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Der Zufall führte Academy-Trainer Hansson nach Zug

Das EVZ-Academy-Team ist jünger als zuvor. Kein Nachteil, findet der neue Coach Roger Hansson.
Marco Morosoli
Roger Hansson ist der vierte Cheftrainer im vierten Jahr der EVZ Academy. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. August 2019)

Roger Hansson ist der vierte Cheftrainer im vierten Jahr der EVZ Academy. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. August 2019)

Geräumig ist das Büro im Untergeschoss der Bossard-Arena nicht, in dem sich Roger Hansson (52) auf die Trainings und die Spiele mit dem Swiss-League-Team vorbereitet. Ein Dreh und der Schwede blickt auf eine Pinnwand mit magnetischen Namenstäfelchen. Elf davon sind weiss. Diese Akteure könnten eigentlich noch bei den Eiltejunioren mittun, doch ihr Potenzial empfiehlt sie bereits jetzt für Einsätze in der Swiss League. Auf dem Matchblatt können 20 Akteure und zwei Torhüter gemeldet werden. Roger Hansson arbeitet seit Ende Juli mit dem sehr jungen Team zusammen und attestiert ihm «einen guten Charakter». Sie seien sehr lernwillig und «wollen alle nach vorne». Dass er bei seinem ersten Trainerjob ausserhalb seines Heimatlandes Schweden eine Entwicklungsmannschaft betreut, stört Hansson in keiner Art und Weise: «Mein Job ist es, möglichst viele Spieler auf National-League-Niveau zu bringen.» Dieses Vorhaben erhält in der nächsten Saison noch eine erschwerende Komponente: Mit dem Aufstieg von Sierre in die Swiss League umfasst diese nun wieder zwölf Klubs. Die Folge davon ist, dass es erstmals seit langem einen Absteiger geben wird. In den ersten drei Jahren galten die Ticino Rockets (Ambri/Lugano) und die EVZ Academy als unabsteigbar. Diesen Schutzbrief gibt es nun nicht mehr.

Bestens vernetzte Nordländer

Roger Hansson lässt sich dadurch aber nicht nervös machen: «Wir werden die Punkte holen, die es braucht, um oben bleiben zu können.» Mit jungen Spielern zu arbeiten, das ist sich Hansson gewohnt. Der in Helsingborg in der südlichsten Provinz Skane geborene Eishockeylehrer hat bei Rögle lange Jahre Nachwuchsteams gecoacht. Er hat bei dem Klub aus der Stadt Angelholm, Rögle ist ein Stadtteil derselben, als General Manager, Juniorencoach, Assistenztrainer und Headcoach gearbeitet. «Ich habe dort alles gemacht und habe mich nach einer anderen Aufgabe umgesehen», sagt der Nordländer. Die Entscheidung erleichtert, einen Job ausserhalb der Komfortzone anzutreten, hat sicher der Umstand, dass seine Kinder auf eigenen Beinen stehen. Roger Hansson sagt dazu: «Wir, das heisst meine Frau und ich, sind also frei. Ich bin auch bereit für ein neues Abenteuer in meinem Leben.» Dass ein Aufstieg eines seiner Akteure ein Segen für den Klub ist, ihm aber Mehrarbeit beschert, bezeichnet Hansson «als die Herausforderung, die ich gesucht habe». Diese Konstellation ist genau das, was der EVZ-Sportchef Reto Kläy will. Er dämpft aber eine allzu hohe Erwartungshaltung: «Es ist ambitiös, Jahr für Jahr einen oder zwei Spieler ins National-League- Team einbauen zu können.» Es sei auch logisch, dass der EV Zug nicht jeden Academy-Spieler halten könne. So spielen die ehemaligen Academy-Spieler Viktor Oejdemark und Tobias Fohrler in der nächsten Spielzeit bei Lausanne respektive beim HC Ambri-Piotta.

Nur auf einer Position ist Kontinuität erwünscht

Kläy weiss um die «neue Situation», die sich durch einen Absteiger in die MySports-League am Ende der Spielzeit 2019/2020 ergibt. Nicht abzusteigen ist für Kläy aber ein zu geringes Ziel: «Die Playoffs zu schaffen ist realistisch.» Das bedingt, dass die EVZ Academy vier Teams hinter sich lassen muss. Die Verpflichtung des Verteidigers Emil Kristensen (28) hat im EVZ-Umfeld für Stirnrunzeln gesorgt. Schliesslich müssen die Zuger viel zu viel Aufwand betreiben, um ein Tor zu erzielen. Der EVZ-Sportchef verteidigt den Zuzug des Dänen: «Es ist richtig, dass uns kaltblütige Stürmer fehlen, aber da kann es sicher hilfreich sein, einen Akteur zu haben, der das Spiel von der blauen Linie aus steuert.» Die perfekte Welt gebe es, so Kläy, so oder so nicht. Wichtig sei, dass der Coach der EVZ Academy hinter der EVZ-Leitidee stehe. Roger Hansson erfülle diese Voraussetzung perfekt. Denn nur auf einer Position sucht der EVZ beim Academy-Team Kontinuität: beim Headcoach. Hansson ist der vierte in vier Jahren. Roger Hansson will nun aber einer sein, der länger bleibt.

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