Der HC Kriens-Luzern gewinnt einen «unnötigen Krimi» gegen Bern

Viertes Saisonspiel, vierter Sieg: Kriens-Luzern zittert sich in Bern zu einem 30:29-Erfolg.

Stephan Santschi
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Spannend war es bis zum Schluss in der Mobiliar Arena in Gümligen: Kriens-Luzern führte mit 30:29, die Berner lancierten noch einen Angriff. Die Gäste zapften die letzten Energiereserven an, warfen sich in die Zweikämpfe. Ein letzter Freiwurf in die Mauer, dann war es vollbracht. Die Zentralschweizer siegten nach den beiden Erfolgen gegen RK Dubrava in der Qualifikation zur European League und gegen Wacker Thun im NLA-Auftaktmatch erneut. «Ein riesiges Kompliment an meine Mannschaft», lobte Trainer Goran Perkovac. «Genau für solche Partien profitieren wir von unseren internationalen Erfahrungen. Wir haben am Ende die Nerven behalten.»

Goran Perkovac im Element: «Wir waren so schnell, die Berner hatten keinen Stich. »

Goran Perkovac im Element: «Wir waren so schnell, die Berner hatten keinen Stich. »

Boris Bürgisser (Kriens, 2. September 2020)

Dass Kriens-Luzern überhaupt ins Zittern kommen würde, war allerdings lange nicht absehbar. «Total unnötig war dieser Krimi», kritisierte Perkovac, «wie schon im Heimspiel gegen Dubrava liessen wir zu viele 100-prozentige Chancen liegen.» Angesprochen war der Auftritt in der zweiten Hälfte, in der die Luzerner dem Aufwand der letzten zwölf Tage Tribut zollten. Im Gegensatz zu den Bernern, die erst einmal gespielt hatten, standen sie bereits dreimal auf der Platte – zwei 12-stündige Busfahrten von und nach Zagreb inklusive. «Lauwarm» sei sie gewesen, die Leistung in der Abwehr nach dem Seitenwechsel, fand Perkovac. «Und vorne fehlte die Entschlossenheit und der Zug Richtung Tor.»

Ein Luzerner gleicht für die Berner aus

Und so kam es, dass Kriens-Luzern den sicheren Fünftore-Vorsprung, den es in der ersten Halbzeit herausgespielt und bis zur 40. Minute verteidigt hatte (22:17), kontinuierlich preisgab. Die Berner liessen nun die Muskeln spielen, deckten mit viel Aggressivität und stellten vorne ihre Shooterqualitäten unter Beweis. Der beste Mann der Gastgeber war allerdings der neuverpflichtete Goalie Mario Cvitkovic, der vor allem die Krienser Flügelspieler in Halbzeit zwei zur Verzweiflung brachte. Claudio Vögtli, neben Samuel Weingartner einer von zwei auffälligen Luzernern in Berner Diensten, stellte in der 53. Minute erstmals wieder den resultatmässigen Gleichstand her (25:25).

Janus Lapajne führt Kriens-Luzern zum Sieg

Kriens-Luzern wankte, schleppte sich auf die Zielgerade. Dass es nicht fiel, hatte es seinem neuen Spielmacher Janus Lapajne zu verdanken. In einer Phase, in der seine Nebenleute zögerten und den Querpass bevorzugten, spielte der 25-jährige Slowene die entscheidenden Pässe und war 16 Sekunden vor dem Abpfiff auch für den 30:29-Siegestreffer verantwortlich. «Er war unsere treibende Kraft», hielt Perkovac fest.

Am Ende war es aber der verdiente Sieg eines Kollektivs, das immer mehr zu einer Einheit zusammenwächst und das vor allem in der ersten Halbzeit sein grosses spielerisches Potenzial aufzeigte. «Wie der Herrgott persönlich» habe man da gespielt, «wir waren so schnell, die Berner hatten keinen Stich», freute sich Perkovac. Nun muss seine Equipe gut regenerieren, denn am Sonntag steht mit dem Heimspiel gegen GC Amicitia Zürich schon die nächste Herausforderung auf dem Programm. Dann will Kriens-Luzern den fünften Sieg in Serie einfahren, möglichst aber ohne finalen Nervenkitzel.

BSV Bern – Kriens-Luzern 29:30 (13:17)
Mobiliar Arena, Gümligen. – 470 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Bern, 2-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern. Bern: Cvitkovic/Schelling (für 1 Penalty); Getzmann, Kusio (5), Kaleb (9/3), Baumgartner, (1), Strahm (1), Arn (3), Rohr; Weingartner (6), Mühlemann (1), Eggimann, Vögtli (3), Freiberg. Kriens-Luzern: Bar/Eicher (für 1 Penalty); Wanner (1), Papez (2), Lapajne (4/1), Harbuz (9/4), Blättler (2), Gavranovic (8), Lavric; Oertli (2), Delchiappo, Piroch, Idrizi, Schlumpf (1), Rellstab (1).

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