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Kolumne

Der schwierige Trainer-Job

WM-Kolumne
Marc Janko

Wenn sich eine Spielerkar­riere dem Ende zuneigt, wird einem oft die Frage gestellt: «Was nun?» Viele Ex-Spieler entscheiden sich für eine Laufbahn als Trainer. Logisch, schliesslich kommt ja wohl kaum ein Beruf jenem des Fussballspielers so nahe wie der des Trainers. Doch ich vermute, sehr viele Trainer-Aspiranten wissen mittlerweile nicht mehr, auf was sie sich einlassen. Das Spiel wird längst in seine Einzelteile zerlegt und verwissenschaftlicht. Manchmal scheint es mir, als müssten heute Trainer an so vielen Fronten kämpfen, dass der Job schier nicht zu bewältigen ist.

Ist Zinédine Zidane ein guter Trainer? Oder hatte er einfach Glück, mit so einer guten Mannschaft wie Real Madrid arbeiten zu dürfen? Spätestens wenn Zidane eine neue Aufgabe erhält, werden wir mehr wissen. Natürlich kann eine längere Profikarriere hilfreich sein als Trainer. Bedingung ist es aber längst nicht mehr. Immer mehr junge Trainer, etwas despektierlich als «Laptoptrainer» betitelt, zeigen, dass es auch ohne geht.

Mein aktueller Trainer bei ­Lugano, Guillermo Abascal, ist 29. Für mich ist jedoch nicht entscheidend, wie alt mein Trainer ist, sondern vielmehr, ob er ein gutes Auftreten hat, ob er es versteht, auf Spieler einzugehen. Und ob er Lösungsvorschläge liefern kann, wie wir den kommenden Gegner in die Schranken weisen. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Drei Kernbereiche müssen erfüllt sein: fachliche Kompetenz, Auftreten, Menschenführung. Sobald ein Team merkt, dass ein Trainer Defizite in einem dieser Bereiche hat, entstehen Risse, das Klima verschlechtert sich, der Erfolg bleibt aus. Und der Rauswurf ist eine Frage der Zeit. Häufig geschieht das schleichend. Eine Anhäufung von zwischenmenschlichen und taktischen Versäumnissen, die dann so viel verbrannte Erde hinterlassen, dass ein Arbeiten miteinander nicht mehr möglich ist. Der Job des Trainers hat meist eine überschaubare Halbwertszeit.

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