FCL mit Herz, Mut und Kopf zum 2:0-Sieg

Bald ist die Fasnacht im Lande – und der FC Luzern sorgt schon mal für einen donnernden Paukenschlag: Der FCL bodigt Schweizer Meister YB mit 2:0 (0:0).

Turi Bucher
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Der FC Luzern im Freudentaumel: Blessing Eleke kurz nach seinem entscheidenden Treffer zum 2:0.
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Geballte Faust: Luzerns Lucas bejubelt das 1:0.
Der Ex-Luzerner und jetzige YB-Captain hatte eine Flanke von Pascal Schürpf ins eigene Tor abgelenkt. YB-Torhüter von Ballmoos war chancenlos.
Der neue Trainer Fabio Celestini kann auf einen erfolgreichen Start beim FCL zurückblicken. In beiden bisherigen Spielen hat er seine Mannen zu Sieg gecoacht.
Taktikfüchse im Gespräch: Celestini (links) und sein Widersacher Gerardo Seoane vor der Partie.
Die Luzerner Anhänger mit einer aufwendigen Choreo. Sie sollten noch einiges zu bejubeln haben.
Hatten den Ball in einer engen Startphase fest im Blick: Luzerns Pascal Schürpf (rechts) ringt mit dem Berner Marvin Spielmann.
Oft gesehen – insbesondere in der ersten Halbzeit: Ein Luzerner und ein Berner kämpfen um das runde Leder. Hier im Bild: Luzerns Darian Males (links) und YB-Mittelfeldspieler Marvin Spielmann.
Ein akrobatischer YB-Schlussmann David von Ballmoos überspringt Luzerns Franco Margiotta. Die YB-Defensive konnte aufatmen – aus dieser Situation resultierte kein Tor.
Luzerns Torhüter Marius Müller (in pink) rettet gegen den Berner Stürmer Nicolas Ngamaleu. Der Deutsche sollte das Spiel mit einer weissen Weste beenden.
Luzerns Simon Grether (links) versucht, Jean-Pierre Nsame den Ball wegzugrätschen.
Kopfballduell zwischen dem FCL-Verteidiger Lucas (links) und YB-Stürmer Jean-Pierre Nsame.
Es war eng, es war umkämpft und die Berner führten zweifellos die etwas feinere Klinge. Dennoch gingen schliesslich die Luzerner als Sieger aus der Partie hervor.

Der FC Luzern im Freudentaumel: Blessing Eleke kurz nach seinem entscheidenden Treffer zum 2:0.

Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 1. Februar 2020

Dieser Sieg des FCL gegen YB ist eine faustdicke Überraschung. Vor ein paar Wochen noch hing der FC Luzern in den Seilen. Nun, mit dem neuen Trainer Fabio Celestini, präsentiert sich der FCL wie verwandelt, hat in zwei Spielen zwei Siege geholt. Ja, der FCL hat eine Woche nach dem 3:2 beim FCZ sozusagen das Break gegen YB bestätigt. Die Torschützen für den FCL: YB-Captain Fabian Lustenberger mit einem Eigentor in der 81. Minute und der eingewechselte Nigerianer Blessing Eleke in der 93. Minute.

Die Young Boys waren allerdings die meiste Zeit die überlegene Mannschaft. YB entwickelte sehr viel Druck. Der Schweizer Meister presste intensiv, so dass der FC Luzern schon mit der Angriffsauslösung am eigenen Strafraum Mühe hatte. Balleroberungen im Mittelfeld waren die kleinen FCL-Erfolgserlebnisse, so hielt Luzern die Young Boys in Schach.

Scharmützel nach dem Spiel

Polizei mit Gegenständen beworfen

Nach dem heroischen Sieg des FC Luzern über YB kam es zwischen den Fan-Gruppierungen und den Sicherheitskräften zu Auseinandersetzungen. Dies geht aus einer Mitteilung der Luzerner Polizei am späten Samstagabend hervor. Zuerst wurde im Bahnhof Luzern ein Zug versprayt, dann haben Unbekannte die Polizei mit Gegenständen beworfen, als diese intervenierte. Die Sicherheitskräften setzten daraufhin Gummischrot und Reizstoffe ein. Nach dem Scharmützel stiegen die Anhänger in den Extrazug ein. Verletzt hat sich gemäss Meldung beim Vorfall niemand. (stp)

Lustenbergers Eigentor entscheidet

Luzern versuchte auch nach der Pause, YB zu neutralisieren. Bis zur 81. Minute, als Verteidiger Silvan Sidler einen FCL-Angriff lancierte. Der angespielte Pascal Schürpf sprintete auf der linken Seite zur Torlinie hinunter, passte flach und scharf in den Strafraum. Dort prallte der Ball YB-Captain Fabian Lustenberger ans Bein und ins Tor. Lustenberger, in Nebikon aufgewachsen, in Schenkon wohnhaft, brachte seinen ehemaligen Verein so unerwartet und ungewollt auf die Siegerstrasse. Jetzt endlich war Stimmung im Stadion.

Die Luzerner mussten in der Folge noch zwei gefährliche Szenen überstehen und verbuchten die drei Punkte in der Nachspielzeit definitiv: Der eingewechselte Blessing Eleke stand nach einem Konterangriff und einem Abpraller am richtigen Ort, schob zum 2:0 ein.

YB in falschen Statistiken besser

YB-Trainer Gerardo Seoane sagt nach dem Schlusspfiff zu Recht: «Wir haben in diesem Spiel viele Statistiken gewonnen. Aber die wichtigste Statistik nicht: Jene der Tore.» Luzerns Coach Fabio Celestini meinte: «Die rote Karte an YB-Verteidiger Zesiger und das Eigentor haben uns geholfen. Aber mein Team hat sich diesen Sieg mit Herz, Mut und Kopf geholt.» Ob der Sieg insgesamt verdient war – wer fragt in ein, zwei Tagen noch danach?

Luzern - Young Boys 2:0 (0:0)
9331 Zuschauer. - SR Tschudi. - Tore: 81. Lustenberger (Eigentor) 1:0. 93. Eleke 2:0.
Luzern: Müller; Grether, Lucas, Knezevic, Sidler; Voca, Ndenge; Schürpf (91. Demhasaj), Males (72. Mistrafovic); Margiotta (61. Eleke).
Young Boys: Von Ballmoos; Janko, Lustenberger, Zesiger, Lotomba; Martins; Fassnacht (72 Fassnacht), Aebischer, Spielmann (65. Hoarau); Nsame (78. Bürgy), Moumi Ngamaleu.
Bemerkungen: Luzern ohne Ndiaye (gesperrt), Schulz, Kakabadse und Binous (alle verletzt). Young Boys ohne Camara, Gaudino, Lauper und Sörensen (alle verletzt). 74. Gelb-Rote Karte Zesiger (Foul). Verwarnungen: 36. Zesiger (Unsportlichkeit). 54. Margiotta (Foul).

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