Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Bundesliga ruft

Luana Bühler (22) hat dieses Jahr mit dem FC Zürich als Stammspielerin das Double gewonnen. Nun macht die Altishoferin den nächsten Schritt und wechselt nach Deutschland zur TSG Hoffenheim.
Nicolás Schneuwly
Luana Bühler (Mitte) im Cupfinal gegen Lugano (1:0-Sieg n. V.). (Bild: Pascal Müller/Freshfocus (Biel, 2. Juni 2018))

Luana Bühler (Mitte) im Cupfinal gegen Lugano (1:0-Sieg n. V.). (Bild: Pascal Müller/Freshfocus (Biel, 2. Juni 2018))

Luana Bühler stammt aus einer «fussballverrückten» Familie, dennoch wurde ihr nicht an der Wiege gesungen, dass sie später professionell Fussball spielen würde. Die 22-Jährige beschreibt ihren Karrierestart mit folgenden Worten: «Ich hatte als junges Mädchen nie den Traum, Profifussballerin zu werden. Meine älteren Geschwister spielten Fussball, so wollte ich diese Sportart auch ausprobieren. Da war ich etwa in der zweiten oder dritten Primarklasse. Ich habe einfach gerne gegen das Leder gekickt und bekam Freude am Fussball.»

Bei den Junioren in Schötz merkte sie bald, dass mit fleissigem Training viel erreicht werden kann und dass sie über das nötige Talent verfügt, um es in dieser Sportart weit zu bringen. Dass sie bei den Junioren in einer gemischten Mannschaft spielte, erachtet sie im Nachhinein als Vorteil: «Das Tempo im Spiel bei den Jungs ist hoch und man wird ziemlich gefordert. Sie schenken einem Nichts. Für talentierte Mädchen im jungen Alter ist es sehr wichtig, möglichst lange bei den Knaben zu spielen.»

Verletzungen liessen sie geduldiger werden

Via den SC Kriens und den FC Luzern wechselte sie 2017 zu den Frauen des FC Zürich, mit denen sie in diesem Jahr den Schweizer Meistertitel sowie den Cupsieg holte. Dass Luana Bühler diese Erfolge feiern kann, verdankt sie ihrem eisernen Willen, ihrem Kampfgeist, denn immer wieder wurde sie wegen schweren Verletzungen zurückgeworfen. Sie musste an beiden Knien die Kreuzbänder und den Meniskus operieren lassen. «Diese Verletzungen machten mich stark, ich wurde geduldiger und höre vermehrt auf meinen Körper», blickt die 22-Jährige auf diese nicht immer leichten Zeiten zurück.

Trotz zahlreicher Verletzungen verlief die Laufbahn der Altishoferin bisher äusserst erfolgreich. So gut, dass sie ein Angebot aus einer europäischen Topliga bekommen hat und auf die neue Saison hin zur TSG Hoffenheim nach Deutschland wechseln wird. «Das Tempo des Spiels ist höher, die Qualität besser und die Spielerinnen in Deutschland sind stärker», nennt Luana Bühler einige Unterschiede zur höchsten Schweizer Frauenliga. Ausserdem sei die Bundesliga eine Profiliga. In der Schweiz sei es nicht möglich, vom Fussball zu leben. Trotzdem habe sich der Frauenfussball in der Schweiz in den letzten Jahren gut entwickelt. Es werde darauf geschaut, dass die Frauenteams in den Vereinen integriert seien und damit von Synergien profitieren könnten. Allerdings stellt die Luzernerin zurzeit einen Rückschritt fest: «In Zürich und Basel wird Geld gespart. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird sich zeigen, ob der Weg, der eingeschlagen wurde, weitergeführt werden kann, oder ob es einen Stillstand oder gar einen Rückschritt im Schweizer Frauenfussball gibt.»

In Deutschland möchte sich die Luzerner Hinterländerin persönlich und fussballerisch weiterentwickeln. Sie ist überzeugt, dass Hoffenheim der richtige Klub für den nächsten Schritt in ihrer Karriere ist, als Sprungbrett auch, um später zu einem absoluten Topverein wechseln zu können: «Ich will mich in der Mannschaft gut integrieren, mir einen Stammplatz erkämpfen und Leistung bringen. Alles andere wird sich zeigen.»

Dass die zweikampfstarke Verteidigerin ihren Kopf aber nicht nur für die Luftduelle auf dem Spielfeld braucht, beweist sie mit ihrem Wirtschaftsstudium an der Uni Zürich. Gleich nach der Matura an der Kantonsschule Willisau hat sie ihr Bachelor-Studium mit Hauptfach Betriebswirtschaftslehre und Nebenfach Banking and Finance begonnen. Letzte Woche hat sie ihre Schlussprüfungen absolviert und gibt im Winter ihre Bachelorarbeit ab. «Es ist anstrengend und zeitraubend, Fussball und Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Man muss sich bewusst Zeit nehmen, um zu lernen.»

Luana Bühler hat sich auch Gedanken über die Zeit nach dem Fussball gemacht. Sie kann sich kaum vorstellen, im Profibusiness zu bleiben und hier zum Beispiel eine Funktion als Trainerin zu übernehmen. Ein reizvolles Hobby könnte aber die Arbeit im Nachwuchsbereich sein. Beruflich möchte sie den Master in Betriebswirtschaft machen und auch in diese Richtung ihre Karriere nach dem Sport ausrichten.

Mit der Nationalauswahl an die WM?

Nicht nur auf Klubebene, auch international läuft das bisherige Sportjahr hervorragend: Luana Bühler feierte im Februar im Cyprus Cup gegen Italien ihr Nationalmannschaftsdebüt. Sie ist nach Ramona Bachmann (Malters), Lara Dickenmann (Kriens) oder der Nidwaldnerin Géraldine Reuteler die nächste Innerschweizerin, die den Sprung ins Schweizer A-Nationalteam der Frauen schaffte. Und sie stand in den beiden letzten wichtigen WM-Qualifikationsspielen gegen Schottland (1:0-Sieg) und Weissrussland (5:0-Sieg) in der Stammelf. Sollte sich die Schweiz für die WM im nächsten Jahr in Frankreich qualifizieren, sind die Fussballkünste von Luana Bühler bald auch auf der ganz grossen Fussballbühne zu sehen ...

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.