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Dichtestress im Unihockey - auch in Sarnen

Unihockey ist hinter Fussball die populärste Teamsportart der Schweiz. Das spüren auch die Klubs in der Region. Wegen Platzmangel wurde in Obwalden Anfang Woche eine neue Halle eröffnet.
Claudio Zanini
Auch bei den Jüngsten ist diese Sportart sehr beliebt: Die Unihockeyaner von Ad Astra Sarnen im Training vom Donnerstag. Bild: Pius Amrein (Sarnen, 18. Oktober 2018)

Auch bei den Jüngsten ist diese Sportart sehr beliebt: Die Unihockeyaner von Ad Astra Sarnen im Training vom Donnerstag. Bild: Pius Amrein (Sarnen, 18. Oktober 2018)

In Sarnen wurde es immer enger für die Unihockeyaner. Ad Astra, der örtliche Klub mit seinen 300 Mitgliedern, davon 200 im Juniorenalter, hatte ein Platzproblem. Zu viele Spieler, zu wenig Hallen. Doch seit Anfang dieser Woche gibt es wieder mehr Luft. Ad Astra bezog am Montag eine neue Trainingshalle im benachbarten Kägiswil. 300'000 Franken betrugen die Kosten, der Kanton beteiligte sich mit 60'000 Franken, weil der Klub einer der «wichtigsten Nachwuchsförderer im Obwaldner Sport» sei, heisst es in einer früheren Mitteilung des Regierungsrates.

Unihockey, das Spiel, das wir alle aus dem Turnunterricht kennen, zieht bei den Jungen nach wie vor. Die aktuellsten Zahlen von Swiss Olympic, sie stammen von Ende 2016, führen Unihockey auf Platz 2 der Teamsportarten mit über 32'000 Aktivmitgliedern. Vorneweg ist zwar der Fussballverband mit mehr als 281'000 Spielern. Bemerkenswert ist dennoch: Unihockey kommt noch vor Volleyball, vor Eishockey und vor Handball (siehe Grafik).

Für den Vizepräsidenten von Ad Astra, Emmanuel Hofer, hat der anhaltende Boom mehrere Gründe. «Man ist in unserer Sportart schnell ins Spiel integriert. Kinder brauchen kein übermässiges Talent, um zu einem Erfolgserlebnis zu kommen. Und bei uns steht der Leistungsgedanke am Anfang nicht im Vordergrund, der Spassfaktor ist dadurch hoch.» Mit dem NLB-­Team hat man in Sarnen einen erfolgreichen Botschafter für den Sport. «Die Leistungen der ersten Mannschaft und die mediale Berichterstattung helfen uns natürlich», sagt Hofer.

In den Turnhallen liegt alles bereit

Auch im Kanton Uri hat Unihockey einen hohen Stellenwert. Floorball Uri ist der grösste Hallensportverein im Kanton und zählt 480 Mitglieder. Präsident Joe Stöckli sagt, der Zuwachs an neuen Spielern sei gross, das wurde ihm jüngst an der Wirtschafts- und Erlebnismesse Uri18, wo der Klub präsent war, bewusst. «Es gab sehr viele Interessenten für unsere Unihockey-Schule», sagt Stöckli. Die hohe Nachfrage erklärt er sich unter anderem mit der verhältnismässig günstigen Ausrüstung. «Man braucht im Prinzip nur einen Stock, den Rest hat man meist schon wegen des Turnunterrichts.» Und gute Stöcke gibt es schon für weniger als 100 Franken.

Die Nähe zum Schulsport scheint generell ein Vorteil zu sein. So sieht es auch Lukas Heri, der Präsident von Unihockey Luzern, dem Luzerner Stadtklub. «In den Turnhallen steht das Material häufig zur Verfügung, die Kinder kennen Unihockey dank dem Turnunterricht bereits», sagt er. Nachwuchs generieren die Luzerner nicht zuletzt durch ihre Partnervereine aus Weggis, Adligenswil, Emmen und Horw, wo bereits 6- bis 7-Jährige spielen können. Den Dichtestress in den Hallen kennen die Luzerner ebenso. Vor allem im Winter, wenn auch die Fussballer ein Obdach benötigen. Eine andere grosse Herausforderung sei, für alle Junioren genügend Trainer bereitzustellen. «Da steuern wir mit unserem Wachstum langsam auf einen Engpass zu», sagt Heri.

Vier Söhne – und alle spielen Unihockey

Der einzige Klub aus der Region mit Teams in den höchsten Schweizer Ligen ist Zug United. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern haben die Zuger eine Equipe in der NLA. United ist ein Leistungsklub, der Junioren erst ab dem U16-Alter aufnimmt. Davor spielen die Kinder und Jugendlichen bei den fünf Partnervereinen im Kanton. Den grössten stellen die White Indians Inwil-Baar mit über 300 Mitgliedern.

Einen «riesigen Run» gibt es bei Zug United jeweils im Frühling, sagt Barbara Flütsch, die Leiterin der Geschäftsstelle. Bei den Buben bewerben sich meist um die 80 Kinder und Jugendliche aus zwei bis drei Jahrgängen, um von Zug United aufgenommen zu werden. 25 von ihnen schaffen es, der Rest geht zurück in den Stammverein oder kriegt eine Doppellizenz. Mit den beiden NLA-Teams habe man zwei gute Aushängeschilder, sagt Flütsch. Dass der kleine Kanton so viele Unihockeyaner akquiriert, kann sie sich nicht restlos erklären. «Ich habe vier Söhne, sie spielen alle Unihockey, obwohl sie mit Fussball starteten. Unihockey ist eine sehr attraktive und schnelle Sportart. Und man kann die Spiele immer mehr live am Fernsehen verfolgen.»

In der vergangenen Saison baute SRF die Berichterstattung aus. Während der Playoffs wurde erstmals jeden Samstag ein Spiel übertragen. Die TV-Zuschauerzahlen seien laut Michael Zoss, dem Geschäftsführer von Swiss Unihockey, sehr gut gewesen. Die Begeisterung hierzulande ist aber kein globales Phänomen. Die Schweiz stellt eine Hochburg dar. Sie gehört nebst Schweden, Finnland und Tschechien zu den Top-4-Nationen. Ob es irgendwann zur olympischen Disziplin reicht, steht derzeit in den Sternen. Zoss sagt: «Das ist vor allem eine politische Geschichte. In den nächsten zehn Jahren wird es schwierig, dass Unihockey olympisch wird.»

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