Der HC Kriens-Luzern erkämpft den wertvollsten Sieg der bisherigen Saison

Der HC Kriens-Luzern bezwingt Verfolger St. Otmar St. Gallen am Mittwochabend mit einem enormen Kraftakt 24:23 (10:10).

Roland Bucher
Hören
Drucken
Teilen
Der Krienser Moritz Oertli (Mitte) wird an seinem Geburtstag hart angepackt.

Der Krienser Moritz Oertli (Mitte) wird an seinem Geburtstag hart angepackt.

Bild: Patrick Hürlimann (Kriens, 29. Januar 2020)

Handball für den Ästheten war es gestern definitiv nicht. Es waren Kampf, Bereitschaft, Wille und Muskelspiele, welche prägten; es waren aber auch eine Unzahl dieser kleinen, lapidaren Fehler, welche den Spielfluss lähmten und nach 60 Minuten folgerichtig dieses Fazit erforderten: «Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel erklärt, dass ich keine Handballgala erwarte – aber den Sieg», erzählte Kriens-Trainer Goran Perkovac nach einer aufwühlenden Partie, «und das haben meine Jungs sauber erledigt.» Gut gemacht, hätten sie es, seine Leute: «Man hat gespürt, dass wir den Fans Freude machen.»

Es gab heikle Momente für den HCK, nach zehn Minuten beispielsweise, als Filip Gavranovic, zweifacher Torschütze in der Startphase und Abwehrpfeiler, die rote Karte gezückt bekam. Er schwöre, «die Intervention war regulär», sagte der Kroate. Videoaufnahmen ergaben schliesslich kein Beweismaterial – weder für noch gegen Gavranovic. Aber: Der Restausschluss des Schlüsselspielers schweisste das Team zusammen, man habe die Irritation schnell weggesteckt, lobte Perkovac: «Dann haben wir enorme Charakterstärke bewiesen.»

Starker Auftritt von Moritz Oertli

Es war der wertvollste Sieg in dieser Saison, von der sich Kriens so viel erhofft; wertvoll und beeindruckend, weil vieles nicht in vorgespurten Bahnen lief. Doch der HCK unterstrich mit Nachdruck, dass er trotz erneut vielen Absenzen und Rekonvaleszenten – Hofstetter, Papez, Schlumpf, Idrizi – die Klasse besitzt, das, was er sich vorgenommen hat, mit Muskelkraft und scharfem Verstand zu erzwingen. Paradebeispiel gestern: Moritz Oertli. Der Sohn des HCK-Generals Nick Christen feierte gestern seinen 19. Geburtstag, trumpfte aber in wichtigen Momenten als Regisseur so abgebrüht auf wie St. Otmars schwedische Spielertrainerlegende Bo Spellerberg: «Dieser Sieg ist das schönste Geschenk», meinte Oertli, «und er ist nichts als verdient. Wir wollten diese Punkte und haben auch in kritischen Situationen nie den Kopf verloren.»

Oertli, ein Prototyp des modernen Handballers: offensiv eloquent, defensiv zuverlässig. «Wir haben heute richtig stark verteidigt, das war der Schlüssel zum Sieg.» Kein Wunder, dass ein Abwehrspezialist zum besten Spieler des Matches auserkoren wurde: Aljaz Lavric zog den St. Galler Angriffsleuten den Zahn, war entscheidend daran beteiligt, dass Kriens am Schluss so überzeugend auftrumpfte – dass er ein verdienter, logischer Sieger wurde.

Zwei Punkte, die Perkovac sagen liessen: «Wir haben unsere Position auf Rang drei gefestigt. Das ist das, was entscheidend ist.» Vielleicht noch wichtiger: Sein Team hat gezeigt, dass es mit seiner mentalen Stärke und physischen Wucht jeden Gegner aus dem Weg räumen kann. Das macht Hoffnung auf einen schönen Krienser Handballfrühling.

Kriens-Luzern – St. Otmar SG 24:23 (10:10)

500 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Kriens- Luzern, 4-mal 2 Minuten gegen St. Otmar. – Kriens-Luzern: Bar/Eicher; Harbuz (7/2), Blättler, Piroch (5), Gavranovic (2), Oertli (4), Ramseier (4), Delchiappo (1), Papez, Lavric (1). – St. Otmar St. Gallen: Bringolf; Spellerberg (5), Hörler (1), Fricker, Gwerder (1), Pendic (5/3), Wüstner, Jurilj, Wetzel (4), Höning (7).

Die Partie in voller Länge zum Nachschauen:

Mehr zum Thema