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Der König der Big Points

Roger Federer krönt in Stuttgart seine Rückkehr auf den Tennis-Thron mit dem Turniersieg. Er bezwingt im Final den starken Aufschläger Milos Raonic 6:4, 7:6 (7:3). Federer wird damit auch für seinen Wagemut belohnt.
Jörg Allmeroth, Stuttgart
In Jubelpose: Roger Federer feiert seinen 98. ATP-Turniersieg und spricht hinterher von einem «kleinen Wunder». (Bild: Alex Grimm/Getty (Stuttgart, 17. Juni 2018)

In Jubelpose: Roger Federer feiert seinen 98. ATP-Turniersieg und spricht hinterher von einem «kleinen Wunder». (Bild: Alex Grimm/Getty (Stuttgart, 17. Juni 2018)

Man könnte natürlich sagen, dass das alles für den besten Rasenspieler aller Zeiten, den überhaupt erfolgreichsten Grand-Slam-Spieler der Geschichte eine doch nicht so überraschende Übung gewesen sei. Dieser Pokalsieg in Stuttgart, der Erfolg auf seinem geliebten Tennis-Grün. Aber als Roger Federer am Sonntagnachmittag auf dem Stuttgarter Weissenhof die Hände in den blauen Himmel riss, als erstmaliger Champion des ATP-Wettbewerbs dank eines 6:4, 7:6-Triumphs über den Kanadier Milos Raonic, da wusste er selbst am besten, dass nichts Selbstverständliches oder Erwartbares an diesem Moment war. «Es ist ein Riesending, sogar ein kleines Wunder, wenn man diese Siege so feiert», sagte Federer.

Er erinnerte zu Recht daran, dass es auch schon andere Tage in Stuttgart gegeben hatte. Im letzten Jahr, als er nach dem gleichen Verzicht auf die Sandplatzsaison in der ersten Runde an seinem alten Freund Tommy Haas gescheitert war – und sich dann erst mit dem Pokalcoup in Halle das nötige Selbstbewusstsein für den Saison-Höhepunkt in Wimbledon verschaffte. «Wenn man nach so langer Abwesenheit zu einem Turnier kommt», so Federer, «dann ist man über jeden Sieg zufrieden. Ein Turniersieg ist dann eher traumhaft. Nichts, womit man rechnen kann.»

Raonic: «Roger ist eiskalt»

Federer hatte, das gehört ja auch zur Geschichte dieses 98. Titelgewinns, in seiner ersten Turnierpartie seine liebe Müh und Not. Gegen den unbequemen Mischa Zverev, einen klassischen Serve-and-Volley-Spieler, lag er mit einem Satz und einem Break zurück. Es war der Moment, wo auch Federer die Gedanken an das Scheitern des Vorjahres verdrängen und einen Gang hochschalten musste. Aber auch dafür ist Federer bekannt: Belohnt wird nur der Wagemutige. Der Mann, der, wie er, das Risiko erhöht, wenn viel auf dem Spiel steht. So hielt es Federer in jenem Match gegen Zverev, und so setzte er seine Siegesserie im Schwabenland auch fort. Er war der König der Big Points, jener Situationen, die auf Rasen noch einmal eine herausragendere Rolle spielen. Ganz einfach, weil es nur wenige gibt. Ein, zwei Punkte oft nur. «Roger ist da eiskalt, setzt dich unter Druck», sagte Raonic später.

Selbst der Kanadier, der Spieler mit dem brachialen Service, ein Rasenspezialist, musste schliesslich die Dominanz des Maestros anerkennen. Er hatte einfach keine Chance, Federer in Angst und Schrecken zu ver­setzen – vornehmlich, weil der Schweizer präzise und konstant gut servierte. «Ich wollte nichts anbrennen lassen mit dem eigenen Aufschlag», sagte Federer, der bereits am Samstag mit dem noch härter erstrittenen Sieg gegen den Australier Nick Kyr­gios den Sprung auf Platz eins der Weltrangliste sicherstellte. Die Thronbesteigung veredelte er dann mit dem Premierenerfolg.

Folgt in Wimbledon der 100. Titelgewinn?

Eine Atempause gibt es nicht für Federer, schliesslich wartet nun die nächste Mission auf den 36-jährigen Grossmeister – bei den Gerry Weber Open in Halle. Also bei jenem Turnier, bei dem er so erfolgreich wie nirgendwo anders in seiner Karriere gewesen ist. Federer hat auch keine Probleme mit dem Terminstress, mit der Rückfahrt am Sonntag in die Schweiz und dem Aufbruch am Montag nach Ostwestfalen. «Ich habe lang genug Pause gehabt, jetzt muss ich wieder arbeiten», scherzte er auf dem Centre Court. Titel 99 könnte in Halle an der Reihe sein. Die 100 wäre dann für Wimbledon reserviert.

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