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Kolumne

Der Fussballer und die zwei Doping-Welten

Die Kolumne "Spritzensport" befasst sich mit Themen rund um Doping.
Rainer Sommerhalder

Im amerikanischen Profisport gelten eigene Dopinggesetze. Wer beim American Football Baseball oder Basketball dopt, der wird nicht gemäss Wada-Code für zwei oder vier Jahre, sondern für lächerlich anmutende 10 oder 20 Spiele gesperrt.

Die Bestrafung in den US-Profiligen setzt vielmehr dort an, wo es oft am meisten wehtut: beim Portemonnaie. Die Betrüger müssen als Strafe einen Teil ihres Jahresgehalts abliefern. Und die Liga-Bosse können für sich in Anspruch nehmen, dass die Dopingregeln auf demokratische Weise zustande kommen – quasi als Vertrag in Verhandlungen mit den Spielergewerkschaften.

Soeben hat sich in der Major Soccer League der vierte Dopingfall innert 15 Jahren ereignet. Es ist ein Fall, der Weltantidopingagentur und Fifa ins Schwitzen bringt. Denn nach drei kleinen Fischen erwischte es im US-Profifussball mit Roman Torres nun einen Stammspieler der Nationalmannschaft Panamas. WM-Teilnehmer Torres muss bis zum 29. September für zehn Spiele zuschauen und 20 Prozent seines Jahreseinkommens von 1,4 Millionen Dollar als Busse bezahlen.

Die Krux ist, dass die MLS nicht dem Dopingstatut der Fifa unterstellt ist, Panamas Nationalteam aber schon. Und in jeder Liga ausserhalb der USA würde Torres für einen viel längeren Zeitraum aus dem Verkehr gezogen. Darf er nun im Oktober wieder für Panama auflaufen oder erst im Herbst 2022? Die Wada hat vorgestern von der Fifa eine Stellungnahme verlangt. Die Fifa ist wie immer, wenn es um Doping geht, kurz angebunden: «Wir prüfen diese Angelegenheit. Haben Sie Verständnis, dass wir derzeit keine weiteren Kommentare abgeben können», heisst es.

Bei Antidoping Schweiz hat man einen solchen Fall bereits durchgespielt. Falls ein Schweizer Eishockeyspieler in der NHL des Dopings überführt wird, dann kann er während der gemäss Wada vorgesehenen Strafdauer weder in der Nati eingesetzt werden, noch zu einem Verein ausserhalb Nordamerikas wechseln.

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