Deutlich geführt – klar verloren: HC Kriens-Luzern läuft gegen Pfadi Winterthur in Gegenstoss-Welle

Der HC Kriens-Luzern verpasste es, einen Viertorevorsprung zu verwalten und verlor den Spitzenkampf bei Pfadi Winterthur 23:27 (11:9).

Roland Bucher
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Bester Krienser Torschütze gegen Pfadi Winterthur: Janus Lapajne.

Bester Krienser Torschütze gegen Pfadi Winterthur: Janus Lapajne.

Bild: Marc Schumacher / Freshfocus (Zürich, 29. September 2020)

Die Bäume wachsen beim HCK nicht in den Himmel. Weil er nach einer starken ersten Halbzeit und zwischenzeitlicher 11:7-Führung (26.) fahrig wurde und mit Unaufmerksamkeiten in der Offensive Winterthurs Tempohandball so richtig in Schwung brachte, erlitt er seine erste Meisterschaftsniederlage. Die, befand Trainer Goran Perkovac, absolut unnötig gewesen und so auf den Punkt zu bringen sei: «Wenn jeder im Team einen, zwei oder drei Fehler begeht – dann summiert sich das auf 30. Und das ist gegen Winterthur viel zu viel.»

Zwischentitel: Eingebrochen in der Schlussphase

Kriens schien den Gegner, im Griff zu haben. War eine Halbzeit lang dominierend, zog ein breites Spiel auf, überzeugte mit respektabler Chancenauswertung und Muskelkraft in der Abwehr: zwischen der 6. und 30. Minute kassierte Perkovacs Team nur gerade fünf Gegentreffer. «In dieser Phase haben wir gezeigt, was wir drauf haben», meinte der Chef. War Überheblichkeit im Spiel, dass sich das Blatt in der zweiten Halbzeit langsam aber sicher wendete, Winterthur in der 37. Minute erstmals wieder in Führung ging (15:14) und die Krienser in den letzten zehn Minuten regelrecht in die vermeidbare Niederlage torkelten? «Sicher nicht», schwört Perkovac, «ich sehe das anders. Es war vielmehr die Angst vor dem Sieg». Ein Phänomen sei das: «Uns ist das schon mehrere Male in Winterthur passiert, dass wir vorne lagen und besser waren – und am Schluss den Einbruch erlitten.»

Den Betriebsunfall will Perkovac nicht überbewertet haben: «Ich bin enttäuscht und es ärgert mich, dass wir diesen Spitzenkampf deshalb verloren haben, weil wir Pfadi immer und immer wieder die Gelegenheit zu den Gegenstössen gaben.» Genau davor hatte er gewarnt: «Wir waren leichtsinnig und haben nach der Pause im Abschluss die Wucht, die letzte Entschlossenheit vermissen lassen.» Eine Einladung für Winterthurs Spezialität: die Gegenstoss-Welle. Sein Team habe sich zu wenig dagegen gewehrt, 60 Prozent gegen Winterthur: «Vergiss es, so gewinnen zu wollen.»

Zwischentitel: Harbuz kommt nicht in die Gänge

So hatten die Platzherren im Endspurt leichtes Spiel. Jud schaltete und traf quasi nach Belieben, Aleksandar Radovanovic, einer, der bei Kriens gewogen und als zu leicht befunden wurde, erledigte mit sieben Treffern den Rest. Die Mängel im Abschluss waren eklatant. Moritz Oertli nahm dreimal Anlauf, ohne Fortune. Und Hleb Harbuz springt nach wie vor der Form vergangener Tage hintennach. «Er wirkt gehemmt», sagt Perkovac, «wieso weiss ich nicht.» Auszuschliessen seien immerhin Gedanken an einen Vereinswechsel.

Nun, lernen müsse man aus dieser Niederlage, dramatisieren solle man das nicht, betonte der Trainer: «Bei einem so starken Widersacher wie Pfadi Winterthur darf man verlieren, ohne sich schämen zu müssen.» Nicht die Derbys seien entscheidend, wer am Schluss der Qualifikation ganz oben steht: Was man nicht dürfe, sei Punkte gegen die «Kleinen» liegen zu lassen.

Zur Orientierung: Am Mittwoch kommt Endingen. Das Schlusslicht.

Pfadi Winterthur – Kriens-Luzern 27:23 (9:11)

574 Zuschauer. - SR Castiñeiras/Zwahlen. - Strafen: 4 x 2 Minuten gegen Pfadi Winterthur, 3 x 2 Minuten gegen Kriens-Luzern.

Pfadi Winterthur: Wipf (11 Paraden)/Shamir (5); Bräm (1 Tor), Cohen (1), Dechow, Freivogel, Heer (1), Jud (7/1), Lier (1), Ott (1), Radovanovic (7/2), Sidorowicz (4), Störchli (2), Svajlen (1), Tynowski (1).

Kriens-Luzern: Bar (11 Paraden)/Eicher (1); Blättler (2 Tore), Delchiappo, Gavranovic (4), Harbuz (4), Idrizi, Lapajne (7/6), Lavric, Oertli, Papez (2), Piroch (1), Rellstab, Schlumpf, Wanner (3).

Bemerkungen: Verschossene Penaltys 1:1.

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