YB unglaublich heimstark, FCZ bleibt unter Rizzo ungeschlagen: Zehn Erkenntnisse zur Super League

Die Spiele der achten Runde der Super League konnten trotz der Coronapandemie endlich wieder einmal ohne Verschiebungen stattfinden. Das müssen Sie zu den fünf Partien wissen.

Markus Brütsch
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2:1 gegen den FCB - YB ist zu Hause nicht zu bezwingen

Erkenntnis 1: YB bleibt zu Hause eine Macht. Seit mehr als zwei Jahren, genauer: dem 18. Oktober 2018, hat es in der Super League kein Heimspiel mehr verloren. Was diese Bilanz mit 35 Partien noch eindrücklicher macht: Es sind nur vier Unentschieden dabei. In den drei Berner Meisterjahren setzte es auf eigenem Terrain nur zwei Niederlagen (17/18 0:4 gegen Thun und 18/19 2:3 gegen Luzern) ab. Ein Basler Trost: Die Berner sind noch weit von der rotblauen Rekordserie von 59 Partien – von März 2003 bis April 2006 unter Trainer Gross – entfernt. Und der FCB hat dabei auch nicht den Vorteil in Anspruch genommen, auf Kunstrasen zu spielen. Ein Unentschieden wäre für ihn am Samstag aber das Höchste der Gefühle gewesen. Auch im neunten Anlauf seit dem 22. Mai 2016 blieb er in Bern ohne Sieg.

YB-Spieler Christian Fassnacht im Zweikampf mit Pajtim Kasami.

YB-Spieler Christian Fassnacht im Zweikampf mit Pajtim Kasami.

Bild: Marc Schumacher / freshfocus (

Erkenntnis 2: Selbst wenn es in der Tabelle noch nicht abzulesen ist – mehr Niederlagen als Siege und bei einem Spiel weniger acht Punkte hinter YB - , der FCB hat in dieser Saison das Potenzial, Gelbschwarz im Titelkampf deutlich mehr herauszufordern, als in den letzten Jahren. YB war nach der Pause zwar die klar bessere Mannschaft, doch wenn die vom Coronavirus und von Verletzungen gebeutelte Equipe des FCB komplett und im Spielrhythmus sein wird, hat sie mit der starken Achse Lindner-Klose-Kasami-Cabral gute Erfolgsaussichten.

Den Penalty gegen den FCB (Klose) nicht zu pfeifen, war korrekt. Die aktuelle Regel lautet: Wer fällt, darf sich abstützen. Berührt der Arm dabei den Ball, handelt es sich nicht um Handspiel – was natürlich nicht bedeutet, dass man beim Fallen den Ball aktiv wegbefördern darf.

Luzern und Vaduz spielen 1:1 und bleiben sieglos

Erkenntnis 3: Nach den spannenden Transfers von Schaub, Sorgic, Carbonell, Tasar und Frydek hat es Trainer Celestini noch nicht geschafft, dass beim FC Luzern die Rädchen ineinander greifen. Die Schiris sind ohne Schuld daran.

Erkenntnis 4: Aufsteiger Vaduz hat auf Transfers verzichtet und muss konstatieren, dass ihm im Oberhaus die Durchschlagskraft abgeht. In Luzern brauchte er trotz 40-minütiger Überzahl einen umstrittenen Penalty zum Ausgleich.

St. Gallen: Vom 0:2 gegen Lausanne zum 2:2

Erkenntnis 5: Die seit fünf Partien sieglosen St. Galler mögen nicht mehr dieselbe Leistungsstärke wie in der letzten Saison haben, ihre Moral hat deswegen jedoch nicht gelitten. Sonst hätten sie gegen Lausanne nicht aus einem 0:2 ein 2:2 gemacht.

«Erkenntnis 6:» Norweger sind nicht nur gute Wintersportler, sondern im Fussball auch hervorragende Torschützen. Am Tag nach der Haaland-Gala legten Flo und Fiorentina-Leihgabe Zekhnini nach und schossen die beiden Lausanner Tore.

Leistungsgerecht: Sion und der FCZ spielen 2:2

Erkenntnis 7: Trotz zweimaliger Quarantäne und einer Spielpause von fünf Wochen ist eine gute Leistung über 90 Minuten möglich. Diesen Beweis hat der FC Sion erbracht, der dem FCZ nach einem 0:1- und einem 1:2-Rückstand ein 2:2 abtrotzte.

Antonio Marchesano (unten) und der FC Zürich müssen sich in Sion (Jan Bamert) mit allen Kräften gegen die erste Niederlage unter dem neuen Trainer Massimo Rizzo wehren.

Antonio Marchesano (unten) und der FC Zürich müssen sich in Sion (Jan Bamert) mit allen Kräften gegen die erste Niederlage unter dem neuen Trainer Massimo Rizzo wehren.

Freshfocus

Erkenntnis 8: Beim FCZ blühen unter dem nun in vier Partien ungeschlagenen neuen Trainer Rizzo Spieler wie Schönbächler und Kololli auf. Ersterer schoss in Sion ein Tor und gab einen Assist, Zweiterer traf zum zweiten Mal in Folge.

Lugano bleibt nach 1:1 bei Servette ungeschlagen

Erkenntnis 9: Servette hat das Toreschiessen verlernt. Oder fast, denn immerhin traf Kyei gegen Lugano einmal. Doch nach 1,6 Toren in der letzten Saison ist der Schnitt nun, bei lediglich drei Treffern in fünf Spielen, auf 0,6 gesunken.

Erkenntnis 10: Lavanchy muss brasilianische Wurzeln haben. Sein Ausgleich war grosse Klasse: Den Ball mit links angenommen und nach einer Drehung mit rechts ins Netz gesetzt. Lugano bleibt saisonübergreifend seit 15 Partien ungeschlagen.