Der Zuger Rafael Diaz erobert Montreal

Rafael Diaz ist der zweitproduktivster Verteidiger der NHL: Zum 4:1-Sieg in der Nacht auf Freitag bei den Washington Capitals steuerte Diaz zwei Assists bei – und steht nach drei Spielen mit fünf Punkten da.

Nbe
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Mit harter Arbeit erfolgreich: Rafael Diaz. (Bild: AP/Paul Chiasson)

Mit harter Arbeit erfolgreich: Rafael Diaz. (Bild: AP/Paul Chiasson)

NHL. Wie schrieb unsere Zeitung noch am Dienstag? Solange der designierte Abwehrchef P. K. Subban (23) ohne Vertrag bleibt, habe Rafael Diaz (27) die besten Aussichten, sich in Montreal als Business-Class-Verteidiger zu etablieren. Beim Unterfangen, diese These zu stützen, verliert Diaz momentan keine Zeit. Zum 4:1-Sieg in der Nacht auf Freitag bei den irritierend schwachen Washington Capitals steuerte Diaz erneut zwei Assists bei – und steht nach drei Spielen mit fünf Punkten hinter Kevin Shattenkirk (23, St. Louis) als zweitproduktivster Verteidiger der Liga da. «Es ist schon etwas komisch, mich so weit oben in der Skorerliste zu sehen», sagte Diaz und erinnerte: «Es ist auch noch früh in der Saison.»

Das stimmt, aber der Zuger spielt bei den «Habs» derzeit das beste Eishockey seiner Karriere. Seine vielleicht bisher grösste Tat der Saison vollbrachte er gegen Washington: Erst blockte er einen Schuss des schwer enttäuschenden Alex Owetschkin (27), dann leitete er mit einem öffnenden Pass auf Bourque den Gegenangriff ein, welchen Captain Brian Gionta zum vorentscheidenden 3:0 abschloss.

Lob von Markow und dem Coach

Sein erster entscheidender Pass des Abends war ihm zuvor im Powerplay gelungen, wo er von Coach Michel Therrien (49) inzwischen in die erste Formation neben den erstarkten Russen Andrei Markow (34) befördert worden ist – und für seine Auftritte allenthalben Lob einheimst. «Er liest das Spiel extrem gut und ist dadurch immer in der richtigen Position – egal ob offensiv oder defensiv. Er ist ganz einfach ein sehr guter Hockeyspieler», schwärmte etwa Markow. Und Trainer Therrien sagte: «Diaz hat sich jeden Punkt mit harter Arbeit verdient. Er hat im letzten Jahr sehr viel gelernt, davon profitiert er jetzt.»

Einige Sympathiepunkte

Ist es auf dem Eis bis zur Perfektion nicht mehr weit, kann sich Diaz anderswo durchaus noch steigern: Seine Interviews nach dem Spiel gibt er weiterhin in eher holprigem Englisch. «Passen, Schiessen, dann sind wir Erfolg», sagte Diaz – und verdiente sich neben den exzellenten Statistiken auch noch einige Sympathiepunkte dazu.

National Hockey League (NHL). Donnerstag: Toronto - New York Islanders (mit Streit/1 Tor) 4:7. Washington - Montreal (mit Diaz/2 Assists) 1:4. St. Louis - Nashville (mit Josi) 3:0. Carolina - Buffalo 6:3. Philadelphia - New York Rangers 2:1. Florida - Ottawa 1:3. Dallas - Chicago 2:3 n. V. Colorado - Columbus 4:0. Edmonton - Los Angeles 2:1 n. V. San Jose - Phoenix 5:3.