Die Frauen des FC Luzern fühlen den starken Gegenwind – 2:8-Niederlage gegen Zürich

Die Super-League-Fussballerinnen des FC Luzern verlieren gegen Meister FC Zürich hoch mit 2:8. Fabienne Humm erzielt fünf Treffer.

René Barmettler
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Laufduell zwischen der Luzernerin Sarah Klotz (links) und der Zürcherin Lydia Andrade.

Laufduell zwischen der Luzernerin Sarah Klotz (links) und der Zürcherin Lydia Andrade.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 26. September 2020)

Es stand 2:0 in der 35. Minute zu Gunsten des Serien-Schweizer-Meisters FC Zürich. Und es sah bis zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht danach aus, als ob die Luzernerinnen den Gästen wirklich weh tun könnten. Doch dann sprintete FCL-Stürmerin Julia Höltschi zwischen die gegnerische Abwehrreihe und Goalie Susanne Stutz. Die Verwirrung war total, der Abpraller landete bei Rahel Sager, die keine Mühe hatte, aus der Distanz das verwaiste Tor zu treffen – 1:2. Das gab viel Mumm im zuvor zerfahrenen Spiel, doch dies war nur von kurzer Dauer. Zuvor und danach stand Luzern meistens im Gegenwind, und dies im doppelten Sinn. In der ersten Halbzeit hatte es gegen den Wind und Regen zu spielen. Aber es lag nicht an der Witterung, die Zürcherinnen starteten entschlossen und gingen durch einen Doppelschlag von Fabienne Humm 2:0 in Front (10./12.).

In der 23. Minute versuchte es Michèle Schnider mit einem Weitschuss: Dieser sah im Ansatz viel versprechend aus, jedoch wurde er für den FCZ-Goalie schliesslich zu einer leichten Beute. Da hatte der FCL-Goalie beim Gegenstoss die bessere Gelegenheit, sich auszuzeichnen: Lourdes Romero wehrte mit einem super Reflex den Abschluss von Seraina Piubel an Pfosten und hielt die Hoffnungen des Heimteams aufrecht. Doch nach dem 1:2-Anschlusstreffer verpasste es Luzern, Ruhe ins Spiel zu bringen. Die Spielerinnen wollten den Ausgleich unbedingt noch vor der Pause erzwingen – doch das ging gegen diese Routiniers aus Zürich tüchtig schief.

Zürich zieht mit Leichtigkeit auf 8:1 davon

Der Samstagnachmittag nahm ein ganz bitteres Ende: Noch vor der Pause baute das Team von Ex-Luzern-Spieler Ivan Dal Santo den Vorsprung auf 4:1 aus. Nach dem Seitenwechsel machte es keine Anstalten, zurückzustecken. Mit fast erschreckender Leichtigkeit zogen die Gäste bis zur 67. Minute auf 8:1 davon. Allein die Schweizer Internationale Fabienne Humm (33) netzte fünf Mal ein und hat nach sieben Runden bereits zwölf Treffer auf ihrem Konto. «Wir haben sicher zu hoch verloren», resümierte ein gefasster FCL-Trainer Glenn Meier nach dieser Kanterniederlage. «Doch wenn man so wie in der ersten Halbzeit verteidigt, wird es schwierig.»

Meier bescheinigte seinem Team, auch nach acht Gegentoren weitergekämpft zu haben. Das sah auch das Publikum so und feierte das 2:8 durch Irina Pando (85.) frenetisch und mit «Hopp-Lozärn»-Rufen.