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Der Langenthaler Yannick Rathgeb muss in den USA erst einmal zuschauen

Yannick Rathgeb hat es nicht ins NHL-Eishockeykader der New York Islanders geschafft, der Start in der zweitklassigen AHL ist holprig. Dennoch glaubt der Langenthaler weiter an seinen Traum.
Leroy Ryser
Geduldig wartet Yannick Rathgeb auf seine Chance in der National Hockey League. (Bild: Leroy Ryser (Bridgeport, 7. November 2018)

Geduldig wartet Yannick Rathgeb auf seine Chance in der National Hockey League. (Bild: Leroy Ryser (Bridgeport, 7. November 2018)

Yannick Rathgeb hat eine typische Tellerwäscher-Karriere im Eishockeybusiness erlebt. Bis zum 15. Altersjahr, und damit wahrlich lange für einen potenziellen Profi, spielte er in teilweise tiefen Juniorenligen beim SC Langenthal, ehe er zu den Young Tigers nach Langnau wechselte. Danach wagte er den Schritt in die kanadische Juniorenliga OHL, wonach er im NHL-Entry-Draft übergangen wurde und seinen NHL-Traum vorzeitig begraben musste. Zurück in der Schweiz überzeugte er bei Fribourg-Gottéron, schaffte es aber für ein grosses Turnier nie ins Kader der Nationalmannschaft. Vor Weltmeisterschaften standen immer entweder Verletzungen oder aber erfahrene Spieler im Weg. «Ich bin lieber ein bisschen unter dem Radar geflogen», sagt er heute rückblickend.

Letztlich habe er dennoch jene Anerkennung erhalten, die er angestrebt hat. Zuerst bei Fribourg-Gottéron, wo er viel Vertrauen erhielt, und dann auch aus weiter Ferne. Im Februar nämlich füllt der 23-Jährige erstmals die Nachrichten in der Schweizer Medienwelt, als er bei den New York Islanders einen Entry-Deal mit dem Maximallohn unterschrieben hat. Ab der nun laufenden Saison soll er in der besten Eishockeyliga der Welt, in der NHL, auf Punktejagd gehen.

Es droht erneut die Vergessenheit

Diese Saison hat begonnen. Zuerst mit viel Lob vom Trainer, positiven Zeitungsberichten und einem ersten Testspiel gegen die Philadelphia Flyers. Rathgeb hatte in der sogenannten Skills-Competition unter allen potenziellen NHL-Neulingen den härtesten Schuss, mit 99 Meilen pro Stunde hätte er sogar den einen oder anderen NHL-Altstar übertrumpfen können. Mittlerweile droht aber erneut die Vergessenheit, verglichen mit einem Tellerwäscher. Rathgeb wurde früh in die American Hockey League (AHL) zu den Bridgeport Sound Tigers abgeschoben und erhält auch dort nur wenig Eiszeit. «Vor rund einem Monat war ich deswegen down und verärgert», erinnert sich der gebürtige Langenthaler. Schwer sei vor allem gewesen, dass er keine Begründung für die knapp bemessene Einsatzzeit erhielt. «Aber ich denke, dass das auch irgendwie normal ist. Der Neue muss zuerst einmal zuschauen.» Da müsse er durch und sich eben Schritt für Schritt mit guten Leistungen aufdrängen.

Seit gut einem Monat stehen ihm Freundin Federica Boschung und Hündin Zola in New York in dieser schwierigen Anfangszeit zur Seite. «Wir haben uns jetzt gut eingerichtet und eingelebt und fühlen uns sehr wohl», sagt Rathgeb. Im ruhigen, schmucken Vorort Milford fühlen sie sich wohl und geniessen die Nähe zum Strand und zu diversen Parks, die ideal sind, um vom rauen Eishockeyalltag Abstand zu gewinnen. «Für Zola ist es perfekt, man kann sie auch ohne Leine ausführen. Die Nähe zur Grossstadt ist zwar da, zugleich aber ist es hier sehr ruhig und naturnah. Das gefällt uns», verrät Rathgeb.

Yannick Rathgeb mit Freundin Federica Boschung in der Küche der Wohnung. Bild: Leroy Ryser

Yannick Rathgeb mit Freundin Federica Boschung in der Küche der Wohnung. Bild: Leroy Ryser

Vom «Big City Life» habe er noch nicht viel erlebt, Sightseeing sei derweil ebenso noch zu kurz gekommen, auch weil bisher ein Hundesitter für Zola fehlt. Immerhin konnte er sich einen lang gehegten Traum erfüllen, scherzt Rathgeb: «An einem Sonntag in die Ikea gehen – das habe ich jetzt abgehakt.» Langeweile verspüre er deshalb in der Nähe der Stadt, die niemals schläft, zweifellos nicht. In lediglich anderthalb Stunden erreicht er das Zentrum der Metropole, aber auch die beiden Vororte Milford und Bridgeport haben bereits viel zu bieten.

Bereit, die erste Chance zu nutzen

Auch deshalb ist für Yannick Rathgeb klar: Eine Rückkehr in die Schweiz kommt derzeit nicht in Frage. Er will nicht als einer da stehen, der aufgibt. Das war er noch nie, schliesslich ging es auch vorher in seiner Karriere ständig irgendwie weiter. «Ich versuche bereit zu sein und die erste Chance zu nutzen. Wenn die Tür einen Spalt breit aufgeht, will ich sie aufstossen», sagt er metaphorisch und hängt an: «Im Eishockey geht es schnell. Eine Verletzung bei uns oder den Islanders kann von heute auf Morgen alles verändern.»

Immerhin hat er in vier Einsätzen auch schon ein Tor geschossen und zwei Assists beigesteuert – und dies ohne einen Einsatz im Powerplay. Seine grösste Stärke wird er deshalb erst noch beweisen wollen. «Ich muss noch etwas frecher werden. Hier wird dir nichts geschenkt», sagt er. Seine Karriere lässt vermuten, dass nach dem letzten Rückschritt nun wieder ein Fortschritt angesagt ist.

Bereit für die NHL: Yannick Rathgeb. Bild: Leroy Ryser

Bereit für die NHL: Yannick Rathgeb. Bild: Leroy Ryser

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