Deschwanden freut sich über Support: «Ich habe die Fans und Kuhglocken gehört»

Gregor Deschwanden springt in die Punkteränge und lobt die Stimmung. Engelberg in rot-weisser Hand, auch dank der polnischen Fans.

Simon Wespi
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Das Podest ist in rotweisser Hand: Von links nach rechts stehen Peter Prevc aus Slowenien, Ryoyu Kobayashi aus Japan und Jan Hoerl aus Österreich auf den Treppchen.
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So sehen Sieger aus: Ryoyu Kobayashi
Jan Hoerl fliegt hier auf den dritten Platz.
Peter Prevc wurde Zweiter.
Für Simon Ammann lief's nicht wie gewünscht.
Killian Peier verbesserte sich beim zweiten Durchgang vom 21. auf den 11. Platz – verpasste die Top Ten nur um knapp zwei Punkte.
Der Schweizer Andreas Schuler im Anflug.
Ein Kameramann putzt seine Linse – das Wetter liess zu wünschen übrig.
Gregor Deschwanden aus Horw belegt Platz 20.

Das Podest ist in rotweisser Hand: Von links nach rechts stehen Peter Prevc aus Slowenien, Ryoyu Kobayashi aus Japan und Jan Hoerl aus Österreich auf den Treppchen.

Alexandra Wey, KEYSTONE

Die Weltcup-Springen in Engelberg finden traditionell am letzten Wochenende vor Weihnachten statt. Damit bilden die beiden Wettkämpfe jeweils auch die Generalprobe für die Ende Dezember beginnende Vierschanzentournee.

In diesem Jahr hielt das Wetter die Organisatoren auf Trab. Die Temperaturen waren sehr mild, dazu wehte am Freitag ein heftiger Wind. Der Schnee jedoch blieb für die diesjährige Ausgabe aus. Der Föhnsturm hielt die Skispringer am Freitag am Boden. Der Wind wehte so heftig, dass die Schanzenanlage gar nicht erst in Betrieb genommen wurde.

Gregor Deschwanden springt am Sonntag in Engelberg auf Platz 20.

Gregor Deschwanden springt am Sonntag in Engelberg auf Platz 20.

Alexandra Wey/KEYSTONE

«Das halbe Dorf war involviert»

«Seit der ersten Novemberwoche wurden die Aufstellarbeiten in Betrieb genommen», sagt Medienchef Peter Schmidli. Rund 160 Tonnen Material sind verbaut worden, um diesen Grossanlass auf die Beine zu stellen. Damit eine solche Veranstaltung durchgeführt werden kann, braucht es auch immer zahlreiche Helfer. Über 400 Helferinnen und Helfer standen im Einsatz. «Die Seilzieher und das halbe Dorf waren involviert», erklärt Schmidli.

Engelberg war am Weltcup-Wochenende fest in rot-weisser Hand. Nicht etwa, um die Schweizer Athleten wie Simon Ammann, Gregor Deschwanden oder Killian Peier anzufeuern, vielmehr auch dank der zahlreichen polnischen Fans, die ihre Lieblinge wie Kamil Stoch oder Piotr Zyla unterstützen. Seit Jahren pilgert eine Vielzahl an polnischen Zuschauer nach Engelberg. Diese hatten am Samstag allen Grund zum Feiern. Den Kamil Stoch war es, der das erste Springen in Engelberg gewann und die polnischen Supporter in Ekstase versetzte.

Zuschauer schwingen Schweizer Fahnen am Weltcup-Skispringen in Engelberg am Samstag, 21. Dezember 2019.

Zuschauer schwingen Schweizer Fahnen am Weltcup-Skispringen in Engelberg am Samstag, 21. Dezember 2019.

Philipp Schmidli

Igor Kowalski ist mit seiner ganzen Familie aus Polen angereist – über 1300 Kilometer per Auto. «Es hat sich gelohnt», sagt der Pole hoch erfreut nach dem Sieg seines Landsmanns Stoch. «Für die polnischen Fans gehört es einfach dazu, an möglichst vielen Orten live dabei zu sein und unsere Skispringer zu unterstützen», so Kowalski. Schliesslich ist Skispringen Wintersport Nummer 1 in Polen. Am Samstag herrschten perfekte Bedingungen in Engelberg – sowohl für die Athleten als auch für die zahlreichen Fans. 7100 Zuschauer waren am ersten Wettkampftag an der Schanze. Anders war die Ausgangslage am zweiten Tag. Gestern musste die Qualifikation abgebrochen werden. Zu viel Wind war vorhanden. Bei garstigen Bedingungen mit viel Regen, konnte der Wettkampf über die Bühne gebracht werden. Mit Erfolg: Gleich vier Schweizer Athleten qualifizierten sich für den Finaldurchgang.

Zum ersten Mal in einen zweiten Durchgang schaffte es Andreas Schuler. Der Skispringer aus Rothenthurm im Kanton Schwyz, welcher nächste Woche seinen 24. Geburtstag feiert, war überglücklich nach seinem 26. Platz. Damit realisierte er sein persönliches Bestergebnis. Noch besser lief es dem Horwer Gregor Deschwanden. Er sprang auf den starken 20. Platz. Zum ersten Mal in dieser Saison erreichte er die Punkte. «Ich freue mich riesig. Und dies beim Heimspringen zu erreichen, ist einfach fantastisch.» Die Stimmung war grossartig, sagt Deschwanden: «Oben auf dem Balken habe ich die Fans und die Kuhglocken gehört.» Dem Luzerner Skispringer sah man die Freude förmlich an. «Ich freue mich nicht nur über mein Resultat, sondern über das tolle Ergebnis der ganzen Mannschaft. Die Stimmung im Team ist super.»

Nasse und matschige Verhältnisse auf dem Weg zum Festzelt.

Nasse und matschige Verhältnisse auf dem Weg zum Festzelt.

Philipp Schmidli