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Der schwere Kampf der Frauen

Frauen hatten in der Geschichte des Sports stets schwer zu kämpfen. Medizinische Absurditäten und ein antiquiertes Geschlechterbild schienen lange Zeit scheinbar unüberwindbare traditionelle Schranken im Sport zu sein. Sie dienten als Legiti­mation der Sportarten- und Wettkampfverbote für Sportlerinnen.

«Dass es weniger Frauen im Sport gibt, ist historisch gewachsen. Die Geschichte des modernen Sports begründet, dass er quasi von Männern für Männer erfunden wurde. Da, wo es noch Ungleichheiten gibt, finden jedoch mehr und mehr Angleichungen statt», sagt ­Robert Gugutzer, Abteilungsleiter der Sozialwissenschaften des Sports der Universität Frankfurt am Main.

Gian Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes FIS, störte sich offensichtlich lange an diesen Angleichungen. Während der Debatte, ob das Frauen-Skispringen 2010 olympisch werden sollte, wurde ihm der berüchtigte Spruch zugeschrieben, die Wucht des Aufsprungs zerstöre die Gebärmutter. Erst 2014 wurde die relativ junge Sportart olympisch, allerdings springen die Frauen nur von der Normalschanze. Mittlerweile steigt der Anteil der Sportlerinnen bei den Spielen jedoch kontinuierlich. In Südkorea waren immerhin schon 43 Prozent der Teil­nehmer weiblich. Lediglich in der ­Nordischen Kombination fand kein Frauen-Wettbewerb statt. Bei den ­Sommerspielen in Tokio 2020 sollen Frauen nun sogar die Hälfte aller Starter stellen.

Die Führungsebenen sind noch fest in den Händen älterer Herren

Vor einigen Jahrzehnten sah die Situation noch gänzlich anders aus: Bis in die 1950er-Jahre war die Medizin mit ab­sonderlichen Argumenten der stärkste ­Gegner des Frauensports. Die Mediziner warnten vor den angeblich schädlichen Nebenwirkungen. Es wurden die Vermännlichung des Frauenkörpers, eine verlagerte Gebärmutter oder ein für die Geburt zu enges Becken befürchtet. ­Studien der positiven Auswirkungen des Sporttreibens auf die Gesundheit wurden strikt ignoriert, die Frau sollte sich auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter konzentrieren.

Aufgrund dieser besonders im Sport verkrusteten, traditionellen Denkweise schreiben sich Männer eine Kompetenz zu, die faktisch aber nicht vorliegt und noch eklatanter ausfällt als in der Wirtschaft oder Politik. In den Führungs­ebenen des Sports sitzen weiterhin überwiegend ältere Herren fest in ihren gepolsterten Sesseln.

«Nicht wenige dieser Männer vertreten noch sehr traditionelle Rollenverteilungen. Für diese Personen ist klar, einen Verband oder Verein zu führen, sei ein Männerding, weil es schon immer so war», sagte Gugutzer. Entsprechend brauchte es ganze 87 Jahre, bis die erste Frau im 1894 gegründeten Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mitentscheiden durfte. Mittlerweile sind 30 der 100 IOC-Mitglieder weiblich.

Tobias Bach (SID)

sport@luzernerzeitung.ch

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