Der LK Zug spielt trotz Umbruch vorne mit

Der LK Zug spielt auch heuer auf Augenhöhe mit den Dauerrivalen in der SPL1. Der Präsident spricht von Titeln.

Michael Wyss
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Nach seinem letzten Match in diesem Jahr belegt der LK Zug den zweiten Platz in der SPL1-Tabelle, punktgleich mit Leader Brühl und den Spono Eagles. Jene Teams haben eine Partie weniger ausgetragen. Auf die Zugerinnen warten noch fünf Spiele in der Qualifikation, bevor es in der Finalrunde um den Einzug in den Playoff-Final geht. Überdies sind sie noch im Cup vertreten; im Achtelfinal werden sie im neuen Jahr auf Rotweiss Thun treffen. Dies ist angesichts von Rücktritten von routinierten Spielerinnen nach der vergangenen Saison ein ansprechender Leistungsausweis.

Zugs Co-Captain Leah Stutz beim Wurf.

Zugs Co-Captain Leah Stutz beim Wurf.

Bild: Roger Zbinden (Zug, 21. November 2020)

Der LKZ-Präsident Michael Tremp zieht denn auch eine positive Zwischenbilanz: «Der Blick auf die Tabelle ist erfreulich. Wir können mit den beiden Topteams Brühl und Spono mithalten. Die Entwicklung stimmt mich zuversichtlich.» Die Niederlagen in den ersten Vergleichen mit den Dauerrivalen um Meister- und Cupehren seien kein Beinbruch. Zug verlor in Brühl 24:27 und musste sich den Spono Eagles mit 27:33 beugen. «Wichtig ist, dass wir aus diesen Duellen die richtigen Lehren ziehen», zeigt Tremp auf.

Nachwuchsförderung steht an erster Stelle

Der Zuger Trainer Christoph Sahli sagt: «Die Saison verlief bisher etwas holprig für uns. Das ist ein Stück weit normal, befinden wir uns doch in einer Aufbauphase. In der nächsten Phase geht es darum, diesen Aufbau auf das Feld zu bringen, damit wir auch in den Topspielen erfolgreich sein werden.» Sahli will dabei vor allem auf das Leistungsprinzip in den Trainings setzen. Spielerinnen sollen bewusst durch Einsatzzeit gefördert werden, «die durch Attribute wie Einsatz, Leidenschaft und eine positive Handballverrücktheit auffallen und bereit sind, etwas mehr für den Erfolg zu machen als andere». Damit meint er Akteurinnen wie beispielsweise Co-Captain Leah Stutz. Die Rückraumspielerin zieht eine zwiespältige Zwischenbilanz: «Der Weg stimmt, doch es sind noch Verbesserungen anzubringen. Wir müssen an der Konstanz arbeiten, ausserdem fehlt oft die letzte Konsequenz. Auch an der Fehlerquote müssen wir feilen.» Die bald 22-jährige Stutz führt aus: «Wozu wir fähig sind, haben wir in einigen Partien gezeigt. Wenn wir über 60 Minuten unsere Qualitäten abrufen können, hat es jeder Gegner gegen uns schwer.»

Der LKZ hat sich auch der Entwicklung der ganz jungen Spielerinnen im Fanionteam verschrieben. Wie schätzt Leah Stutz die Erfolge in dieser Hinsicht ein? «Mit Kyra Gwerder und Desirée Ligue haben wir zwei Talente, die sich bereits in der SPL1 beweisen konnten. Es sind zwei Spielerinnen unter vielen, die beim LKZ für höhere Aufgaben heranreifen.» Sie ist überzeugt, dass sich weitere Begabte in der höchsten Schweizer Liga in Szene setzen werden. Der Verein setzt die Philosophie mit dem Einbau des Nachwuchses in das SPL1-Team konsequent um. Diese Haltung steht über dem kurzfristigen Erfolg. Trainer Christoph Sahli führt die Idee dahinter aus: «Die
jungen Spielerinnen werden eines Tages unsere Stützen sein. Deshalb wollen wir ihnen früh die Möglichkeit bieten, sich
auf höchstem Niveau zu präsentieren.»

Trotzdem: Dass man in Zug gerne wieder einmal einen Titel feiern will, ist kein Geheimnis. Seit dem Doublegewinn in der Spielzeit 2014/15 wartet man auf einen Pokal. Der Klubpräsident Michael Tremp schätzt die Chancen auf einen baldigen
Titel hoch ein: «Das Team wird uns überraschen, da bin ich mir ganz sicher. Es ist reif, einen Titel nach Zug zu holen – das spüre ich.»