds) werden. Lausannes Hockeyarchitekten vertrauen in allererster Linie auf bewährte Deutschschweizer. Den Kern der Mannschaft bilden die ehemaligen SCB-Junioren Christoph Bertschy, Joël Vermin, die ihr Nordamerika-Abenteuer abgebrochen haben, und Captain Etienne Froidevaux. Und ab nächster Saison wird Zugs Torhüterlegende Tobias Stephan der letzte Mann sein.

Vorerst aber obliegt es noch einem echten Zuger, die Pucks abzuwehren. Sandro Zurkirchen (29). Im Frühjahr 2013 ist er in Zug gewogen und für die höchste Liga als zu leicht eingestuft worden. Er hat sein Glück in Ambri gefunden und von dort zügelte er im Sommer 2017 nach Lausanne. Nun ist er dort wieder gewogen und für die Mission Meistertitel als zu leicht eingestuft worden. Nächste Saison kommt Tobias Stephan, und Sandro Zurkirchen muss Lausanne trotz laufendem Vertrag verlassen. Er wird in Lugano mit bäumigem Salär und dem Hockeylebensstil unter Palmen getröstet.

Sandro Zurkirchen hat sich im Wettstreit um die Nummer-1-Position gegen Luca Boltshauser durchgesetzt und wird eine entscheidende Rolle spielen. Wegen der hohen Systemsicherheit von Lausanne und von Zug sind keine torreichen Spiele zu erwarten, und damit wird die Rolle des Torhüters noch wichtiger, als sie ohnehin schon ist.

EVZ: Hütet euch vor frühen Gegentoren

Sandro Zurkirchen war gut genug, um Lausanne die ersten Playoff-Halbfinals in der höchsten Liga zu ermöglichen. Lausanne gewinnt kaum Spiele dank seinem letzten Mann. Aber Lausanne verliert in der Regel auch nicht wegen des Torhüters. Das reichte gegen Langnau. Die Frage ist, ob System und Goalie auch gegen den EV Zug gut genug sind. Lausanne hat drei von vier Partien gewonnen: 4:2 (h), 4:1 (a) und 5:2 (a). Nur ein Heimspiel konnte der EVZ mit 4:2 gewinnen. Diese Statistik will für eine Playoff-Halbfinalserie wenig heissen. Zug kann Playoff und hat 2017 den Final erreicht. Lausanne kann Playoff noch nicht so gut und hat soeben gegen Langnau zum ersten Mal überhaupt auf höchstem Niveau eine Playoff-Serie überstanden.

Der Faktor Erfahrung ist in diesem Zusammenhang nicht zu unterschätzen. Eine zentrale Bedeutung wird der Spielverlauf haben: Lausanne ist mit seinem Systemhockey dann am erfolgreichsten, wenn der Gegner in Rückstand gerät. Somit heisst es für die Zuger: Hütet euch vor frühen Gegentoren.

Lausanne – SCL Tigers 8:1 (2:0, 4:0, 2:1)

6700 Zuschauer (ausverkauft). – SR Hebeisen/Salonen, Castelli/Fuchs. Tore: 8. Jeffrey (Vermin/Ausschluss Bertschy!) 1:0. 10. Kenins (Grossmann/Ausschluss Neukom) 2:0. 30. Emmerton (Leone) 3:0. 31. In-Albon (Moy, Kenins) 4:0. 35. Froidevaux (Kenins) 5:0. 39. Emmerton (Genazzi/Ausschluss Di Domenico) 6:0. 51. Vermin (Ausschluss Glauser) 7:0. 56. Pesonen (Pascal Berger) 7:1. 58. Antonietti (Frick) 8:1. Strafen: 7mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Junland, Grossmann) gegen Lausanne, 7mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Di Domenico, Glauser) gegen SCL Tigers. Lausanne: Zurkirchen; Junland, Genazzi; Lindbohm, Frick; Trutmann, Grossmann; Nodari; Moy, Emmerton, Kenins; Bertschy, Jeffrey, Vermin; Zangger, Froidevaux, Leone; Antonietti, In-Albon, Herren.
SCL Tigers: Ciaccio (41. Östlund); Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Elo, Gagnon, Dostoinow; DiDomenico, Pascal Berger, Pesonen; Kuonen, Diem, Neukom; Rüegsegger, Randegger, Nils Berger.

National League. Abstiegsrunde: Fribourg-Gottéron – ZSC Lions 5:2 (2:1, 1:1, 2:0). Rapperswil-Jona Lakers – Davos 2:1 (1:0, 1:1, 0:0). Rangliste: 1. Fribourg-Gottéron 6/87 (146:138). 2. ZSC Lions 6/82 (141:152). 3. Davos 6/54 (135:185). 4. Rapperswil-Jona Lakers 6/44 (108:179).

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