Der SC Kriens wendet im Abstiegskampf einen Rückschritt ab, gewinnt einen Punkt gegen Xamax

Der SC Kriens holt sich daheim im Duell mit Neuchâtel Xamax ein 1:1 (0:0)-Unentschieden.

Turi Bucher
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Der Krienser David Mistrafovic (links) wird vom Xamaxien Andrea Mutombot bedrängt.

Der Krienser David Mistrafovic (links) wird vom Xamaxien Andrea Mutombot bedrängt.

Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 26. Februar 2021)

Tief durchatmen, Kriens. Der SCK musste im Direktduell am Tabellenende gegen Xamax Neuenburg durch eine Berg- und Talfahrt. In der ersten Halbzeit klar dominierend, überliessen die Krienser nach dem Seitenwechsel den Gästen das Spieldiktat und hätten die Partie beinahe noch verloren. Es wäre ein ärgerlicher, schmerzhafter Rückschritt im Abstiegskampf gewesen. Doch Kriens kämpfte sich nochmals zurück, glich in der Schlussphase zum 1:1 aus ... und hatte in der Nachspielzeit sogar noch den Matchball auf dem Fuss.

Letztlich ist die Punkteverteilung aber gerecht. Und es bleibt weiterhin sehr, sehr eng im Abstiegskampf, denn Schlusslicht Chiasso vermochte Wil mit 1:0 zu besiegen. Kriens 22 Punkte, Xamax 19, Chiasso 17 – das ist die Situation.

Nach der Pause das Heft aus der Hand gegeben

Mit Ausnahme der letzten paar Minuten vor dem Pausenpfiff war Kriens in der ersten Halbzeit komplett überlegen. Der SCK hatte mehr Ballbesitz, mehr Angriffe in Richtung gegnerisches Tor. Aber einmal mehr musste ob des sonst so fleissigen und kampfstarken Kriens-Auftritts beanstandet werden, dass der überraschende Pass fehlte, der Geistesblitz im richtigen Moment. Liridon Mulaj, Izer Aliu oder auch Patrick Luan sind Spieler, die das eigentlich können, aber diesen Modus momentan offenbar nicht aktiviert haben.

Total unverständlich, dass Kriens nach der Pause und nach einem gefährlichen Schuss von Liridon Mulaj (56.) das Spieldiktat den Neuenburgern überliess. Die Strafe folgte sogleich: SCK-Verteidiger Elia Alessandrini vermochte in der 59. Minute im eigenen Strafraum Stürmer Louis Mafuta nicht zu bändigen, der Franzose schoss scharf und aus der Drehung zur Xamax-Führung ein.

Kriens brachte danach lange Zeit keine einzige vernünftige Aktion zu Stande. Die Aktionen waren harmlos, teilweise konfus. Bis zur 81. Minute: Einen Freistoss des eingewechselten Oam Djorkaeff vermochte Xamax noch aus dem Strafraum zu spedieren, Dario Ulrichs Scharfschuss konnte Xamax-Goalie Laurent Walthert noch blocken, aber dann war Mark Marleku zur Stelle und verwertete den Ball zum 1:1. Kriens beendete damit eine Serie von fünf Partien ohne Tor aus dem Spiel heraus. In der 92. Minute hätte Djorkaeffs Schuss sogar noch den Kriens-Sieg bedeuten können, ein Neuenburger Verteidiger wehrte auf der Torlinie ab. Kriens-Torschütze Marleku sagte hinterher:

«Wir haben bis zum Schluss gekämpft und wir werden weiterkämpfen.»

Das ist auch nötig, denn das Abstiegsgespenst ist noch längst nicht vertrieben. Präsident Werner Baumgartner hat sich unterdessen einen Bart wachsen lassen. Der soll erst weg, wenn Kriens – mittlerweile seit vier Spielen ungeschlagen – das nächste Mal verliert. Nun, der Bart steht ihm gut, er soll ruhig noch ein bisschen wachsen.

Kriens – Neuchâtel Xamax 1:1 (0:0)
Kleinfeld. – 5 Zuschauer. – SR Dudic.
Tore: 59. Mafouta 0:1. 82. Marleku 1:1.
Kriens: Brügger; Urtic, Alessandrini (71. Djorkaeff), Berisha, Costa; Kukeli (81. Sessolo), Mistrafovic (71. Kryeziu), Aliu; Mulaj (61. Yesilçayir); Ulrich, Luan (61. Marleku).
Neuchâtel Xamax: Walthert; Mveng, Gomes, Kaiser; Parapar (72. André), Corbaz (46. Beloko), Dominguez, Kempter (56. Morina); Mutombo (46. Morgado); Nuzzolo (80. Koura), Mafuta.
Bemerkungen: Kriens ohne Follonier und Busset; Xamax ohne Djuric, Basha, Ouattara, Bangura, Frick, Dugourd und Saiz (alle verletzt). 62. Lattenschuss Dominguez. Verwarnungen: 11. Mafouta (Schwalbe), 19. Walthert, 25. Corbaz, 35. Mistrafovic (Fouls), 50. Kempter, 68. Ulrich (Schwalben).