Die Fussballer des Luzerner SC setzen ein erstes Ausrufezeichen

Der Luzerner SC startet mit einem eindrücklichen 4:0-Sieg gegen Emmen in die Zweitliga-Saison.

Stephan Santschi
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Luzerns Emanuell Sakica (am Boden) ist gegen den Emmer Claudio Vogel zu spät dran.

Luzerns Emanuell Sakica (am Boden) ist gegen den Emmer Claudio Vogel zu spät dran.

Dominik Wunderli (Luzern, 15. August 2020)

Nein, glücklich waren sie nicht über den viral bedingten Abbruch der letzten Saison. Der Luzerner SC stand auf Platz eins der 2. Liga, für manchen überraschend, und dann war nach der Vorrunde vorzeitig Schluss. «Jetzt erst recht», lautet darum die Devise, «jetzt wollen wir die Auftritte des letzten Jahres bestätigen», sagt der spielende Assistenztrainer Arben Balaj. Und wie sie das tun: Gleich zum Auftakt in die neue Spielzeit am Samstag fertigten sie den SC Emmen zu Hause mit 4:0 ab. Balaj war dabei die überragende Figur, praktisch alles lief über den 31-jährigen Captain aus Reiden im zentralen Mittelfeld.

Keine zwei Minuten waren gespielt, da setzte Balaj zu einem Zuspiel in die Tiefe an. Murati wurde gefoult und Qupi verwandelte den Penalty zur Führung. In der 38. Minute lancierte er Prette Scherrer, der zum 2:0 einschob. Kurz vor der Pause (42.) war es Balaj selbst, der alleine auf das Tor zustürmte, den Keeper umspielte und das Skore erhöhte, ehe er kurz nach dem Seitenwechsel Murati auf die Reise schickte, der zum Endstand traf (49.). «Ja, es ist mir wirklich gut gelaufen», freute sich Balaj hinterher. «Das ganze Team hat von vorne bis hinten gekämpft. Für das erste Spiel war es eine super Leistung.»

Die Emmer sind «noch nicht im Tritt»

Der LSC hatte bei hochsommerlichen Temperaturen keine Probleme, den Startsieg sicher ins Ziel zu bringen, zur Pause war das Geschehen entschieden. Die Emmer, die ebenfalls Ambitionen auf einen Spitzenplatz hegen und letzte Saison über die beste Defensive verfügten, hatten zwar die Möglichkeit, beim Stand von 0:1 ins Spiel zurückzufinden, als Veseli per Kopf aus bester Position den Ausgleich verpasste (16.). Als Ganzes war ihr Auftritt aber träger Natur. «Uns mangelte es an der Spritzigkeit, wir waren zu statisch. Wir wollten dem Gegner unser Tempo aufzwingen, doch stattdessen liessen wir ihn spielen», monierte Emmens Trainer Dragan Bijorac und schloss: «Der LSC war eine Klasse besser, wir sind noch nicht im Tritt.»

Und damit zurück zu Arben Balaj. Der ehemalige Schötzer Junior ist zuversichtlich, dass sich sein Team wieder ganz oben an der Spitze einnisten und zu einem Aufstiegsanwärter avancieren kann. «Wir sind ein Team mit südländischem Flair. Wenn es läuft, dann läuft es.»

Das Treffen mit Xherdan Shaqiri und dem FC Bayern

Viel wird dabei von seinen Auftritten in der Schaltzentrale abhängen. «Ich bin nicht der Schnellste. Am meisten lernte ich von den Spielern, die mit Köpfchen agieren», erklärt Balaj und bezieht sich dabei auf die ehemaligen FCL-Profis Burim Kukeli und Ivan Knez, mit denen er in Schötz beziehungsweise in Emmen zusammenspielte.

Apropos bekannte Namen: 2013 schaffte es Balaj über eine Online-Bewerbung, an der sich 20000 Menschen beteiligten, in eine 30-köpfige Amateurauswahl, die gegen Bayern München ein Freundschaftsspiel absolvieren durfte. Dabei kam es sogar zu einem Foto mit Xherdan Shaqiri, den er Jahre zuvor während seiner Ausbildung zum Detailhandelsfachmann kennen gelernt hatte. «Heute haben wir keinen Kontakt mehr», die Erinnerung an das Duell vor 4000 Zuschauern mit Ribéry, Müller und Co. ist aber trotz der 0:13-Niederlage unvergesslich.

Luzerner SC – SC Emmen 4:0 (3:0)
Leichtathletik-Stadion). – 150 Zuschauer. – SR Stadelmann. – Tore: 3. Qupi (Foulpenalty) 1:0. 38. Prette Scherrer 2:0. 42. Balaj 3:0. 49. Murati 4:0. – Luzerner SC: Schweizer; Osmanovic, Procopio, Huruglica, Ludin; Sakica (79. Syla), Prette Scherrer (62. Todic); Qupi, Balaj, Blättler (65. Scherer); Murati (73. Drmic). – Emmen: Bäuerle; Rojas Arostegui, Hadzic (46. Zemp), Zwimpfer, Baumgartner (73. Gashi); Nicolas Meier (46. Manuel Meier), König, Vogel; Janssen, Veseli (67. Greter), Krongrava.