Der HC Kriens-Luzern spielt gut - aber nicht gut genug für Winterthur

Kriens-Luzern liefert bei Titelkandidat Winterthur eine achtbare Leistung ab. Um die Pfader in Bedrängnis zu bringen, reicht das aber nicht: 26:31-Niederlage.

Roland Bucher
Drucken
Teilen
HCK-Trainer Goran Perkovac (Bildmitte) war nach dem Spiel «nicht unzufrieden». (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 8. September 2018))

HCK-Trainer Goran Perkovac (Bildmitte) war nach dem Spiel «nicht unzufrieden». (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 8. September 2018))

Im Prinzip hatte die Partie zwei Schlüsselmomente, welche über Krienser Gedeih und Verderben entschieden. Erster Knackpunkt nach knapp fünf Minuten: Amin Yousefinezhad, nach längerer Verletzungspause ins Team zurückgekehrt, sah ein hartes Foul früh und resolut mit dem Platzverweis bestraft. Das war doppelt ärgerlich, weil der Iraner überzeugend stark in die Partie gestiegen war, beim Mini-Comeback gleich drei Tore warf. Die fatale Problemstellung für den HCK: Die «Königsposition», wie der Linksaufbau bei den Handballern liebevoll tituliert wird, verwaiste dadurch mehr oder weniger, da auch Spengler mit einer Knieverletzung noch mindestens zehn Tage fehlt. Yousefinezhads «rote Karte» war streng gezückt – «ich finde klar zu streng», sagte Trainer Goran Perkovac, «aber wer im Gegenstoss einem Spieler in die Finger greift, der muss halt immer mit einem solchen Verdikt rechnen».

Erstaunlich war, wie der HCK sich nicht klein beigab, hemdsärmlig in den Infight stieg, gepflegt Filip Gavranovic, seinen Kreisläufer, in Abschlussposition manövrierte, gut auch seinen Topskorer Adi Blättler in den Gegenstoss schickte. Und vor allem: endlich auf die lang vermissten Wurfqualitäten von Aleksandar Radovanovic pochen durfte. «Er hat heute gezeigt, dass er viel mehr kann, als er in den letzten Wochen ablieferte», lobte Perkovac. Sein Team, welches ihn punkto Kampf und Einstellung «durchaus überzeugt» hat, trötzelte, ärgerte den Gegner, erlaubte den Pfadern nicht allzu viele gute Taten. Bis zu dieser verhängnisvollen 37. Minute: Da hatte Kriens kurz zuvor zum 17:17 aufgeschlossen, schien mit breiter Brust sogar auf Punktekurs einzuschwenken – kassierte indes, statt den Pfad zur Überraschung zu ebnen, in doppelter Überzahl den verhängnisvollen Gegentreffer zum 17:18.

Ein buntes Schaulaufen zum Schluss

Von nun an ging’s bergab, mehrten sich die individuellen Fehler, wurde vieles, das zuvor aus Überzeugung geschah, zur Verzweiflungstat, wurde auch offensichtlich, dass die Krienser auf der Rückraummitte-Position ein mittleres Problem aufweisen. Der Auftritt von Captain Tom Hofstetter war zwar von Fleiss und Enthusiasmus geprägt – versandete aber zu oft im zu berechenbaren Versuch des Einzeldurchbruchs. Da war Jud, sein Pendant bei Winterthur, um einiges agiler. Er, aber auch Nationalspieler Roman Sidorowicz zelebrierten in der Schlussphase ein buntes Schaulaufen, dem die Krienser Abwehr oft nur noch bewundernde Blicke zu schenken hatte.

Und trotzdem: «Ich bin nicht unzufrieden», betonte Perkovac. Es war auch Seelenbalsam für ein weiteres schweres Auswärtsspiel am kommenden Mittwoch bei Meister Wacker Thun.