Der nächste junge Wilde: Ex-Barcelona-Spieler Guillemenot zum FC St.Gallen

Nach Jordi Quintillà verpflichtet der FC St.Gallen mit Jérémy Guillemenot einen zweiten Spieler mit Barcelona-Vergangenheit. Der schweizerisch-französische Doppelbürger gehört in die Kategorie der jungen Wilden, mit denen die Ostschweizer für Furore sorgen wollen.

Christian Brägger
Drucken
Teilen
Jérémy Guillemenot wechselte als 18-Jährige von Servette zum FC Barcelona. Jetzt kommt er zum FC St.Gallen, hier im Bild mit Sportchef Alain Sutter.  (Bild: ZVG)

Jérémy Guillemenot wechselte als 18-Jährige von Servette zum FC Barcelona. Jetzt kommt er zum FC St.Gallen, hier im Bild mit Sportchef Alain Sutter.  (Bild: ZVG)

Der FC St.Gallen scheint langsam eine Filiale des FC Barcelona zu werden. Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, auch wenn nach Jordi Quintillà mit Jérémy Guillemenot nun der nächste Spieler zu den Ostschweizern stösst, der den spanischen Traditionsclub in jungen Jahren zumindest gestreift hat.

Wobei der Eindruck, den der Stürmer bei den Katalanen hinterliess, in den zwei Jahren im Nachwuchs und in der zweiten Mannschaft – davon war er fast eine Spielzeit lang innerhalb der dritthöchsten Liga an CE Sabadell verliehen – nicht ganz nachhaltig war und sich deshalb der 21-Jährige im vergangenen Sommer Rapid Wien anschloss.

Bei Rapid Wien nicht durchgesetzt

Beim österreichischen Rekordmeister, der in dieser Saison grössere sportliche Probleme hat, konnte sich Guillemenot im vergangenen Halbjahr ebenfalls nicht festbeissen. Nun will er beim FC St. Gallen, wo mit Vincent Sierro und Nassim Ben Khalifa bereits zwei Spieler engagiert sind, die dieselben Walliser Berater haben, der Karriere einen neuen Schub geben und unterschrieb einen bis 2021 gültigen Kontrakt.

Guillemenot ist gebürtiger Schweizer, der auch den französischen Pass besitzt. Er stammt aus dem Nachwuchs von Servette, lief 36-mal für Schweizer Nachwuchs-Auswahlen auf und gilt als Perspektivspieler, als Investition für die Zukunft des FC St.Gallen. Eine Zukunft, in der Sportchef Alain Sutter und Trainer Peter Zeidler um ein paar wenige Routiniers hungrige, junge Spieler scharen wollen, deren Karrieren allenfalls ein wenig ins Stottern geraten sind. Auch Guillemenot eilt der Ruf voraus, ein grosses Talent zu sein. Die Anlagen, diesem Ruf gerecht zu werden, bringt er mit.

Muheims Vertragsverlängerung passt zur neuen Strategie des FCSG

In das Zukunftsdenken der Ostschweizer passt, dass Miro Muheim den im Sommer auslaufenden Vertrag um zwei Jahre verlängert hat. Auch er galt einst als grosses Talent, stiess Anfang 2018 von Chelsea zum FC St.Gallen, riss sich allerdings im Frühjahr bei einem Einsatz mit der zweiten Mannschaft das Kreuzband.

Wieder voll im Training und voller Tatendrang: Miro Muheim (links), hier im Gespräch mit Trainer Peter Zeidler. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus)

Wieder voll im Training und voller Tatendrang: Miro Muheim (links), hier im Gespräch mit Trainer Peter Zeidler. (Bild: Andy Mueller/Freshfocus)

Unterdessen ist Muheim, der auf der linken Seite polyvalent einsetzbar ist, wieder voll einsatzfähig. Zeidler setzte den 20-Jährigen in den Testspielen auf der linken Abwehrseite ein, es ist gut möglich, dass er am Sonntag zum Rückrundenauftakt gegen Zürich den Vorzug vor Andreas Wittwer erhält.