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Der Spellerberg-Effekt oder weshalb
St.Otmars Handballer wieder eine Siegermentalität besitzen

Unter Spielertrainer Bo Spellerberg hat sich in St. Gallen ein neues Selbstverständnis entwickelt. So zählt für St. Otmar heute um 19.30 Uhr in der Kreuzbleiche gegen Meister Wacker Thun nur der Sieg.
Ives Bruggmann
Bo Spellerberg (links) im Spiel gegen Pfadi Winterthur. (Bild: Benjamin Manser)

Bo Spellerberg (links) im Spiel gegen Pfadi Winterthur. (Bild: Benjamin Manser)

Es gab Zeiten in St. Gallen, in denen weder Spieler noch Trainer wirklich daran glaubten, gegen den amtierenden Meister zu punkten. Auch wenn diese Phase noch nicht lange her ist, sie scheint derzeit weit entfernt. In den ersten fünf Spielen gewann St. Otmar dreimal und verlor zwei Partien. Die St. Galler stehen mit dieser Bilanz auf dem fünften Platz in der NLA, mit zwei Punkten Rückstand auf den Ersten Wacker Thun. Doch, was im ersten Drittel der Saison ins Auge stach, war das selbstbewusste Auftreten der Mannschaft.

Das neue Selbstbewusstsein hat viel mit der Ankunft des Dänen Bo Spellerberg zu tun. «Das Ziel ist, zu gewinnen», sagt der 39 Jahre alte Spielertrainer zur bevorstehenden Partie gegen Meister Wacker Thun und schiebt nach: «Ich denke, daheim sollten wir auch gegen Topgegner dazu in der Lage sein. Daran glaube ich.» Es ist diese Überzeugung, die der Weltklassehandballer mitbringt und versucht auf seine Mannschaft zu übertragen. Tatsächlich hat St. Otmar in den ersten fünf Runden überzeugt – mit Ausnahme der deutlichen Niederlage in Schaffhausen. Sowohl offensiv als auch defensiv verleihen neben Spellerberg die Neuzugänge Andrija Pendic, Frédéric Wüstner und Aurel Bringolf dem Team Stabilität.

Winterthur fand kein Rezept

Bestes Beispiel war – trotz Niederlage – die Partie gegen das Spitzenteam Pfadi Winterthur. Die St. Galler hatten die Zürcher am Rande einer Niederlage, ehe sie in den Schlusssekunden zwei Treffer zuliessen und so den Sieg fahrlässig aus der Hand gaben. «Die Enttäuschung ist gross. Doch jetzt müssen wir uns schütteln und Thun schlagen», sagte Abwehrchef Wüstner kurz nach dem Spiel. Doch die Partie gegen Winterthur hat St. Otmar eben auch gezeigt, dass es eine Topmannschaft daheim dominieren kann. Spellerberg hat die Winterthurer mit dem permanenten siebten Feldspieler phasenweise überfordert. Die sonst so starke Pfadi-Abwehr fand kein Rezept.

Doch, was ist es, was Spellerberg mit St. Otmar angestellt hat? «Ein Spieler sagte zu mir, dass er alle um sich herum besser macht. Ich denke, das trifft es ganz gut», sagt Sportchef Beat Kaiser. Es sind nicht nur die taktische Flexibilität und das Auftreten Spellerbergs, der Däne hat auch den Trainingsbetrieb komplett auf den Kopf gestellt.

St. Otmars Handballer trainieren seit Spellerbergs Ankunft zwei- bis dreimal wöchentlich am Mittag statt abends. Zudem geht der Verein auch in Sachen Athletik neue Wege. Dafür hat Spellerberg in der Vorbereitung eigens den eigenen Athletiktrainer mitgebracht. Dieser wiederum hat die Coaches des Clubs während dreier Wochen auf den neusten Stand gebracht. Auch im mentalen Bereich arbeiten seit dieser Saison viele Otmar-Akteure mit einem Trainer zusammen. «Es geht einfach darum, die letzten paar Prozente herauszukitzeln», sagt Kaiser.

Erster Sieg im dritten Versuch soll her

Im Spiel von heute Abend soll nun im dritten Versuch der erste Sieg gegen ein absolutes Topteam her. Gegen Kadetten setzte es Mitte September auswärts eine deutliche 20:30-Niederlage ab. Gegen Pfadi Winterthur dominierte St. Otmar zwar, verschenkte die zwei Punkte aber am Ende. «Wichtig war die Art und Weise, wie wir auftraten», sagt Spellerberg. «Jeder weiss nun, dass wir alle schlagen können.» Doch aus den Fehlern müsse die Mannschaft lernen. Denn: «Wir müssen auch die Punkte holen.»

Der Spielertrainer kann gegen Thun bis auf Dominik Jurilj auf alle Akteure zählen. Auch Linkshänder Igor Milovic steht wieder zur Verfügung. Der Däne erwartet «ein kämpfendes Team, das über Jahre eine Kultur aufgebaut hat». Doch Spellerberg wäre nicht Spellerberg, wenn er nicht eine taktische Variante in der Hinterhand hätte. «Wir dürfen ihnen nicht erlauben, ihren Spielstil durchzuziehen.» Wie er das schaffen will, bleibt bis zum Spiel sein Geheimnis.

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